Management

Cisco-Chef Chambers stiehlt Bill Gates die Show

John T. Chambers. US-Präsident Bill Clinton und viele amerikanische Wirtschafts-Magazine halten den Cisco-Chef mittlerweile für die Nummer 1 unter der Hightech-Elite des Landes.

Die Chefs führender Hightech-Unternehmen in den Vereinigten Staaten wie Bill Gates von Microsoft, Stephen Case von AOL, Steve Jobs von Apple oder Michael Dell von Dell Computer sind im Laufe der letzten Jahre zu Medienstars aufgestiegen, die aus den Rahmen ihrer Unternehmen herausragen und auch der allgemeinen Öffentlichkeit bekannt geworden sind. Auf ihre Worte reagieren Wall Street und Anleger, denn es sind nicht zuletzt die Aktien ihrer Unternehmen, die das Kursgeschehen an den Börsen bestimmen.
Seit einiger Zeit hat es den Anschein, als werde sich diesem illustren Kreis, dessen Abgenzungen natürlich nie ganz scharf sein können, schon bald ein weiterer Stern hinzugesellen. Es handelt sich um John T. Chambers, 50, den Präsidenten und Chief Executive Officer von Cisco Systems, dessen Motto lautet: „Wir gestalten die Zukunft des Internets.“ Cisco kontrolliert rund zwei Drittel des Weltmarktes für Produkte, die Netze verbinden und den Verkehr im Internet möglich machen.
Chambers, der die Top-Position bei Cisco im Januar 1995 übernommen hat, wird seit einiger Zeit mit Ehrungen überhäuft: Das US-Wirtschaftsmagazin Business Week, das den Manager „Mr. Internet“ nennt, nahm ihn 1999 zum zweiten Mal binnen drei Jahren in seine Liste der 25 besten Manager weltweit auf. Die Fernseh-Anstalt ABC stellte Chambers als „besten Boss“ in Amerika heraus, und Time-Magazine reihte ihn unter die zehn besten Unternehmer ein, von denen der Technologie-Boom angetrieben wird. In der vergangenen Woche fand der Wirtschafts-Fernsehsender CNBC in Kooperation mit der Zeitschrift Worth heraus, dass Leser und Zuschauer Chambers für die Nummer eins unter der Hightech-Elite halten. Auf den Plätzen folgten Jobs und Dell. Dass Präsident Bill Clinton den Manager „als echten Industrieführer in der amerikanischen und in der Weltwirtschaft“ bezeichnete, hat seinen Ruf weiter gefördert.
Eine solche Liste von Auszeichnungen, die sich mühelos verlängern ließe, braucht natürlich einen Unterbau von Erfolgsmeldungen. Sie sind leicht zu finden und eindrucksvoll genug. Cisco wurde Mitte der 80er Jahre im Silicon Valley gegründet. 1990 wurde das Unternehmen eine Aktiengesellschaft, deren Kurs am Nasdaq-Markt notiert wird. Es erzielte einen Umsatz von 69 Mio. Dollar. Ein Jahr später stieß Chambers als Vorstandsmitglied für Verkauf dazu. Er war zuvor acht Jahre lang bei Wang Laboratories und sechs Jahre lang bei IBM tätig gewesen. Im Jahre 1995, als Chambers in das Chefzimmer einzog, war der Umsatz auf ansehnliche 1,2 Mrd. Dollar geklettert. Seither hat er sich mehr als verzehnfacht.
Allein in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres stieg der Umsatz auf reichlich 14 Mrd. Dollar, ein Plus von 44 %. Der Gewinn erhöhte sich um 55 % auf gut zwei Milliarden Dollar. Der Aktienkurs schoss in der gleichen Zeit um 130 % in die Höhe und hat seither weitere 40 % zugelegt. Selbst der Kurs-Aufruhr der vergangenen Woche konnte ihm nur wenig anhaben. An der Wall Street gilt die Cisco-Aktie als eine der besten Anlagen aller Zeiten. Am Markt wird das Unternehmen gegenwärtig mit rund 550 Mrd. Dollar bewertet und streitet mit General Electric um die Ehre, das wertvollste Unternehmen der Welt zu sein. Microsoft, das lange den ersten Platz hielt, ist auf Rang drei abgerutscht.
