Personalmanagement

Die Firma der Zukunft heißt „Projektteam“  

VDI nachrichten, Berlin, 4. 1. 08, ws – Heute hier, morgen dort. Temporäre Zusammenschlüsse von Unternehmen werden im Jahre 2020 zum Berufsalltag gehören. Ein Beispiel, wie Firmen künftig miteinander arbeiten werden, sei – aller Medienschelte zum Trotz – Toll Collect, meint Zukunftsberater Klaus Burmeister. Einige Unternehmen, unter ihnen auch Mittelständler, befänden sich bereits auf diesem zukunftsweisenden Weg.

Wenn Klaus Burmeister vom Arbeiten im Jahr 2020 spricht, malt er sich den Abbau von Grenzen aus, genauer: den Abbau geschlossener Arbeitsräume: „Das mobile Büro, das heute schon in jedem ICE zu beobachten ist, gibt die Richtung vor, denn Arbeitsplätze lösen sich mehr und mehr von den bislang noch vorherrschenden Büros“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter der Zukunftsberater von „Z_Punkt“ mit Standorten in Essen und Berlin.

Doch damit nicht genug: Auch die Teams werden immer grenzenloser. So haben die Autoren der Studie „Expedition Deutschland“ der Deutschen Bank Research hochgerechnet, dass 2020 bereits 15 % der Wertschöpfung durch die Projektwirtschaft entstehen. „Bei der Projektwirtschaft handelt es sich um Wertschöpfungsprozesse innerhalb organisatorisch wie rechtlich meist eigenständiger und zudem oft temporärer Zusammenschlüsse von Unternehmen und Selbstständigen“, erläutert Stefan Schneider von DB Research.

Solche Kooperationen würden in Zukunft immer wichtiger und seien Garant „für innovative Produkte, die zunehmend auf konvergenter Technik beruhen und schneller und in größerer Zahl auf den Markt gebracht werden können“.

Die Folgen dieser neuen Arbeitswelt werden heute noch stark unterschätzt, ja häufig sogar kritisch beäugt. Ein Beispiel: das Gemeinschaftsunternehmen Toll Collect mit dem Auftrag der elektronischen Erfassung der Lkw-Maut. „Ein gelungenes Beispiel, wie Firmen künftig miteinander arbeiten werden, anstatt sich nur als Konkurrenten zu sehen“, findet Klaus Burmeister, der sich wundert, wie kritisch dieses Projekt von den Medien begleitet wurde: „Hier wurden häufig Fehler und Verzögerungen in den Mittelpunkt gestellt, während die Kooperationsleistung in diesem Umfang kaum gewürdigt wurde.“

Dies erfordert Lernprozesse und Umdenken, auch Rückschritte und kostspielige Erfahrungsprozesse, eine Alternative zu diesem dramatischen Wertewandel im Alltag der Firmen sieht der Zukunftsforscher jedoch nicht.

Unabwendbar ist auch der Anstieg der Weltbevölkerung, den die Vereinten Nationen von derzeit 6,3 Mrd. Menschen auf 8,9 Mrd. im Jahr 2050 schätzen. „Dieses Wachstum geht einher mit einer zunehmenden Abwanderung der Menschen aus dem ländlichen Raum in Städte“, prophezeit Eckehard Foltin.

Der Leiter des Creative Centers im New Business-Bereich von Bayer MaterialScience sieht bereits 2020 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. „Diese urbane Wende vollzieht sich mit zunehmender Geschwindigkeit, sodass neue Wohnlösungen und Überlebensstrategien für ein nachhaltiges Miteinanderleben gefunden werden müssen“, meint der Ingenieur Foltin weiter.

So sieht er Wohnungen als Wellnesstempel voraus, in denen hochwertige Materialen ein angenehmes wie flexibles Leben ermöglichen. Individueller, emotionaler und professioneller soll das Wohnen von morgen werden.

Zudem haben Foltin und sein Team den „VisionWorks Award“ für Nachwuchsdesigner ins Leben gerufen, um mit ihnen einen Blick in die Zukunft dieser neuen Städte zu werfen. Herausgekommen ist zum Beispiel Cocoon X One, ein neuartiges Stadtfahrzeug, das aussieht wie eine Kapsel, die in elliptisch geformten, schwenkbaren Felgen aufgehängt ist oder ein führerloses Minifahrzeug namens Delto, das per Autopilot Fassaden hochklettert.

„Delto könnte als Kurier automatisch Einkaufsware in der Wohnung abliefern“, blickt Foltin voraus. Auch der „sleeping policeman“ hat ihn beeindruckt: Je schneller ein Fahrzeug über die interaktive Barriere fährt, um so mehr verhärtet sich der Werkstoffaufbau und weist so den durchgeschüttelten Fahrer auf seine zu hohe Geschwindigkeit hin.

Unterdessen beobachtet Klaus Burmeister im Internet mit großem Interesse die Vorboten einer völlig veränderten Infrastruktur auch für Unternehmen: Plattformen wie ebay, die in ihrem Windschatten eine Vielzahl neuer Unternehmen und Beschaffungsmöglichkeiten entstehen lassen Skype als Vorbote neuer Kommunikationswege smava.de als neuer Weg der Online-Kreditbeschaffung oder das virtuelle Call-Center Value 5.

„Hier wird die Offenheit für diese neuen Möglichkeiten statt des Festhaltens an Traditionen der Erfolgsfaktor schlechthin in den Unternehmen werden“, glaubt Burmeister.

Während viele große Konzerne wie IBM oder die Telekom bereits reagiert haben, zeigt die neue „Foresight im Mittelstand-Studie“ von Z_Punkt, dass auch viele Mittelständler diese Herausforderung längst angenommen haben: „Auch hier herrscht eine große Offenheit und gerade inhabergeführte Unternehmen haben es aufgrund kurzer Entscheidungswege sogar leichter, wenn der Inhaber selbst Motor dieses Veränderungsprozesses ist.“

Als Beispiele nennt Burmeister die Loewe AG aus Kronach, die auf dem Flatscreenmarkt mit internationalen und wissenschaftlichen Kooperationen Erfolge feiert oder Handyzulieferer Balda aus Bad Oeynhausen, der beim prestigeträchtigen i-phone von Apple den Zuschlag bekam.

Erfolge, die jedoch ihre Zeit brauchen. „Hier muss kräftig an angestammten Pfründen und Hierarchien im Unternehmen gerüttelt werden, was Ängste schafft, und die muss man auch in Zukunft ernst nehmen“, empfiehlt Burmeister.

www.z-punkt.de
www.expeditiondeutschland.de
www.covestro.de

Von Andreas Leimbach

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