Personalmanagement

Comeback der grauen Leitwölfe  

VDI nachrichten, Lippstadt, 1. 6. 07, ws – Junge Ingenieure können bei wechselnden Jobs Erfahrungen bei verschiedenen Arbeitgebern und in unterschiedlichen Technologien sammeln. Die bringen viele Routiniers bereits mit – und sind deshalb bei einigen Ingenieurdienstleistern nicht minder begehrt.

Gudrun Fuchs, 58 Jahre alt und Maschinenbau-Ingenieurin, ist Spezialistin für Industrial Engineering, Betriebs- und Prozessgestaltung. Nach 30 Berufsjahren in verschiedenen Bereichen – von der Fabrikplanung bis zum Facility Management – ging sie 2002 zum Technologiedienstleister Brunel, wo die Hamburgerin seitdem an verschiedenen Projekten mitarbeitete: „Nach zahlreichen beruflichen Stationen habe ich immer noch Ziele. Ein technisch-organisatorisches Industrieprojekt von der Entwicklung bis zur Inbetriebnahme zu begleiten, das wäre mein Zukunftswunsch“, so die 58-Jährige.

Und dieser Wunsch ist durchaus realistisch: Gudrun Fuchs ist trotz – oder vielleicht gerade wegen – ihres Alters eine gefragte Mitarbeiterin: Immer mehr Unternehmen setzen neben jüngeren und ambitionierten Ingenieuren auf projekterfahrene „alte Hasen“.

Brunel legt betont Wert auf eine gemischte Altersstruktur, ein Fünftel der Mitarbeiter ist älter als 45 Jahre. „Wir setzen auf die Synergie aus gesammeltem Erfahrungsschatz und neuen Impulsen. Mit ihrer Erfahrung im Umgang mit Menschen, ihrer Beständigkeit und Gelassenheit punkten die älteren Leitwölfe. Auch in puncto Belastbarkeit stehen sie jungen Kollegen in nichts nach“, ist Geschäftsführer Carsten Siebeneich überzeugt. „Wichtig ist, dass wir die besten Experten für die hochkomplexen Aufgabenstellungen unserer Kunden finden. Und da setzen wir bewusst auf die Kompetenz der Älteren. Fehlerwiederholung wird vermieden, Bewährtes mit Neuem kombiniert.“

Vor allem bei interdisziplinären und sehr komplexen Projekten, etwa im Anlagenbau oder der Automatisierungstechnik sind ältere Ingenieure gefragt.

Aber die 50plus-Generation trumpft noch mit weiteren Vorteilen auf: „Da, wo es auf das Einmaleins des Maschinenbaus, das klassische Handwerkszeug ankommt, brauchen wir die Älteren“, betont Claus Gottburg, Geschäftsführer des Ingenieurdienstleisters iks, der sich auf Ingenieure und Techniker spezialisiert hat.

„Wenn eine Aufgabe umgesetzt werden muss mit einer Maschine, die es so noch nicht gibt, kommen wir einfach um die erfahrenen ¿Tüftler“ nicht herum. Außerdem sind sie in der Regel beständiger und dem Unternehmen treu“, weiß Gottburg.

Auf die Graumelierten setzt auch Manpower-Sprecher Ulrich Erler: „Angesichts des Fachkräftemangels sind die Älteren klar im Kommen, zusätzlich steht eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit an. Und die Situation verschärft sich: Deshalb müssen wir in Zukunft für Ältere attraktive Arbeitsbedingungen schaffen in Form von mehr Flexibilität und Teilzeit.“

Manpower als großer Personaldienstleister und -vermittler hat unter seinen 20 000 Mitarbeitern mehr als 10 %, die älter als 50 Jahre sind: „Auch wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt: Andere Leistungsmerkmale bleiben oder nehmen sogar zu, wie die soziale Kompetenz“, ist Manpower-Geschäftsführer Thomas Reitz überzeugt.

Im Umwerben der Grauen sieht Reitz insbesondere für Zeitarbeitsunternehmen und Vermittler eine Chance: „Zeitarbeit spielt eine Vorreiterrolle. Wir leisten Überzeugungsarbeit bei den Personalentscheidern, dann müssen die Älteren sich nur noch über ihre Einsätze in den Unternehmen qualifizieren.“

Personalleasing von Ingenieuren kommt immer mehr in Mode, denn es bietet viele Vorteile: Der „Entleiher“ spart mit Personalreserven und kann mit einer Mischung aus eigenen Stamm- und zusätzlichem Leasing-Personal agieren. Zusätzliche Aufträge werden schnell abgewickelt, Spezialisten sind kurzfristig einsetzbar.

Aber auch die „entliehenen“ Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirma haben ihre Vorteile durch diesen Deal: Sie gewinnen in kurzer Zeit sehr viel Berufserfahrung durch ein breites Spektrum unterschiedlicher Arbeitgeber. Entsteht einmal „Leerlauf“ zwischen zwei Einsätzen, wird diese Pause vom Arbeitgeber, dem Zeitarbeitsunternehmen, bezahlt.

Kein Wunder, dass die Branche derzeit einen Boom in Deutschland erlebt. Personalleasing-Agenturen haben gegenwärtig rund 600 000 Mitarbeiter in fast allen Berufen unter Vertrag, bestätigt Jenny Rohlmann vom Zeitarbeits-Verband iGZ: „Die Zahl der Angestellten ist zwischen 2005 und 2006 um mehr als 25 % gestiegen, einen Anstieg verzeichneten vor allem die Dienstleistungs- und technischen Berufe.“

Insgesamt sind 29 % des geleasten Personals in der Metall- und Elektrobranche tätig. Bis zum Jahr 2010 rechnet der Zeitarbeits-Verband iGZ damit, dass die Eine-Millionen-Grenze durchbrochen wird.

Insgesamt gab es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit zum Jahresende 2006 rund 5400 Zeitarbeitsunternehmen.

Einige dieser Spezialagenturen vermitteln sogar ausschließlich Ingenieure oder IT-Spezialisten. „Gerade bei den Fach- und Führungskräften besteht ein großer Leasing-Bedarf“, bestätigt Jenny Rohlmann. SABINE HENSE-FERCH

www.ig-zeitarbeit.de
www.iks-engineering.de
www.manpower.de

Von Sabine Hense-Ferch

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