Management

Differenzierung sichert Arbeitsplätze  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 2. 2. 07, ciu – Sich positiv abheben von den am Markt gängigen Lösungen, das ist die Strategie der Armaturenfabrik Aloys F. Dornbracht, Iserlohn. Als Geschäftsleitungsmitglied beschreibt Andreas Dornbracht, Enkel des Unternehmensgründers, seine Philosophie von Technik, Design und Kultur sowie dem Standort Deutschland.

Dem Familienunternehmen, das er zusammen mit seinem Bruder Matthias und Vater Helmut leitet, brachte diese Differenzierungsstrategie den geschäftlichen Erfolg. Der jährliche Umsatz stieg von 45 Mio. € in 1997 auf jetzt 170 Mio. €. Die Arbeitsplätze der rund 700 Mitarbeiter – überwiegend in Iserlohn – scheinen vor Verlagerung sicher. Denn Pläne, Deutschland zu verlassen und im Ausland zu produzieren, gibt es bei Dornbracht nicht.

„Wir sind als Kleinserienfertiger sehr stark darauf angewiesen, hoch qualifizierte Zulieferer zu haben, die in der Lage sind, unsere Bedürfnisse schnell, just in time, zu befriedigen, und das in einer Topqualität.“ Die Erfahrungen, die das Unternehmen bisher mit Zulieferern aus dem Ausland gemacht hat, waren nicht gerade positiv. „Wir selbst arbeiten hier mit einer relativ kleinen Fertigungstiefe, so dass das, was wir beherrschen, nicht unbedingt verlagerungswürdig wäre.“

Derzeit entwickeln sich der deutsche Markt und auch die internationalen Märkte positiv. Im Moment liegt der Auslandsanteil bei Dornbracht über 60 %. „Die Herausforderung liegt allerdings darin, dass wir mittlerweile sehr stark mit Imitaten und Plagiaten zu kämpfen haben.“ Dabei werden die Kopisten immer schneller. „Während man vor fünf Jahren sicherlich davon ausgehen konnte, dass ein gut laufendes Produkt drei bis fünf Jahre benötigt, um kopiert zu werden, so ist heute schon nach der Einführung eines neuen Produkts innerhalb von sechs Monaten das Plagiat auf dem Markt.“

Für Dornbracht heißt das, „über das Produkt hinaus verstärkt auf die Anziehungskraft der Marke setzen, die Qualitäten und Services noch stärker differenzieren, um so dem Wettbewerb und dem Preisdruck zu entweichen“.

Der 47-Jährige nimmt gern eine plötzliche Eingebung zum Anlass, etwas in der Praxis durchzuführen. „Meine Stärke ist, Chancen und Innovationspotenziale zu erkennen und sehr kreativ mit ihnen umzugehen. Die Schwäche ist sicherlich, darüber einen Filter zu legen und auch gute Ideen in die Schublade zu legen, weil eben nicht alles realisierbar ist.“

Seinen materiellen Wohlstand teilt er gerne mit anderen. Hierzulande gibt es nur wenige Unternehmer, die sich so klar auf die Förderung zeitgenössischer Kunst und dort in der Avantgarde konzentriert haben. „Wir haben im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt die Fortsetzung unserer Reihe ,Dornbracht Installation Projects¿ geplant. Mit dieser Reihe unterstützen wir jeweils in Zusammenarbeit mit dem MMK einen Künstler, dem es er- möglicht wird, eine Rauminstallation zu entwickeln und in den Räumen des MMK zu platzieren.“ Rauminstallationen seien ein wichtiges Werkzeug der zeitgenössischen Kunst, hätten aber die Problematik, dass sie sehr materialaufwändig und selten sammlungsfähig seien. Für Kultur im Bad arbeitete das mittelständische Familienunternehmen zudem mit Wissenschaftlern, Soziologen und Architekten zusammen.

Seine Mitarbeiter charakterisieren Dornbracht als „jemanden, der laufend Ideen produziert, als Detailfetischisten, der sehr viel Input gibt und Output fordert“. Er selbst schätzt an seinen Mitarbeitern den offenen Meinungsaustausch, die Auseinandersetzung über die Projekte, die er im Design und in der Architektur vorantreibt, sowie ihre Loyalität zum Unternehmen.

Der Sauerländer liebt alles Schöne und alles, was mit Kunst zu tun hat. So repräsentieren auch die „Bad-Visionen“ von Dornbracht den ausgeprägten Sinn für Ausgewogenheit und Symmetrie. „Zum einen arbeiten wir mit Architekten und Designern daran, Bad-Visionen zu entwickeln, die ausgestellt werden, um immer wieder nicht nur uns zu inspirieren, sondern auch unseren potenziellen Kunden Inspiration zukommen zu lassen.“ Zum anderen arbeitet das Unternehmen eng zusammen mit Designbüros und Universitäten. Deren Zukunftsvisionen landen meist aber zuerst in der Schublade, bevor daraus konkrete Produktentwicklungsprojekte entstehen.

„Wir haben gerade durch die Auseinandersetzung der Künstler mit dem Thema Bad-Ritual gespürt, dass sich gerade jetzt das Bad immer stärker zu einem Ritualraum entwickelt. Das ist für uns als Unternehmen wichtig, das frühzeitig erkannt zu haben und mit entsprechenden Produkten zu reagieren“, so Dornbracht. „Das Bad als Ritualraum sicherlich im Sinne eines Rückbesinnens auf das eigene Ich, auf Kontemplation, Meditation. Es ist wichtig für uns, sich permanent mit der Umgebung unserer Produkte zu beschäftigen.“

In den vergangenen Jahren hat Dornbracht auch bei Architekten ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie wichtig das Bad in Zukunft werden wird. Denn bis heute sei es das Stiefkind in der Planung, weil es von der Bedeutung nur sehr rational gesehen werde. Seine Vision: „Sich verstärkt mit dem Wasser auseinanderzusetzen, insbesondere im Sinn der Fragen: Wie kann der Mensch das Wasser unter Ritualgesichtspunkten nutzen? Wie nutzt er es heute? Wie kann er es in Zukunft nutzen, um sich etwas Gutes zu tun? Entsprechend sollte die Marke positioniert werden. Denn die gibt dem Unternehmen die Kraft, die Unabhängigkeit zu bewahren.“ M. SCHÄFER

Von M. Schäfer

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