Management

„Energie verwenden für das, was ich beeinflussen kann“

VDI nachrichten, Köln, 23. 7. 04 -Monika Mattern-Klosson, Geschäftsführerin von Leybold Vacuum, sieht Änderungen auf die Bürger zukommen, die bei näherer Betrachtung aber weniger Opfer als Herausforderung zu mehr Wettbewerbsfähigkeit seien. Sie bekennt sich auch im unternehmerischen Handeln zu moralischen Werten, die „in Zukunft vielleicht noch wichtiger werden.“

Welche Herausforderung sehen Sie wirtschaftlich auf sich zukommen?
Mattern-Klosson: Für uns in der westlichen Hemisphäre wird sicherlich der zunehmende Konkurrenzdruck aus dem asiatischen Raum ein wesentlicher Faktor werden. Wir sind zu „satt“ geworden, zu behäbig und brauchen zu lange, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und entsprechend umzusetzen. Dies geht in Asien schneller – und das Marktpotenzial in diesen bevölkerungsreichen Ländern ist enorm.
Welche Herausforderung sehen Sie im technologisch-wissenschaftlichen Bereich auf sich zu kommen?
Mattern-Klosson: Wichtig und bahnbrechend wird die Beherrschung von Krankheiten wie Aids oder Krebs werden sowie der ethisch verantwortungsvolle Umgang mit der Gentechnologie. In diesen Bereichen stecken sehr viele sozialethische, aber auch starke wirtschaftliche Faktoren. Dies in einer sinnvollen Weise international zu handhaben ist sicherlich eine echte Herausforderung.
Welche Herausforderung sehen Sie im gesellschaftspolitischen Bereich auf sich zukommen?
Mattern-Klosson: Ein weltweites Thema ist es, den Terrorismus in den Griff zu bekommen und verantwortungsvoll mit den unterschiedlichen Denksystemen der Weltbevölkerung umzugehen.
In Europa, insbesondere in Deutschland, ist die Reform der Sozialsysteme angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung eine Herausforderung. Sie wird von uns allen Opfer fordern, die aber bei näherer Betrachtung im Verhältnis zur Welt keine echten Opfer sind.
Welche ist in Ihren Augen die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?
Mattern-Klosson: Natürlich die erste Vakuumpumpe von Professor Gaede! Dies ist eine der wichtigsten Erfindungen im Bereich der Vakuumtechnologie und ohne diese wäre eine Reihe der heute für uns alle wichtigen Technologien und damit die entsprechenden Produkte nicht möglich. Ich denke da nur an die Kälte-Klima-Technik oder an die Halbleiterindustrie – keine Kühlanlagen und keine Computer. Unsere Welt sähe ohne die Anwendung von Vakuum sicherlich anders aus.
Wie beeinflussen die EU-Osterweiterung und die Globalisierung Ihr Geschäft?
Mattern-Klosson: Wir arbeiten schon seit sehr langer Zeit global, sind auch in verschiedenen Ländern der EU-Osterweiterung mit Agenten vertreten. Wir werden die Entwicklung mit Spannung verfolgen und unsere Chancen selbstverständlich wahrnehmen.
Senden einige Unternehmen zu schlechte Botschaften, vermiesen sie sich ihr Image und den Bürgern den positiven Blick in die Zukunft?
Mattern-Klosson: Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass sich in Deutschland die Tendenz des „Jammerns auf hohem Niveau“eingeschlichen hat. Leybold setzt da bewusst gegen. Die Investition in unseren Kölner Standort in Höhe von 24 Mio. € zeigt das ganz deutlich.
Haben Sie bereits wegen Fachkräftemangel, wie er von Verbänden immer wieder erwähnt wird, Entwicklungen nicht oder nur verzögert in Deutschland durchführen können?
Mattern-Klosson: Eigentlich nicht. Leybold gilt in den Regionen der Welt als ein gutes Unternehmen mit hohem sozialen Wert. Insofern sind wir wohl ein attraktiver Arbeitgeber.
Welcher guten Sache würden Sie Ihr letztes Hemd opfern?
