Management

„Etwas wahrnehmbares Neues bieten“

VDI nachrichten, Lohr, 17. 12. 04 -Die Effizienz im Stammwerk steigern, Beigeisterung am Erfinden und Neugier auf bisher nicht Bekanntes wecken – so die Thesen von Manfred Gundke, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, wie Alleinstellungsmerkmale des Standortes Deutschland aussehen könnten.

VDI nachrichten: Welche Herausforderungen sehen Sie wirtschaftlich auf sich zukommen?
Manfred Gundke: Das weitere Vorantreiben der Globalisierung unseres Geschäfts bleibt eine der wesentlichen Herausforderungen, aber auch der entscheidende Erfolgsfaktor. Es gilt, neue Märkte zu erschließen. Zukunftsmärkte sind für uns China, Indien, Zentral- und Osteuropa.
Präsenz vor Ort und lokales Know-how im Service, im Vertrieb und zunehmend in der Produktion und Entwicklung, also einheimische Ingenieure und Techniker sind dabei von entscheidender Bedeutung. Zudem muss die Effizienz in den Stammwerken des eigenen Unternehmens gesteigert werden, auf Kundenanforderungen muss man schnell, flexibel und mit einer hervorragenden Logistik reagieren können.

Manfred Gundke
…ist seit Mai 2004 Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.Er startete 1984 bei der Mannesmann Rexroth GmbH in Lohr, 1990 wechselte der Maschinenbauingenieur zu den feinmechanischen Werken nach Mainz. 1997 kehrte er nach Lohr zurück.Nach dem Zusammenschluss der Mannesmann Rexroth AG und der Bosch Automationstechnik in 2001 übernahm Grundke (49) die Funktion des Vorstands Vertrieb Automation der neu entstandenen Bosch Rexroth AG.

Der Publizist und Unternehmer Florian Langenscheidt ist Herausgeber und Verleger der Buchreihe „Deutsche Standards“.Der neue Band enthält Porträts deutscher Industrieunternehmen, die auf dem Weltmarkt führend sind.Die Menschen hinter dem Erfolg der deutschen Weltmarktführer werden an dieser Stelle regelmäßig vorgestellt.

Bosch Rexroth AG
eine hundertprozentige Tochter der Robert Bosch GmbH, erzielte im Jahr 2003 mit 25 700 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,7 Mrd. , davon in Deutschland 1,19 Mrd.Deutschland mit 15 049 Mitarbeitern.Für F+E werden rund 5 % vom Umsatz ausgegegeben.

Das Unternehmen bietet unter der Marke Rexroth Technologien des Antreibens, Steuerns und Bewegens: von der Mechanik über die Hydraulik und Pneumatik bis zur Elektronik sowie den zugehörigen Service.

In über 80 Ländern ist der Global Player für rund 500 000 Kunden (Unternehmensangaben) Ausrüster für die Industrie- und Fabrikautomation sowie für mobile Anwendungen.

Name: Bosch Rexroth AG Firmensitz: Lohr am Main Mitarbeiter: 25 700 Umsatz (2003): 3,7 Mrd. €

Produkte: Steuerungen, Antriebstechnik, Fabrikautomation.

Welche Herausforderungen sehen Sie im technologisch-wissenschaftlichen Bereich auf sich zukommen?
Es ist unsere Aufgabe, die Begeisterung am Erfinden, die Neugier an bisher nicht bekannten Lösungen und die Freude an Technik neu zu wecken. Wenn wir das schaffen, dann haben wir die entscheidende Voraussetzung für die Zukunft des Know-how-Standorts Deutschland und auch für Europa geschaffen. Der Nachwuchs von hervorragend qualifizierten Ingenieuren und Facharbeitern muss als Alleinstellungsmerkmal der deutschen Industrie im globalen Wettbewerb erkannt, in der Gesellschaft akzeptiert und besser gefördert werden.

