Management 09.03.2007, 19:26 Uhr

Die Kunst des Führens leicht gemacht  

Es gilt Mitarbeiter zu führen und am besten auch noch zu motivieren. Gleichzeitig sollten Entscheidungsprozesse transparent gesteuert und Konflikte konstruktiv gelöst werden. Das Schöne: Mit dem richtigen Handwerkszeug ist das machbar!

Ein herausforderndes Planspiel trieb gleich am zweiten Seminartag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Rand ihrer Kapazitäten. Die Entwicklung und Produktion von drei Werbekarten für eine renommierte Automarke plus einer knackigen Werbebotschaft für die Händlerpräsentation in 40 Min., lautete die Aufgabe des Seminarleiters. Außerdem gab er die Rollen von der Geschäftsführung über das mittlere Management bis zur untergeordneten Mitarbeiterposition vor.

Natürlich wurde gegen den Strich besetzt: Diejenigen, die sich zu Beginn des Seminars selbst als führungsstark eingestuft hatten, wurden mit den niedrigsten Positionen betraut, und umgekehrt. Der Seminarleiter spielte den schwierigen Kunden, der immer wieder mit Änderungswünschen dazwischenfuhr.

Am Anfang herrschte Ratlosigkeit. Bis sich das Team endlich gefunden und eine Produktionsstrategie entwickelt hatte, war wertvolle Zeit verstrichen. Die letzten zehn Minuten der vorgegebenen Zeit waren von aufgeregtem Hin- und Herrennen zwischen den einzelnen Abteilungen erfüllt. Parolen wurden getextet, Schablonen geschnippelt, Karten bemalt. Aber die Zeit war zu knapp, die Koordination zu schlecht. Der Kunde war nicht zufrieden, die Farben, das Logo und auch die Werbebotschaft stimmten nicht.

Unzufrieden mit sich selbst waren auch die Teilnehmer: „Die Zeitabschnitte wurden nicht durchgeplant, es war viel zu hektisch und aggressiv, wir haben den Aufwand unterschätzt, jeder wollte was machen und keiner kam richtig zum Zug“, lauteten die selbstkritischen Stimmen bei der Auswertung.

„Durch Frust und Schmerzen lernt man am meisten“, resümierte Seminarleiter Ahnert, der die Aufgabe bewusst schwierig gestaltet hatte. „Ein solches Seminar bietet einen geschützten Raum an, in dem die Erfahrungen gemacht und neue Verhaltensweisen trainiert werden können.“

Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass unausgesprochene Störungen auf der Beziehungsebene – etwa Machtkämpfe und unter der Decke schwelende Konflikte – in der Regel nur auf der Sachebene sichtbar werden und eine gute Lösung torpedieren. „Deshalb gilt auf jeden Fall: Beziehungsklärung geht vor Sachklärung“, betonte der Seminarleiter.

Dazu gehören das Wissen um eine verständliche Kommunikation, die Kenntnis von Methoden der Problemlösung, der Gesprächsführung und der Konfliktbearbeitung ebenso wie das Beherrschen unterschiedlicher Führungsstile oder der Umgang mit schwierigen Mitarbeitern. In weiteren Übungen und Rollenspielen wurde herausgefunden, welcher Führungsstil dem Einzelnen entspricht und wie die persönlichen Eigenheiten und vorhandenen Freiräume erkannt und genutzt werden können.

Am Ende der Woche waren die Seminarteilnehmer erschöpft und die Rückmeldungen begeistert: „Der Lerneffekt ist klasse, ich werde viel umsetzen können. Insgesamt war es eine tolle Mischung aus Wissensvermittlung, Gruppenarbeit und praktischen Übungen, außerdem eine wunderbare Kombination aus konzentriertem Arbeiten und Spaß.“

Der zweite Teil des Seminars „Ganzheitlich Führen“ findet vom 7. bis zum 11. Mai in Düsseldorf statt. Die VDI nachrichten werden wieder dabei sein. Weitere Informationen finden Sie im Internet. CHRISTIANE GIBIEC

 

Ein Beitrag von:

  • Christiane Gibiec

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