Management

Der Höhepunkt auf dem M&A-Markt ist überschritten

Die Finanzmarktkrise hat, wie Carsten Burger von Close Brothers im folgenden Beitrag schreibt, auch den Markt für Fusionen und Übernahmen in Mitleidenschaft gezogen. Denn die Handlungsfähigkeit der Finanzinvestoren ist stark eingeschränkt; viele Strategen halten sich mit Käufen zurück. Das widerum drückt die Preise

Thomson Financial berichtet, dass im Zeitraum Januar bis November 2008 weltweit Unternehmensverkäufe mit einem Transaktionswert von etwas mehr als 1,7 Billionen € angekündigt wurden. Dies entspricht einem Rückgang um nahezu 45 %, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auffallend ist, dass die Anzahl der Transaktionen nur um 9 % abgenommen hat. Diese Entwicklung – hin zu durchschnittlich kleineren Transaktionen – zeigt, dass die Finanzierung von Mega-Transaktionen zunehmend schwieriger geworden ist.

Erste angekündigte Deals werden wieder abgesagt, wie etwa die Übernahme von Rio Tinto durch die australisch-britische BHP Billiton für geplante 114 Mrd. €. BHP nennt die Finanzkrise und fallende Rohstoffpreise als Gründe.

Und so sieht es in den einzelnen Branchen aus:

Automobil

Die Automobilhersteller sowie deren Zulieferer kämpften in den ersten elf Monaten 2008 neben einem generell schwachen Absatz auf dem Heimatmarkt mit einer zusätzlich sinkenden Nachfrage in wichtigen Exportländern, allen voran in den USA. Während Chrysler, Ford und GM milliardenschwere Rettungspakete erhalten, haben die deutschen Hersteller damit begonnen, Werksferien zu verlängern und Kurzarbeit anzumelden. Bei den seit Langem mit geringen Margen operierenden Zulieferern haben erste Unternehmen, wie TMD Friction, bereits Insolvenz angemeldet.

Neben der spektakulären Übernahme der börsennotierten Continental durch Schaeffler gab es trotz des schwierigen Umfelds auch Transaktionen im Zulieferbereich bei Unternehmen mittlerer Größe.

Peguform, Hersteller von Kunststoffformteilen für Interieur und Exterieur, wurde von Polytec übernommen. SAF Holland, Produzent von LKW Achs- und Federungssystemen sowie Sattel- und Anhängerkupplungen, akquirierte die Georg Fischer Verkehrstechnik.

Chemie

Hier kamen zwischen Januar und November 2008 vorwiegend strategische Käufer zum Zug. Der niederländische Farben- und Chemiekonzern Akzo Nobel hat im Mai angekündigt, das Kieselsole-Geschäft von H.C. Starck übernehmen zu wollen, um seinen Geschäftsbereich Papierchemikalien zu stärken. Trotz des kurzfristig unsicheren Konjunkturausblicks sehen große Chemiekonzerne die Spezialchemiebranche weiterhin als lohnendes Investitionsobjekt. So ist auch die im September angekündigte Übernahme des Schweizer Spezialchemiekonzerns Ciba durch die BASF für 3,5 Mrd. € zu sehen. Durch die Transaktion erwartet BASF jährliche Synergien von 5 % des Ciba-Umsatzes, der sich zuletzt auf 4,3 Mrd. € belief.

Energie

Eine der größten Transaktionen mit deutscher Beteiligung war die angekündigte Übernahme des Solarzellenherstellers Ersol durch Bosch. Die Meldung kam just in dem Moment, als die Bundesregierung ankündigte, die Förderung für Solaranlagen nicht so stark wie erwartet zu kürzen. Durch die Akquisition will Bosch sein Geschäft im Bereich regenerativer Energien stärken und in Richtung Photovoltaik ausbauen.

Die Solarindustrie ist eine Boombranche mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten. An diesem Wachstum möchten auch die großen Industriekonzerne partizipieren und drängen in dieses Feld. Die Übernahme der Mehrheit an Ersol durch Bosch hätte eine beginnende Konsolidierung in der Branche einläuten können. Allerdings haben sich auch für erneuerbare Energieprojekte die Finanzierungsbedingungen substanziell verschlechtert, und der Ausblick für die Industrie hat sich eingetrübt. Dies stellt insbesondere kleinere Unternehmen, die kaum Größenvorteile in der Produktion und beim Vertrieb erzielen können, vor eine Herausforderung. Der betriebswirtschaftliche Grund für eine Übernahme wird insbesondere im Zugang zu neuer Technologie und Märkten zu finden sein. Da dies nur auf einen geringeren Teil der Anbieter zutrifft, ist im Solarbereich langfristig eher mit einer natürlichen Auslese der Anbieter als einer durch Fusionen und Übernahmen getriebenen Konsolidierung zu rechnen.

Maschinenbau

Nach dem Rekordjahr 2007 hatte die stark vom Export abhängige Maschinenbauindustrie in 2008 mit einem rückläufigen Neugeschäft und Auftragsstornierungen zu kämpfen. Auch wenn sich die Situation an den Rohstoffmärkten entspannt und der Euro seinen Höhenflug beendet hat, blicken die Hersteller der zyklischen Industrie einer ungewissen Zukunft entgegen. Dennoch gab es strategisch getriebene Transaktionen. So erwarb die auf Produktionslinien für Solarzellen fokussierte Centrotherm Photovoltaics die Michael Glatt Maschinenbau, ein auf den Spezial-Apparate- und Behälterbau fokussiertes Unternehmen für einen einstelligen Millionenbetrag. Mit der Akquisition ergänzt Centrotherm das Leistungsspektrum im Bereich Solarsilizium, sichert sich Fertigungskapazitäten und Erfahrung für technische Entwicklungen – und erreicht eine größere Fertigungstiefe.

Ausblick

Der große M&A-Boom ist zwar erst einmal beendet, langfristig bleibt der Verkauf eines Unternehmens an einen strategischen Partner oder Finanzinvestor aber in vielen Situationen eine realistische Option. Dies trifft insbesondere auf mittelständische Unternehmen zu, die weiterhin vor einer ungeklärten Nachfolgeregelung stehen oder in finanziellen Schwierigkeiten stecken. CARSTEN BURGER

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