Einer der Gründe, die dazu geführt haben, dass Chambers trotz solcher Erfolge noch nicht ein ähnliches öffentliches Renomee hat wie manche seiner Hightech-Kollegen wird darin gesehen, dass er nicht von der Magie der Gründer-Generation umgeben ist, die wie Gates oder Jobs ihre Unternehmen in Garagen starteten. Außerdem hat er keinen technischen Hintergrund sondern einen MBA der Indiana-Universität. Es kann aber auch sein, dass die Ursache darin zu suchen ist, dass die Produkte, die Cisco herstellt, nicht als so „sexy“ angesehen werden wie Computer oder Betriebssysteme. „Wir machen die Kreuzungen des Internets“, sagt Chambers, „wir regeln den Verkehr.“
Von den Konkurrenten, zu denen 3Com, Lucent und Nortel Networks gehören, wird er in höchstem Maße respektiert. Er gilt als „Superverkäufer“ mit einer „Rund-um-die-Uhr-Arbeitsethik.“ Die Zufriedenstellung der Kunden habe er zu einer Leidenschaft entwickelt. Chambers zögert nicht, den Nutzern von Cisco-Systemen seine private Telefonnummer zu geben und findet es in Ordnung, um zwei Uhr morgens angerufen zu werden, wenn irgendwo etwas nicht klappt.
Auf der anderen Seite räumt er bereitwillig ein, dass seine Erfolge von einer guten Portion Glück begünstigt worden seien. Der Aufschwung von Cisco und damit sein Aufstieg begann, als das Internet auf die Startrampe rollte, um seinen Höhenflug anzutreten. Aber er fügt hinzu: „Es gibt eben keinen Ersatz dafür, zur rechten Zeit in der richtigen Branche zu sein.“
Unter seiner Leitung hat sich Cisco in beinahe jedem Bereich der Network-Industrie ausgeweitet. Seit 1993 wurden rund 40 Unternehmen übernommen. Im vergangenen Jahr allein wendete das Unternehmen 10 Mrd. Dollar auf, um drei Firmen zu erwerben, die Produkte herstellen, mit deren Hilfe Daten über Fiberoptik-Leitungen verschickt werden können. Weitere 10 Mrd. Dollar stehen für künftige Akquisitionen bereit. „Wir sind mitten in einer Revolution“, sagt Chambers „und wir haben eine sehr gute Chance, die Sieger zu sein.“
Chambers wird nachgesagt, er habe einen Managementstil entwickelt, der die Ziele mit der Besessenheit eines Missionars verfolgt, wenn auch nicht um jeden Preis. Seine Aktionen, so erklärt er, seien immer auch durch seine Erfahrungen geprägt. Eine dieser Erfahrungen habe er während seiner Tätigkeit bei Wang Laboratories gemacht, als das Unternehmen nach einem wirtschaftlichen Einbruch 5000 Leute entlassen musste. So etwas möchte er nicht noch einmal durchmachen, sagt er. Dazu besteht bei Cisco im Augenblick auch keine Sorge. Im Jahre 1999 stieg die Zahl der Beschäftigten weltweit um 40 % auf 26 000 Mitarbeiter, von denen knapp die Hälfte im Silicon Valley tätig ist, wo das Unternehmen weiterhin seinen Sitz hat.
Wie in der Branche üblich, wird Chambers für seine Bemühungen fürstlich entlohnt. Zwar müssen sein Gehalt und sein Bonus für 1999 mit 943 000 Dollar eher als durchschnittlich angesehen werden dazu allerdings gewährte das Unternehmen ihm Aktienoptionen, deren Wert gegenwärtig rund 160 Mio. Dollar beträgt, was ihn in die Spitzengruppe seiner Kollegen aufsteigen lässt. Insgesamt verfügt er über einen Aktienbesitz im Wert von 600 Mio. Dollar. Chambers ist vorerst einer der wenigen Unternehmensleiter in den USA, die durchgesetzt haben, dass Aktienoptionen nicht nur dem Top-Management vorbehalten bleiben, sondern allen Mitarbeitern angeboten werden. GERD J. BRÜGGEMANN
John Chambers: Ohne die Produkte seines Unternehmens würde das Internet nicht funktionieren.

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