Führung

„Das macht die Arbeit ein Stück familiärer“  

Die Position des Personalvorstandes gibt es beim Maschinenbau-Konzern MAN seit Mitte 2009. Amtsinhaber Jörg Schwitalla erläutert im Interview mit den VDI nachrichten, wie er Mitarbeiter und Führungskräfte weiterentwickeln will. VDI nachrichten, Bonn, 9. 4. 10, cha

Jörg Schwitalla: Wir nutzen sie als konzernweite Plattform, die Führungskräfte aus allen Ländern und allen Business-Units sollten hier miteinander kommunizieren. Wir liefern über das Programm der MAN Executive Academy fachlich hochwertige Inputs. Die Anlässe leisten einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung, sie stärken den Esprit de Corps und ermöglichen den Schulterschluss zwischen Vorstand und Führungskräften. Speziell Letzteres ist mir ein wichtiger Punkt, denn die oberste Führungsebene sollte immer eine Verankerung im operativen Geschäft haben.

Die Vorgesetzten sollen ja nicht im fernen Olymp schweben. Wie wird der Kontakt zwischen der Führung und den operativen Einheiten verankert?

Vorstand und Führungskräfte diskutieren gemeinsam die Strategie. Anschließend können die Führungskräfte mit einer klaren Agenda in ihren Geschäftsbereich zurückgehen. Beim nächsten Treffen, das vielleicht sechs bis acht Wochen später stattfindet, können sich die Beteiligten gemeinsam das Erreichte ansehen und noch offene Punkte aufgreifen. Nicht gering zu schätzen ist darüber hinaus auch die informelle Verknüpfung. Der Gemeinschaftsgeist entsteht nicht so sehr durch offizielle Termine, sondern durch die Gespräche abends am Kamin. Man lernt sich kennen, das macht die Arbeit ein Stück familiärer.

MAN ist ein Unternehmen im Auf- und Umbruch. Auch die Weiterbildung trägt dazu bei. Wer liefert die Inhalte für die Kurse, Trainings und Seminare?

Wenn wir uns das große Bild ansehen, die Weiterbildung für alle Mitarbeiter, dann zeigt sich: Wir bieten eine große Fülle von Themen. Das Angebot reicht vom Führerschein für den Palettengreifer bis zum Top-Management-Seminar. Für viele Themen können wir interne Trainer einsetzen, weil unsere eigenen Mitarbeiter das beste Wissen haben. Aber wir decken bei Weitem nicht alles selbst ab, das wäre unwirtschaftlich. Zu Führungsthemen zum Beispiel setzen wir auch externe Trainer ein, überdies verfügen wir über Kontakte zu 70 Hochschulen.

Darunter befindet sich auch ein Programm mit der Business School der Oxford University, das Sie für Ihre Führungskräfte anbieten. Warum machen Sie das firmenintern – wollen Sie nur im eigenen Saft kochen?

Ich will nicht, dass jemand nach draußen geht, da bekommt er irgendwas, aber sicher nicht genau das, was wir für unsere Zwecke brauchen. Wenn es um Führung und Strategie geht, haben aus meiner Sicht firmenbezogene Seminare einen klaren Vorteil gegenüber offenen Seminaren. Das Programm mit Oxford haben wir selbst designt, es ist genau auf unseren Bedarf abgestellt. Die Themen, die dort bedient werden, sind konzernspezifisch, die gehören nicht in die Öffentlichkeit eines Seminars, das für jedermann zugänglich ist. Schließlich geht es hier auch um unseren Vorsprung am Markt.

Auf diese Weise wirksam vermittelte Inhalte scheinen bei MAN einen hohen Stellenwert zu haben. Wenn wir uns dem großen Bild zuwenden – welchen Stellenwert hat aus Ihrer Sicht das Lernen von Berufstätigen in Zukunft?

Wir erleben derzeit eine Gewichtsverschiebung, die sich fortsetzen wird. Mitarbeiter lernen nicht nur einmal am Anfang ihres Berufslebens; das berufsbegleitende Lernen wird immer wichtiger. Hier darf sich nicht nur das Unternehmen in die Pflicht nehmen lassen, auch der Mitarbeiter muss sich kümmern. Die Aufgabe lautet: Fitness erwerben für ein Berufsleben, das 40 Jahre dauert. Natürlich kann das Unternehmen hier Angebote machen, aber es kommt entscheidend auch darauf an, dass Mitarbeiter sich selbst in die Pflicht nehmen, damit sie immer noch ein Stück weiterkommen. Jeder Mitarbeiter sollte sich die Frage stellen: ¿Was kann ich tun, um in Zukunft für Firmen interessant zu sein?¿ …

.. also gelebte Employability?

Genau! Jeder hat seine eigene Verantwortung. Die Berufswege werden auch in Zukunft sehr divers sein. Die Menschen werden mobiler, die Unternehmen auch. Niemand sollte sein Berufsleben an nur einem Arbeitgeber ausrichten, damit begäbe man sich in eine riesige Abhängigkeit. Jeder sollte in der Lage sein, sich durch gezieltes Weiterlernen Alternativen aufzubauen. Für die einen ist das der Buchhaltungskurs, für andere der berufsbegleitende MBA oder ein Fernstudium. AXEL GLOGER

Von Axel Gloger

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