Welche Innovationen werden Arbeitsplätze schaffen?
Innovationen, die dem Kunden einen wahrnehmbaren Mehrwert bieten, für den er auch bereit ist, mehr zu zahlen. Innovationen müssen für unsere Kunden das Leben leichter machen, also etwas wahrnehmbar Neues bieten und nicht nur unwesentliche Gestaltungsveränderungen sein.
Für uns bietet gerade die intensive Zusammenarbeit mit unseren Kunden und den Hochschulen in Deutschland wesentliche Anregungen für Innovationen mit Mehrwert.

Kommt es immer weniger darauf an, wie man etwas macht, sondern dass man es vor dem Wettbewerber macht, den Markttrend setzt?
„Nicht die Großen besiegen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.“ Das ist einer unserer Leitsätze. Kundenbedürfnisse müssen frühzeitig erkannt werden. Wir bei Rexroth arbeiten ständig an Merkmalen unserer Produkte und Systemlösungen mit hohem Nutzen für den Kunden. Dies gelingt uns durch permanenten Dialog. Wir erfahren so, was der Anwender braucht, was der Markt verlangt und können frühzeitig reagieren.
Fachkenntnisse sind gut für Konstrukteure und Forscher, aber wer ein Unternehmen an die Weltspitze bringen oder dort halten will, braucht mehr Qualifikation?
Es ist richtig, dass man im Unternehmen Professionalität im Bereich Forschung und Entwicklung benötigt. Wir haben hier in Europa eine einzigartige Konzentration von Know-how im Maschinenbau. Automatisierer, Maschinenhersteller und Maschinenanwender sind in Europa stark miteinander verwoben und pflegen einen regen Austausch von Mitarbeitern, Ideen, Anforderungen – und wir liefern uns einen harten Wettbewerb untereinander, der uns zu Höchstleistungen anspornt.
Doch an die Weltspitze kommen nur Unternehmen, in denen es der Führungsmannschaft gelingt, ein kreatives Umfeld für diese Höchstleistungen zu schaffen und ein Klima der Innovation zu fördern. Dazu sind insbesondere interdisziplinäre Fähigkeiten gefragt. Wichtig ist ein Führungsklima, das von Offenheit und Dialog geprägt ist, gepaart mit dem Willen zum Erfolg. Immer wichtiger wird dabei die Zusammenarbeit in internationalen Teams. Ohne strategisch ausgerichtetes, kundenorientiertes Denken ist kein Manager auf Dauer erfolgreich.

Wie könnte man Ihren Umgang mit Mitarbeiter/Innen charakterisieren?
„Team bedeutet: Together everyone achieves more.“ Kreative Zusammenarbeit und offene Kommunikation in Verbindung mit klaren Entscheidungs- und Verantwortungskompetenzen sind kennzeichnend für meinen Führungsstil.

Was schätzt Ihr Umfeld besonders an Ihnen?
Ich denke, neben meiner Zuverlässigkeit schätzt man an mir, dass ich ein offener Mensch bin. Für mich ist Teamarbeit – sowohl im Management, als auch im gesamten Unternehmen – unheimlich wichtig. Politisches Taktieren halte ich für kontraproduktiv, ich bin für sachorientierten Dialog als Voraussetzung für gute zielgerichtete Entscheidungen.

Was wollten Sie als Kind gerne werden?
Flugingenieur. Das hat Gott sei Dank nicht geklappt. Heute braucht man die nicht mehr. Aber die Fliegerei und Technik haben mich immer schon fasziniert.

Wo tanken Sie auf?
Meine Familie ist mir sehr wichtig, sowohl für mich als Mensch als auch für meine Aufgabe im Unternehmen. Sie ist für mich der ruhende Pol, gibt mir aber auch immer wieder Inspiration für meine Arbeit: Beispielsweise sagen meine beiden Töchter Dinge so, wie sie nun einmal sind. Und ich muss dann schmunzelnd zugeben: Eigentlich haben sie ja Recht.

Von Fl/Rudolf Schulze

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