Mattern-Klosson: Ich bin Mutter von zwei Kindern. Da liegt es nahe, dass ich für minderbemittelte Kinder in der dritten Welt einstehe.
Was wünschen Sie der nächsten Generation?
Mattern-Klosson: Ein Leben ohne Krieg und Hunger in stabilen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen, wie ich es selbst bisher erlebt habe. Inwiefern dies für sie tatsächlich Zukunft werden kann, liegt aber in hohem Maße an meiner Generation.
Wann startet in Ihrer Branche das virtuelle Unternehmen? Bedeutet: Einer hat die Idee und hält den Markennamen, andere übernehmen Konstruktion, Produktion, Vertrieb und Marketing.
Mattern-Klosson: Dies ist für uns wenig aussichtsreich, da wir in einem Bereich arbeiten, in dem Erfahrung mit den Kundenanwendungen die Basis für den Erfolg der Produkte ist. Dies lässt sich kaum in einem sicheren Prozess an eine virtuelle Umgebung abgeben.
Wie wichtig sind Markennamen für einen Produkterfolg?
Mattern-Klosson: Wichtig, aber lassen Sie mich so sagen: Kein noch so bekannter Markennamen schützt ein schlechtes Produkt. Besonders nicht im Investitionsgüterbereich. Leybold ist ein altes Unternehmen. Bei uns haben noch die Produkte die Marke gemacht, nicht andersrum.
Was schätzt Ihr Umfeld besonders an Ihnen?
Mattern-Klosson: Glaubwürdigkeit, Bescheidenheit, Vorbildcharakter – zumindest sind dies die Aussagen, die ich über mich höre.
Was ist Ihr bisher größter sportlicher Erfolg?
Mattern-Klosson: Einmal an einem Stück um den Sportplatz laufen! Mein Alltag lässt mir dafür nicht die Muße.
Wie wurden Sie erzogen?
Mattern-Klosson: Liebevoll, freiheitlich zur Selbstbestimmung. Das ist es auch, was ich an meine eigenen Kinder weitergeben will.
Wie könnte man Ihren Umgang mit Mitarbeiter/innen charakterisieren?
Mattern-Klosson: Kooperativ, ziel- und lösungsorientiert, vertrauensvoll – manchmal vielleicht etwas zu sachlich.
Wo tanken Sie auf?
Mattern-Klosson: Bei meinen Kindern. Es gibt kaum etwas besseres, um bestimmte Dinge wieder in ihren richtigen Dimensionen zu sehen.
Welcher Organisation würden Sie aus heutiger Sicht etwas vermachen?
Mattern-Klosson: Wenn, dann einer Hilfsorganisation für Kinder in der Dritten Welt.
Was ist wichtig bei einem Freund?
Mattern-Klosson: Toleranz das er / sie einem hilft, wenn es einem schlecht geht und dies auch von selbst erkennen kann. Einen solchen Menschen als Begleiter auch durch verschiedene und individuelle Lebensabschnitte zu haben, ist wirklich viel wert.
Unter welchen Umständen würden Sie in die Politik gehen?
Mattern-Klosson: Unter keinen. Ich bin zwar politisch interessiert, trage durch meine Tätigkeit als Geschäftsführerin eines internationalen Unternehmens indirekt auch zur politischen Landschaft bei, würde aber nie persönlich in die Politik gehen.
Was wollten Sie als Kind gerne werden?
Mattern-Klosson: Ich wollte Forscherin oder Ärztin werden. Es hat ja auch dann zum Doktor der Physik gereicht.
Welche moralischen Werte sind besonders aktuell?
Mattern-Klosson: Anstand, Hilfsbereitschaft, Respekt, Toleranz – dies sind zwar alte Werte, manche mögen sie für überholt halten, aber sie regeln seit es Menschen gibt das Zusammenleben untereinander. Sie sind heute noch so wichtig wie eh und je – vielleicht eher noch wichtiger.
Welche Fremdsprachen beherrschen Sie halbwegs?
Mattern-Klosson: Englisch und etwas französisch.
Was ist Ihr Lebensmotto?
Mattern-Klosson: Dinge akzeptieren, die ich nicht verändern kann, und meine Energie verwenden für etwas, was ich beeinflussen kann. fl/rus
(Serie wird fortgesetzt)

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