Management

Der weise Souffleur des modernen Managements

Der Wahl-Amerikaner hält immer noch Vorträge, schreibt Aufsätze und lehrt an der Claremont University bei Los Angeles.

Ein reiner Baukonzern ist Bilfinger Berger längst nicht mehr. Das Management des Unternehmens erkannte früh: Mit Beton allein ist immer weniger Geld zu verdienen. Der Baumarkt schrumpft seit Jahren. Deshalb setzt Bilfinger heute auf das Rezept „Produkt plus Service“: Den Kunden wird nicht nur der Bau angeboten, sondern auch Betrieb, Wartung und Pflege des Gebäudes. Damit steht das Mannheimer Unternehmen heute besser da als die Konkurrenz, die nur baut.
Die Vorlage für diese Strategie lieferte Peter Drucker. Wie viele andere Unternehmen, General Electric etwa, wendet der Baukonzern Druckers Konzept an: „Wenn das Produkt allein zu wenig einbringt, verkaufe Service dazu.“ Damit hat sich eine Idee des kalifornischen Management-Denkers durchgesetzt – wieder einmal. Denn Drucker ist der Souffleur des modernen Managements. Was der Buchautor heute ausdenkt, ist morgen verbreitete Praxis in den Unternehmen, und das seit sechs Jahrzehnten: Am 19. November wurde der geistige Vater der Management-Lehre 95 Jahre.
Noch immer verfügt Drucker über eine nicht nachlassende geistige Energie. „Weiser Mann, junges Denken“, beschreibt Peter Paschek von Delta Management Consultants, Berlin, seinen langjährigen Freund. Nach wie vor hält Drucker Vorträge, per Video-Übertragung, schreibt Aufsätze und lehrt – der Mann ist seit 1972 Professor an der Claremont University bei Los Angeles. Sein Einfluss auf die Management-Welt ist auch heute noch ungebrochen.
Ein Beispiel: Wenn die Lufthansa heute ihre Nicht-Airline-Geschäfte verkauft, dann geht auch dieses Vorgehen auf eine Vorlage Peter Druckers zurück. Der Luftfahrtkonzern trennt sich etwa von der Flughafen-Gastronomie, den Autobahn-Raststätten und dem Partyservice. Als hätte es Wolfgang Mayrhuber, der LH-Chef, bei Drucker nachgelesen: „Wer sich verzettelt, erwirtschaftet keine Ergebnisse. Ressourcen können nur produktiv sein, wenn sie konzentriert werden“, schrieb der amerikanische Management-Denker. Sein Buch „Management in turbulent Times“, gedruckt vor 25 Jahren, ist die Vorlage für die Kernkompetenz-Strategen von heute. Wie immer hatte Drucker schon damals die richtige Vorahnung: RWE, Bertelsmann, Volkswagen, Lufthansa – reihenweise trimmen sich die Konzerne heute auf ihr Stammgeschäft.
Mit seinen Einsichten führt der 30-fache Buchautor immer noch die Liga der Gurus an. In den einschlägigen Hitlisten steht Drucker auf Platz eins. Beispiele: Das New-Economy Blatt „Business 2.0“ vergab 2001 Sterne. Fünf-Sterne-Status bekam als Einziger auf der Liste Peter Drucker. Michael Porter, der Strategie-Experte von der Harvard-Universität, erhielt vier Sterne, Tom Peters, der Autor von „In Search of Excellence“ (deutsch: „Auf der Suche nach Spitzenleistungen“), drei. Ein anderes Ranking bestätigt das. Die Zeitschrift „Harvard Business Review“ befragte 2003 Management-Denker in aller Welt nach ihren Vorbildern. Auch in dieser Studie landete Drucker auf Platz eins.
Warum dieser große Einfluss? „Er ist einer der letzten Universalgelehrten“, beschreibt Hermann Simon, Chairman von Simon, Kucher & Partners, einer Unternehmensberatung in Bonn, die besondere Stellung Peter Druckers.
Der Strom seiner Bücher begann Ende der dreißiger Jahre mit Titeln wie „Concept of the Corporation“ und „The End of Economic Man“. Seine Werke sind in alle wichtigen Sprachen der Welt übersetzt in Millionen-Auflagen verbreitet worden. Den weit reichende Einfluss Druckers zeigt eines seiner neuesten Werke, „Management im 21. Jahrhundert“ (Econ Verlag). Es kam 1999 nicht nur in Deutsch und Englisch auf den Markt – sondern erschien auch in den USA, Japan, Korea, Taiwan, China, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Frankreich, Spanien, Portugal und Israel.
Das Buch ist zu Recht ein Schwergewicht. Denn hier schreibt er dem Management die Themen auf die Agenda, die heute alle bewegen: Gesellschaft und Märkte altern. Angestellten-Arbeit muss künftig produktiver werden. Wertschöpfung erzielt das Unternehmen der Zukunft nur durch überlegenes Know-how. Damit bestätigt Peter Drucker die ihm zugedachte Rolle: Er ist der Vorreiter aller anderen Management-Denker. Drucker lebt heute mit seiner Frau Doris in Claremont, Kalifornien. AXEL GLOGER

Von Axel Gloger

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