Personalmanagement

Die Zukunft der Arbeitswelt ist weiblich  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 1. 12. 06, ws – Sie sollen jung und männlichen Geschlechts sein. Bei der Suche nach Ingenieuren tragen Personalverantwortliche noch immer Scheuklappen. Dabei zwingt der demografische Wandel zum Umdenken. Wer sich nicht auf Frauen und erfahrene Fachkräfte besinnt, erhält spätestens in 15 Jahren die Quittung heutiger Personalpolitik.

Die Fakten sind bekannt – und trotzdem herrscht Stillstand. Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird die Generation der Leistungsträger, der 35- bis 45-Jährigen, in deutschen Unternehmen um 2,5 Mio. gegenüber heute schrumpfen, das Durchschnittsalter der Belegschaften wird rasant steigen. Konzepte für altersgerechte Arbeitsplätze und altersgemischte Teams aber fehlen.

„Bewusst ist allen Unternehmen, dass die Auswirkungen des demografischen Faktors zu gravierenden Veränderungen für das Personalmanagement und die Unternehmensentwicklung insgesamt führen werden“, kommentiert Christoph Bach vom Institut für Organisationen (Info GmbH) eine hauseigene Studie. So hätten 82 % der Befragten keine Lösungskonzepte entwickelt, in nahezu 79 % der Unternehmen gebe es keine Leitlinien für eine altersausgewogene Personalpolitik.

„Viele Unternehmen haben eine merkwürdige Art, mit dem Problem des demografischen Wandels umzugehen“, meint Hilmar Schneider vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). „Sie agieren nach dem Motto ,Probleme werden gelöst, wenn sie da sind“.“

Dann aber werde es zum Einlenken zu spät sein. Die bislang geringe Erwerbsbeteiligung von Älteren in Deutschland sei hausgemacht, so Schneider. Schuld seien vor allem großzügige Frühverrentungsanreize. Der Vorteil: Die Probleme sind lösbar. Ein Ansatz sei, „die heutige Altersstruktur von Fach- und Führungskräften so zu ändern, dass der Ausstieg aus dem Erwerbsleben erst nach dem 65. Lebensjahr beginnt“.

Das ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein politisches Postulat: Die EU-Staaten verpflichteten sich 2001, den Anteil der 55- bis 64-Jährigen Erwerbstätigen auf mehr als 50 % zu steigern. Dennoch liegen 17 Länder, unter ihnen Deutschland, noch immer unter diesem Wert. Nur 41,8 % dieser Altersgruppe hatte 2004 in Deutschland einen Arbeitsplatz.

Der zweite Ansatz: Mehr Frauen in Führungspositionen. Hier aber hat vor allem der Osten schlechte Karten. Drei Viertel der aus den Neuen Bundesländern Abwandernden sind weiblichen Geschlechts. Dies, erläutert der Bildungsökonom Dieter Dohmen, dürfte auch auf den hohen Anteil ingenieurwissenschaftlicher Fächer zurückzuführen sein, deren derzeitige Gestaltung für Frauen wenig attraktiv sei.

Der Bildungsökonom denkt daher an eine breitere, interdisziplinäre Ausrichtung des ingenieurwissenschaftlichen Studiums. Auch eine technisch orientierte Frauenhochschule könne die Anziehungskraft erhöhen.

Während die Senioren grübeln, wie sie technologischen Fortschritt und demografischen Wandel miteinander vereinbaren, empfindet die Jugend wenig Lust auf die Ingenieurwissenschaften. Im Studienjahr 2006 gingen die Erstsemesterzahlen laut Statistischem Bundesamt in Maschinenbau/Verfahrenstechnik um 8 % zurück, in der Elektrotechnik um 15 % und im Bauingenieurwesen sowie der Informatik um jeweils 5 %. Seite 5 ws

Von Wolfgang Schmitz

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