Management 25.07.2003, 18:26 Uhr

Das hohe C des Managements

Auch der spannendste und lehrreichste Inhalt eines Vortrags verpufft, wenn die Stimme ihre Zuhörer nicht erreicht. Ein Sonthofener Opernsänger bringt Managern die richtigen Töne bei.

Warum kann ein Baby so lange schreien? Mit dieser Frage, die sich genervte Mütter ständig stellen, sollten sich auch Manager befassen. Denn es ist Strategie: So gewinnen Babys die Aufmerksamkeit der Mutter – ihres wichtigsten Zuhörers. Auch Manager, Referenten, alle, die viel reden müssen, sollten ihre Stimme strategisch einsetzen. Voraussetzung allerdings ist eine geschulte, angenehme Aussprache. Die Stimme ist unverwechselbar wie die Person, der sie gehört. Wer seine Stimme trainiert, bleibt im Gedächtnis des Gesprächspartners. Eine monotone Stimme wird vergessen – und auch das, was sie sagt.
Stimmtraining ist ein Konzept, das der Opernsänger und Stimmbildner Fritz Gschwendtner und der Unternehmensberater Gerhard Pleil im Allgäu gemeinsam entwickelt haben. Sie sehen die Stimme als Grundlage des beruflichen und privaten Erfolgs. „In den 35 Jahren meiner Beratertätigkeit habe ich beobachtet, dass sich nicht unbedingt die Person mit den besten Argumenten, sondern die mit der überzeugendsten Stimme durchsetzt vorausgesetzt, es sind gleichrangige Zuhörer in der Runde, sonst entscheidet meist die Hierarchie“, weiß Gerhard Pleil.
Die Stimme kann nicht lügen, sind sich Gschwendtner und Pleil sicher. Aber sie kann geschult werden und dadurch an Überzeugungskraft gewinnen. „Wir wollen keine Konkurrenz aufbauen zu den üblichen Seminaren, die Tricks und Kniffe vermitteln, die oft nicht mit der Persönlichkeit übereinstimmen und daher gekünstelt wirken. Wir wollen in unserem Seminar die natürliche, unverfälschte Stimme erweitern, nichts Künstliches aufzwängen“, erläutert Pleil. Die Körpersprache könne manipuliert werden, nicht aber die Stimme.
Das Seminar ist in erster Linie keine Stimmbildung (auch wenn dieser wichtige Faktor nicht übergangen wird), sondern legt größeren Wert auf Stimmwahrnehmung und Stimmeinsatz. Zielgruppe sind Manager und Nachwuchskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung. Das Seminar richtet sich an alle, die viel reden müssen, die sich bei Vorträgen unsicher fühlen, und bei denen häufig die Stimme versagt oder bei denen Räuspern und Röcheln, Nuscheln und Stottern den Redefluss ersticken. Pleil: „Weiß der Redner, dass er sich auf die Stimme verlassen kann, klingt diese ruhiger und sinnlicher.“ Hörer, die sich bislang gelangweilt abdrehten, bleiben am Ball.
Das weiß auch Fritz Gschwendtner, der unter anderem an den Städtischen Bühnen Augsburg und im Chor des Bayerischen Rundfunks sang, aus langjähriger Erfahrung. Nicht nur angehenden Opernsängern schliff er die Stimme, auch Bürgermeistern, die auf Festen, im Wahlkampf und im Gemeinderat um Gehör baten, brachte er den guten Ton bei. Der 57-Jährige traf dabei auf ein immer wieder auftretendes Problem: Ohne Mikrofon ist die ungeschulte Stimme zu leise, mit Mikrofon zu laut. Das lässt sich noch gut in den Griff kriegen. Schwieriger ist es, wenn „es um die zwei Kontrapunkte Entspannen und Anspannen geht.“ Den meisten Stress geplagten Managern falle es schwer, abzuschalten, um sich in wohliger Entspannung vollends auf ihre Atmung zu konzentrieren.
Die Stimme entscheidet nicht nur über Sympathie und Antipathie, sondern auch über Glaubwürdigkeit. Die weichen Faktoren einer Rede gehen auch hart gesottenen Managern unter die Haut. Diese emotionale Seite versucht Gschwendtner auch beim sachlichsten Seminarteilnehmer zum Klingen zu bringen. Aus einer schlappen Stimme lässt sich zwar nicht innerhalb weniger Stunden das Organ eines Carusos zaubern, ein Tag aber reicht, um erstaunliche Fortschritte zu erzielen. In Gruppen von fünf bis zwölf Teilnehmern werden Aspekte wie Atemtechnik, richtiger Stimmsitz, Wirkung von Stimme oder Akustikprobleme theoretisch und praktisch behandelt. Das Konzept trägt der schlechten wirtschaftlichen Situation Rechnung und ist als Inhouse-Schulung angelegt.
Zur Auflockerung und Motivation eines jeden Seminars gibt Opernsänger Fritz Gschwendtner gerne ein „O sole mio“ zum Besten. „Eine meiner leichtesten Übungen.“
MARIA MAGDALENA HELD/ws
Weitere Informationen zu den Seminaren von Fritz Gschwendtner gibt es bei Gerhard Pleil,
Tel. 08378 / 932686, pmi.consult@t-online.de

Ein Beitrag von:

  • Maria Magdalena Held

  • Wolfgang Schmitz

    Wolfgang Schmitz

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Bildung, Karriere, Management, Gesellschaft

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