Personalmanagement

Conti will freie Stellen mit Leiharbeitnehmern besetzen

Bei Continental können bis zu 25 % der Beschäftigten Zeitarbeitnehmer sein, bei Siemens in Kamp-Lintfort waren Leiharbeiter zuvor fest angestellt. Jeder dritte Mitarbeiter beim Siemens-Handy-Werk in Kamp-Lintfort war nach Angaben der IG Me- tall im vergangenen Jahr ein Leiharbeiter. „In der Spitze arbeiteten 700 Leiharbeiter im Werk, das rund 2000 Mitarbeiter zählt“, berichtet Ulrich Marschner, IG-Metall-Bevollmächtigter im Kreis Wesel. „Derzeit sind es noch rund 200.“

Diese Leiharbeiter-Kolonnen kennen sich im Werk aus: Die meisten waren zuvor bei Siemens mit Zeitverträgen beschäftigt. Als ihnen nach der Neufassung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes eine Festanstellung zustand, ließ Siemens die Verträge auslaufen. Externe Zeitarbeitsfirmen stellten die Ex-Siemens-Mitarbeiter ein, die dann an ihre alten Stellen zu deutlich geringeren Entgelten zurückkehrten. Ähnliches plant jetzt der Reifenhersteller Continental AG (Hannover) für sein Nutzfahrzeug-Reifenwerk in Hannover-Stöcken.
Dort könnten bei Bedarf bis zu 25 % der Beschäftigten Leiharbeiter sein, kündigt Conti an. Derzeit arbeiten in dem Werk 3300 fest Angestellte. Frei werdende Stellen werden künftig mit Leiharbeitern besetzt, die zu niedrigeren Tarifen arbeiten sollen. Mit einer Zeitarbeitsfirma wird dazu noch eine Tarifvereinbarung abgeschlossen.
Der verstärkte Einsatz der Zeitarbeiter wird für die fest Angestellten im Reifenwerk mit einem neuen Arbeitszeitmodell mit flexiblen Schichten und Arbeitszeitkonten kombiniert. Damit soll die Produktion kurzfristig dem Bedarf angepasst werden können, sagt Conti-Vorstandsmitglied Joachim Nikolin. Der Reifenhersteller will auf diese Weise eine „atmende Fabrik“ schaffen. Der Betriebsrat trägt das Modell mit. Dadurch könnten Kurzarbeit und betriebsbedingte Kündigungen für die fest Angestellten besser vermieden werden, so der Betriebsratsvorsitzende Wilfried Hilverkus. Vorstandsmitglied Nikolin betont jedoch, dass es keine Arbeitsplatzgarantie gibt.
Eine mit dem Betriebsrat geschlossene Rahmenvereinbarung soll größere Flexibilität ermöglichen. Sie sieht für die fest Angestellten eine Absenkung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 38,75 auf 37,5 Stunden vor – allerdings ohne Lohnsenkung. Die Produktionszeit kann zwischen 12 bis 21 Schichten pro Woche schwanken. Weniger oder mehr als die 37,5 Wochenstunden werden auf kollektiven Arbeitszeitkonten festgehalten. Darauf können bis zu 32 Schichten weniger Arbeit gespeichert und im Laufe mehrerer Jahre wieder ausgeglichen werden. Das erlaubt eine Klausel des neuen Manteltarifvertrages. Für den IG-Metall-Bevollmächtigten Marschner ist die Umwandlung von festen in Zeitarbeits-Stellen durchaus logisch – „allerdings nur aus Sicht der Analysten“, wie er meint. Er sieht Qualitätsprobleme in der Produktion, weil die Motivation der schlecht entlohnten Zeitarbeitskräfte gering sei. Allerdings räumt Marschner ein, dass die eng gefassten Regelungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes das Auslaufen von Zeitarbeitsverträgen nahe legen. Er selbst war bis 1986 bei Siemens beschäftigt. Wenn er jetzt nur einen Tag wieder im Konzern arbeiten würde, hätte er Anspruch auf eine unbefristete Festanstellung, „selbst wenn meine neue Tätigkeit mit der alten nichts zu tun hat“, so Marschner.
MARTIN ROTHENBERG

Von Martin Rothenberg

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