Management

Der Mittelstand gibt Geschäftsprozesse nur selten aus der Hand

Bereits vor Jahren haben IT-Konzerne, Marktforscher und Berater den Markt der Auslagerung von Geschäftsprozessen in großem Stil prophezeit. Doch der angekündigte Hype blieb aus, denn Unternehmen tun sich schwer, ihre Geschäftsdaten externen Dienstleistern zu überlassen.

Vorhersagen sind schwierig – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Wie recht der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hatte, zeigt sich an dem einst hochgejubelten Markt der Auslagerung von Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing, BPO). Dessen Wachstum bleibt nämlich in Deutschland so stark hinter den vollmundigen Prognosen zurück, dass sich die Marktanalysten schwer tun, das Ausbleiben des angekündigten Hypes plausibel zu begründen. Dabei ist es ganz einfach: Viele Unternehmen trauen sich einfach nicht, die Verarbeitung ihrer Geschäftsdaten und womöglich ganze Prozessketten aus der Hand zu geben. Allzu groß ist die Sorge, die externen Dienstleister könnten Daten vertauschen, verschlampen, verkaufen oder sonstige Böcke schießen.

Während das Kostensenkung versprechende Business Process Outsourcing – insbesondere in der Darreichungsform Offshoring, also der Verarbeitung der Daten in Schwellenländern wie Indien, Russland, Brasilien und China – von den angelsächsischen Ländern begeistert angenommen wurde, schleppt es sich in Deutschland lustlos dahin. Im laufenden Jahr soll es nach Angaben des Branchenverbands Bitkom um 4,5 % auf 6,3 Mrd. € wachsen. Damit wäre das Vorkrisenniveau leicht überschritten. Karsten Leclerque von Pierre Audoin Consultants in München zieht diese Zahlen allerdings in Zweifel. Das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen sieht das Marktvolumen für BPO nur bei rund 2 Mrd. €.

Allein der enorme Unterschied dieser beiden Vorhersagen macht deutlich, in welchen Nebel das Business Process Outsourcing gehüllt ist. „Der Markt wächst“, sagt Karsten Leclerque, „aber nicht so stark, wie es vor fünf oder zehn Jahren erwartet wurde. Der Markt liegt im Verborgenen, und die Unternehmen sind doppelt vorsichtig: zum einen, sich ihm zu nähern, zum anderen, über ihre bereits eingeleiteten Aktivitäten zu sprechen.“

Den Marktanalytikern von Lünendonk zufolge lagerten insbesondere Großunternehmen und Konzerne IT-Dienstleistungen und Geschäftsprozesse aus. „Inhabergeführte Unternehmen zeigen sich allerdings wenig gewillt, einem Dienstleister strategische Unternehmensbereiche anzuvertrauen“, erklärt Thomas Lünendonk. Das Outsourcen kompletter Geschäftsprozesse werde bis 2015 noch keine starke Rolle spielen.

Sören Dreßler, Gründer des Berliner Offshoring Institute, schätzt das derzeit von deutschen Unternehmen in die BRIC-Staaten verlagerte Auftragsvolumen auf knapp 2 Mrd. €. Das sei allerdings nur ein Bruchteil des outsourcingfähigen Volumens. Allein für die Back-Office-Prozesse HR, Finanzen und Rechnungswesen sowie die Beschaffung sieht er ein Auslagerungspotenzial von bis zu 33 Mrd. €. „BPO ist kein Tabu-Thema mehr, die Wenigsten sind aber mutig genug, um den Schritt zu wagen und tatsächlich BPO-Verträge abzuschließen“, sagt der Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. „Unternehmen geben nur ungern Verantwortung ab aus Angst, die Kontrolle über das eigene Geschäft zu verlieren. Angloamerikanische Unternehmen sind schon einen Schritt voraus und stellen sich nicht mehr nur die Frage, was ausgelagert werden könnte, sondern, was nicht ausgelagert werden sollte.“

Vineet Nayar, CEO des indischen IT-Dienstleisters HCL und diesjähriger Preisträger des auf der CeBIT vergebenen „Leadership in the Digital Age Award“, sprüht vor Selbstbewusstsein. „Das Wachstum der Welt kommt aus den Schwellenländern“, sagte er im letzten November und begründete das mit den veränderten Kostenstrukturen in einer globalisierten Welt. Doch Kosteneinsparungen, das zeigt die Zurückhaltung der deutschen Unternehmen beim BPO, sind offensichtlich doch nicht alles. Nayar scheint das zu wissen: „Was früher ein Erfolgsfaktor von Indien war, ist heute keiner mehr. Wir müssen den Wert unserer Leistungen steigern.“

CHRISTINE DEMMER

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