Management

Deutsche Manager baden nicht im Geld

Bei den Einkommen ihrer Spitzenkräfte haben deutsche Unternehmen bisher die Globalisierung vergessen. Weltweit übliche, langfristige Anreize wie Aktienoptionen sind hierzulande nahezu unbekannt.

Spitzenmanager in den USA streichen das meiste Geld ein, stellten jetzt die Vergütungsexperten der Frankfurter Unternehmensberatung Towers Perrin in einer weltweiten Gehaltsstudie fest. Bei einem Vergleich der jährlichen Zahlungen können sich die amerikanischen Top-Manager der ersten Führungsebene (meist Vorsitzende der Geschäftsführung) über eine Jahresvergütung von 1,1 Mio. Dollar freuen. Deutsche Manager auf der Ebene eins verdienen dagegen nach der Untersuchung nicht einmal halb soviel. Ihre Bezahlung liegt nach Angaben von Towers Perrin bei 398 000 Dollar, also etwa 716 000 DM. Darin eingeschlossen sind auch variable Gehaltsanteile und Nebenleistungen. Im internationalen Vergleich gehören die deutschen Manager damit zum unteren Drittel. Ähnlich bezahlt wird in Australien (431 000 Dollar), in Japan (420 000 Dollar) und in Südafrika (361 000 Dollar). In den anderen beiden großen EU-Wirtschaftsnationen wird deutlich mehr bezahlt: In Großbritannien verdient ein Chief Executive Officer immerhin 645 000 Dollar, in Frankreich bekommt der Président Directeur Général 520 000 Dollar. Bemerkenswert ist, daß in Deutschland im internationalen Vergleich die variable Vergütung allen Ankündigungen zum Trotz weiterhin eine unbedeutende Rolle spielt. Nur ein Viertel des durchschnittlichen Geschäftsführerlohns ist variabel, hier sind es zudem auch fast ausschließlich Zahlungen, die sich nach dem Quartals- oder Jahresergebnis richten. In Deutschland noch kaum üblich sind langfristige Anreize, die in anderen Ländern meist als Aktienoptionen gegeben werden. Hier spüren die Führenden dann einen warmen Regen, wenn es ihnen gelingt, im Verlauf mehrerer Jahre den Unternehmenswert zu steigern. In den USA ist dieses Instrument am meisten verbreitet. In Zahlen: Von 1,1 Mio. Dollar sind nur 400 000 Dollar fest. Weitere 80 000 Dollar werden in Abhängigkeit vom erreichten Quartals- und Jahreserfolg gezahlt, aber noch einmal 400 000 Dollar bekommt der amerikanische Geschäftsführer, weil er erfolgreich etwas für die Wertsteigerung des Unternehmens getan hat. Dieses Anreizmodell aus den USA mutet demokratischer an als das in Deutschland praktizierte: In Amerika lassen die Shareholder ihren obersten Angestellten an der erreichten Wertsteigerung teilhaben, in Deutschland stecken sich die Eigentümer das Geld selbst in die Tasche. Gegenzurechnen sind allerdings auch folgende Punkte: In den USA wird eine mehr an Ausschüttung orientierte Politik gefahren, in Deutschland dagegen wandert die Wertsteigerung oft gar nicht in die Dividende, sondern in die stillen Reserven, oder sie wird reinvestiert. Außerdem haben amerikanische Spitzenmanager auch ein höheres Arbeitsplatzrisiko – zwar ist die Luft in den Chefetagen überall dünn, doch der Stuhl eines wenig Erfolgreichen steht in den Vereinigten Staaten schneller auf der Straße als in Deutschland. Überraschend hohe Gehälter beziehen Spitzenmanager auch in Brasilien (701 000 Dollar) und Argentinien (655 000 Dollar), in beiden Fällen erheblich mehr als in Deutschland. Die Gründe: Zum einen hat sich auch in diesen Ländern schon das nordamerikanische Modell durchgesetzt. Schließlich gibt es auch dort vom langfristigen Unternehmenserfolg abhängige Komponenten der Bezahlung. Aber es spielen auch noch andere Gründe eine Rolle: Auf dem südamerikanischen Kontinent sind fähige Spitzenkräfte knapper als im Norden, deshalb ist auch ihr Preis höher. Zudem kostet ein angemessener Lebensstandard in Südamerika, wie in allen Schwellenländern, erheblich mehr Geld als in den Industrieländern: Wegen der hohen Kriminalität gegen Vermögende wohnen die Top-Manager meist in umfriedeten, privat bewachten Wohngebieten. Schulen und Ausbildung für die Kinder werden meist privat bezahlt. Zudem müssen die Luxuskonsumenten in Weichwährungsländern viele Einfuhrprodukte teuer bezahlen. Auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsführung sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern weniger groß. Beispiel: Ebene zwei, Bezahlung eines Personaldirektors. Gesamtbezüge in Deutschland in dieser Funktion: 168 000 Dollar, umgerechnet 302 000 DM. Der amerikanische Kollege bekommt 227 000 Dollar. Der variable Anteil liegt bei mehr als 30 % und damit deutlich höher als in Deutschland. Weitere Vergleichswerte: Frankreich 221 000 Dollar, Großbritannien 232 000 Dollar. Auch hier finden sich die Deutschen also nicht in der Spitzengruppe. AXEL GLOGER Über recht hohe Einkommen können sich Manager in Großbritannien und in den USA freuen. Ihre deutschen Kollegen haben das Nachsehen, wie Fusionen großer Unternehmen immer wieder beweisen. Foto: Zefa Das Basiseinkommen von Top-Führungskräften spielt in den meisten großen Industrieländern bei der Gesamtvergütung eine immer kleinere Rolle.

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