Personalmanagement

Der Moderator aus dem Sauerland

Der neue Arbeitgeberpräsident in NRW hält den Flächentarif für reformbedürftig, will ihn aber nicht gleich komplett entsorgen, sondern „an vielen Stellen entrümpeln“.

Für den neuen Arbeitgeberpräsidenten von NRW, der in diesem Monat die Nachfolge von Dr. Jochen F. Kirchhoff (77) antrat, sind Forderungen nach einer 50-Stunden-Woche „Exzesse“ und daher nicht zielführend. Horst-Werner Maier-Hunke (66) gibt sich in Zeiten, in denen sich Arbeitgeberverbände mit Vorschlägen zu unbezahlter Mehrarbeit, Kürzung des Jahresurlaubs und Streichen von Feiertagen nahezu überbieten, moderat.
Der Iserlohner Unternehmer, in dessen Betrieben der Durable Hunke & Jochheim GmbH 600 Mitarbeiter Artikel für den Bürobedarf produzieren, hält am bestehenden Flächentarifvertrag fest gleichwohl hält er ihn für dringend reformbedürftig. Viele Mittelständler würden den Tarif mit einer 35-Stunden-Woche auf Dauer nicht überleben können, gibt sich Maier-Hunke sicher. Deshalb müsse man den Vertrag aber nicht gleich ganz wegwerfen man könne ihn an vielen Stellen entrümpeln – beispielsweise bei den freien Tagen für Umzüge. Aber schließlich gibt er zu bedenken, dass „wir Unternehmer diese Verträge mit verbrochen haben“.
Trotz seiner Kritik am bestehenden Tarifrecht ist Maier-Hunke die verbale Radikalität vieler Arbeitgeber-Funktionäre fremd. Der aktive Unternehmer erklärt, dass ihm bei seinem Handeln auch eine soziale Komponente wichtig ist – eine Erfahrung, die er aus seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Nepal mitgenommen hat. Die pauschale Einführung der 40-Stunden-Woche? „Würde ich die 40-Stunden-Woche in meinem Betrieb einführen, müsste ich Leute entlassen“, sagt er, weil nicht genug Arbeit für alle da wäre. Abschied vom Gehaltstarif und Wechsel in den OT(Ohne-Tarif)-Bereich, in dem er bis zu 15 % weniger zahlen könnte? „Dafür möchte ich meinen Leuten nicht in die Augen sehen müssen“, so Maier-Hunke. In seinen Betrieben arbeiten viele allein erziehende Frauen. Bei deren Einkommen in Lohngruppe 3 „kann man mit Lohnkürzung nicht arbeiten, da bleibt am Monatsende ohnehin nichts übrig“.
Natürlich kann sich der Iserlohner nicht dem Markt und der Globalisierung entziehen. Er hat vom früheren VEB Robotron ein Werk in Ostdeutschland übernommen, in Warschau produziert er seit diesem Jahr. Die Mitarbeiter sind dort „qualifiziert und fleißig“, die Lohnkosten betragen rund 10 % von denen in Iserlohn. Warum er trotzdem in der Heimat bleibt? „Es gilt, Arbeitsplätze in Deutschland so lange wie möglich zu erhalten, bis etwas Neues kommt.“ In fünf Jahren, da ist Maier-Hunke sicher, wird die deutsche Wirtschaft unter Nachwuchsmangel leiden und zu wenig Lehrlinge finden.
Die Einigung für die Handy-Werke von Siemens in Kamp-Lintfort und Bocholt hat den Arbeitgeber-Präsidenten „gefreut“. Er sieht sie aber als Insel- und nicht als Branchenlösung. Gefreut hat es ihn nicht wegen der dort für zwei Jahre vereinbarten 40-Stunden-Woche, wie Maier-Hunke betont, sondern weil dort Arbeit für Un- und Angelernte gerettet worden ist: „Auch Zeitgewinn ist ein Teil der Lösung“.
MARTIN ROTHENBERG

Von Martin Rothenberg

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