Kongress

„Die Krise ist männlich“  

Die Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU), Petra Ledendecker, hat am vergangenen Freitag beim Kongress WomenPower im Rahmen der Hannover Messe die gesetzliche Quote für Frauen in Aufsichtsgremien gefordert. „Die Krise ist männlich.“ Wenn mehr Frauen an den entscheidenden Stellen gesessen hätten, wäre es nicht so weit gekommen“, so Ledendecker. VDI nachrichten, Düsseldorf, 30. 4. 09, cha

Ledendecker verwies auf dem Kongress mit dem Motto „Karriere in Zeiten der Globalisierung“ auf das Vorbild Norwegen, wo die Quote von Frauen in Aufsichtsräten bereits seit Januar 2008 auf 40 % festgesetzt wurde. Initiiert wurde das Gesetz im hohen Norden bereits 2003 – unter einer konservativen Regierung, nachdem die jahrelange freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft keine Früchte trug. Das kommt bekannt vor.

Hierzulande klappt es auch nicht mit der Freiwilligkeit. Es gab schon die ein oder andere Frauenministerin, die einen Vorstoß in Richtung gesetzliche Regelung machen wollte, von eigenen männlichen Parteikollegen dann aber doch abgebremst wurde. Da sei an Christine Bergmann erinnert, die vom damaligen Parteigenossen und Bundeskanzler Gerhard Schröder keine Unterstützung erhielt. Nun fordert die SPD zu Wahlkampfzeiten die Quote. Und hat mit Petra Ledendecker in diesem Punkt eine Unterstützerin, wenn auch unfreiwillig, denn sie möchte das Thema nicht als Wahlkampfthema instrumentalisieren lassen: „Die Beteiligung von Frauen an den Entscheidungen der deutschen Wirtschaft darf kein Wahlkampfthema werden, zu dem die SPD es nun machen will, kommentierte sie im März, als die SPD ihr Programm vorstellte.

„Es ist erstaunlich, Shareholder verzichten freiwillig auf Geld“, sagte die Präsidentin des VdU in Hannover und verwies darauf, dass es Gutachten gebe, die bewiesen, dass in Firmen, in denen unter drei Vorständen mindestens eine Frau ist, rund 50 % mehr Gewinn erzielt würde. Viel sei geschrieben und geredet worden über das Jahrhundert der Frauen, aber die Realität sähe anders aus, das belegen die Zahlen – auch die zum Thema Benachteiligung beim Gehalt.

Eine Frau, die es nach oben geschafft habe, „eine klassische Einzelkämpferin, kann nicht viel ausrichten und wird in der männlich dominierten Kultur eher belächelt“, schilderte die Präsidentin. Es sei wichtig, dass Frauen sich vernetzen. „Wir wollen in die Chefetage, nicht nur das Klima im Unternehmen verbessern und kommunikativ sein“, betonte Ledendecker. Vier von fünf Frauen würden sich ständig weiterbilden, zwei Drittel suchten die Herausforderungen. Frauen überschätzten sich nicht so, wie oft Männer, sie gingen vorsichtiger mit Geld um und setzten mehr auf nachhaltige Ziele. Es müsse mehr Rolemodels geben: „Wir müssen auf die Sofas und in die Sessel“, forderte die Präsidentin zu mehr Medienpräsenz auf. Sie selbst war kürzlich Gast in einer Talkshow.

Zwar nicht aufs Sofa, aber auf einen Stuhl in einer interessanten Talkrunde, hatte es Marion Knaths, Autorin und Management-Trainerin, beim WomenPower-Kongress gezogen. „Veränderte Rollenbilder in den Medien und in der Werbung“ war das Thema. Knaths verwies darauf, dass sie Frauen oft in puncto „Wie mache ich mich sichtbar“ berate und ihnen die Sprache der Männerwelt näher bringe. Es gehe dabei nicht darum, die eigene Weiblichkeit zu verleugnen, sondern sich zusätzlich Wissen anzueignen, wie die Männerwelt spielt. Dass Frauen und Männer durch unterschiedliche Sozialisation anders „ticken“, verdeutlichte sie so: Während Mädchen beim Puppenspiel darauf bedacht sind, nett und sympathisch zu wirken, weil sonst kein anderes Mädchen mehr mitspielen will und die soziale Isolation droht, gehe es für Jungs beispielsweise beim Fußballspielen um den Gewinn. Sogar ein Junge, der unsympathisch ist, wird immer wieder aufgestellt, wenn er die Tore macht. Männer würden daher von klein auf andere Mechanismen lernen und mit Konkurrenzsituationen umgehen. Während Beate van den Berg von der Werbeagentur McCann Erickson erklärte, Werbung reagiere nur auf gesellschaftliche Trends, meinte Bascha Mika, Chefredakteurin der taz, und einzige Chefredakteurin einer überregionalen Tageszeitung in Deutschland, dass sie anderer Ansicht sei, Werbung könne Trends setzen.

Einen Trend, der zwar in die Geschichte zurückreicht, aber noch immer aktuell und nicht genügend genutzt ist, setzte auch Managementberaterin und Rechtsanwältin Martina Haas in ihrem Workshop (einem von insgesamt 31 mit insgesamt 800 Teilnehmerinnen) „Mit Networking zum Erfolg – Professionelles Netzwerken“. Sie ermunterte die Teilnehmerinnen, sich aktiv in Netzwerken zu beteiligen und gab Tipps, welche Regeln zu befolgen und welche Kardinalfehler zu vermeiden sind. Zudem wurden in dem Workshop bekannte und eher weniger bekannte Netzwerke vorgestellt. „Frauen unterschätzten oft die Erfolgskomponenten im Beruf. Es sind zu 10 % Leistung, zu 30 % Selbstvermarktung und zu 60 % gute Verbindungen.“ C. HANTROP

www.womenpower-kongress.de

Von C. Hantrop

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