Personalmanagement

Damit Kollege X und Kollegin Y auch als Mama und Papa brillieren  

VDI nachrichten, Hamburg, 30. 3. 07, cha – Für viele Frauen und Männer in Deutschland sind die zwei „K“, Kind und Karriere, immer noch schwer zu vereinbaren. Seit Anfang des Jahres bietet die Bundesregierung Eltern, die für ihren Sprössling eine Baby-Pause einlegen, bis zu 1800 € Unterstützung monatlich. Erlebt die Republik jetzt einen Baby-Boom? Wohl nicht. Denn die meisten Unternehmen ziehen nicht wirklich mit, einige schaffen es aber, gute Konzepte für Mitarbeiter anzubieten.

Problematisch ist oft der Wiedereinstieg in den Job. Aus Angst vor einem Karriereknick verzichten immer noch viele Berufstätige auf Nachwuchs. Demographisch gesehen ist das ein großes Problem: Die deutsche Bevölkerung altert und schrumpft zugleich – das hat gravierende Folgen für die Arbeitswelt. Den Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zufolge wird im Jahr 2020 ungefähr jeder dritte potenzielle Erwerbstätige über 50 Jahre alt sein. Folge: Die Unternehmen werden ihre Angestellten länger beschäftigen müssen als früher. Und sie werden sich mehr anstrengen müssen, die Besten und Qualifiziertesten anzuwerben und zu halten.

Deswegen kümmern sich viele Großunternehmen – und auch einige kleinere – heute schon um das familiäre Wohl ihrer Mitarbeiter. Diese Firmen werden „demographieschlaue“ Unternehmen genannt. Work-Life-Balance heißt das Zauberwort – dazu gehören Teilzeit-Angebote, Telearbeit von zu Hause aus, Betriebskindergärten, flexible Arbeitszeiten und vieles mehr.

Ein Blick in die deutsche Unternehmenskultur: Bei Shell Deutschland Oil kümmern sich die Verantwortlichen intensiv darum, dass Mütter und Väter auch während der Elternzeit eng mit ihrem Arbeitsumfeld in Verbindung bleiben. Um während der Babypause auf unternehmensrelevante Informationen zugreifen zu können, richtet der Energiekonzern Müttern und Vätern zu Hause einen Intranetzugang ein. „Mitarbeiter in Elternzeit bleiben für uns Kollegen erster Klasse“, versichert Katja Kohl, Personalentwicklung bei Shell. Hinzu kommen berufliche Weiterbildungen und Info-Veranstaltungen für Elternzeitler. Seit kurzem gibt es auch einen Wiedereinstiegskurs zur intensiven Vorbereitung auf den Job. Senger: „Bei Bedarf prüfen wir, ob ein Telearbeitsplatz in den eigenen vier Wänden der Familie möglich ist. Mithilfe eines Familienservices suchen wir nach geeigneten Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder.“

Ähnliche Angebote gibt es auch bei der Allianz in München. Außerdem haben sich hier Eltern zusammengetan, um eigene Vorschläge zu machen. So entstand der Verein Kinderfan. Dieser betreibt eine Kinderkrippe – unterstützt von der Allianz, der Stadt München und Beiträgen der Eltern. Davon profitieren auch Andrea Stefan, ihr Mann und Töchterchen Helena. Zwei Tage die Woche wird Helena in der Krippe versorgt, damit Mama im Büro arbeiten kann. Die übrige Zeit arbeitet Andrea Stefan von zu Hause aus. Mit der Allianz hat sie eine 80-Prozent-Stelle vereinbart. „Ich könnte gar nicht arbeiten gehen, wenn es diese Regelungen nicht gäbe. Wir haben keine Oma, die sich kümmern kann, keine Geschwister, die Helena dauerhaft betreuen“, bestätigt die Referentin für internationale Rückversicherungen.

Der Heimarbeitsplatz ist für viele berufstätige Eltern der Schlüssel für einen problemlosen Widereinstieg nach der Babypause. Viele Unternehmen haben diesen Trend erkannt. „Die mobile Telearbeit hat sich in Deutschland in den letzten drei Jahren verdoppelt“, bestätigt Verena Müller, Unternehmenssprecherin bei DaimlerChrysler in Stuttgart. Bei dem Automobilkonzern arbeiten mehr als 5 % der Angestellten in Teilzeit. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Gleitzeitregelungen, Jobsharing und Sabbatjahre für Mütter und Väter. Außerdem stehen für die Kids zwei Betriebskindergärten mit mehr als 150 Plätzen zur Verfügung. „Geplant sind 300 bis 350 Krippenplätze im ganzen Bundesgebiet“, sagt Verena Müller.

Beim Finanzdienstleister Skandia gehören Kinder zum Alltagsbild. Es kommt schon mal vor, dass Kollegen ihren Nachwuchs mit ins Büro bringen. Bei der Skandia in Berlin ist das ein Teil der Unternehmensphilosophie. Deshalb kürte die Unternehmensberatung Hewitt Associates die Skandia zum attraktivsten Arbeitgeber im deutschsprachigen Raum. „Junge Frauen müssen Karriere und Mutterschaft problemlos vereinbaren können“, erklärt Personalchef Klaus Vogel. „Das ist ein Indikator für eine starke Unternehmenskultur. Neben arbeitsrechtlichen Regelungen bieten wir jungen Eltern individuelle Teilzeitarbeitsmodelle und die Einrichtung eines Home Office.“

Doch es sind nicht nur die Großunternehmen, die an die nächste Generation denken. Auch Mittelständler haben die Zeichen der Zeit erkannt. Davon profitiert die Marketing-Expertin Claudia Zuther – und ihr Nachwuchs. Auch ihr Arbeitgeber, der Softwarespezialist Matrix42 in Neu-Isenburg, sieht die Vorteile: „Indem wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, von zu Hause aus zu arbeiten, können wir qualifizierte Kollegen halten, E-Mail macht“s möglich“, sagt Alexandre Blumenthal, der Vorgesetzte von Claudia Zuther. Und so funktioniert das: Insgesamt arbeitet Claudia Zuther 30 Stunden die Woche, davon an mindestens zwei Tagen im Büro. Ansonsten ist das Home-Office ihr Arbeitsplatz: „Durch diese Regelung kann ich wesentlich effektiver arbeiten. Voraussetzung dafür ist die Flexibilität, die mein Arbeitgeber mir ermöglicht.“

JÜRGEN P. HOFFMANN

Zwischen Kinderkrippe, Familienservice und Telearbeitsplatz

Von Jürgen P. Hoffmann

Stellenangebote im Bereich Technische Leitung

Canzler GmbH-Firmenlogo
Canzler GmbH Niederlassungsleiter (m/w/d) München
Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Diplomingenieure / Bachelor (m/w/d) zur Verwendung als Fachwerkstattleiter für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) deutschlandweit
Schüco International KG-Firmenlogo
Schüco International KG Leiter (w/m/d) Entwicklung Türen und Brandschutzsysteme Bielefeld
üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG-Firmenlogo
üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG Werkstattleiter Stadtbahn (m/w/d) Hannover
Freie Universität Berlin - Technische Abteilung-Firmenlogo
Freie Universität Berlin - Technische Abteilung Ingenieur/-in für Elektrotechnik Schwerpunkt Medientechnik (m/w/d) Berlin
Jungheinrich Norderstedt AG & Co KG-Firmenlogo
Jungheinrich Norderstedt AG & Co KG Head of Process Engineering (m/w/d) Lüneburg
Sweco GmbH-Firmenlogo
Sweco GmbH Bauingenieur Verkehrsanlagenplanung als Projektleiter (m/w/d) Bremen
Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Lead Concept Engineer Innovations (w/m/div) Warstein
Ulmer Wohnungs- und Siedlungs-Gesellschaft mbH-Firmenlogo
Ulmer Wohnungs- und Siedlungs-Gesellschaft mbH Abteilungsleitung Technik (m/w/d) Ulm
HVG Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
HVG Heilbronner Versorgungs GmbH Techniker / Meister / Ingenieur als Teamleiter (w/m/d) für die Leitstelle Heilbronn

Alle Technische Leitung Jobs

Top 5 Führung

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.