Management

„Chefs müssen Firmenwerte vorleben“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 18. 7. 08, Fr – Mit dem richtigen Innovationsmanagement können Mittelständler den Großen ihrer Branche die Stirn bieten. So das Ergebnis des deutschen Benchmark-Wettbewerbs „Top 100 – die 100 innovativsten Unternehmen im Mittelstand“. Als „Innovator des Jahres 2008“ wurde anlässlich der Preisverleihung in Düsseldorf die Schneider Group ausgezeichnet.

Wie managen die, die für ihre Innovationstätigkeit ausgezeichnet werden, ihre Innovationsprozesse? Antworten darauf gab es anlässlich der Preisverleihung von „Top 100 – die 100 innovativsten Unternehmen im Mittelstand“ Anfang Juli in Düsseldorf. Immerhin: 49 der 100 gelten als nationale Marktführer, 17 als Weltmarktführer, so der Veranstalter Compamedia, Überlingen.

Roland Schreiner, Junior des Etiketten- und Markierungsunternehmens Schreiner, erläuterte: „Wir fragen, was tust du für die Innovationsentwicklung? Die Ideen werden in einer Datenbank festgehalten.“ Und klar: Die Chefs müssen die Werte der Firma bei der Arbeit vorleben: Innovationsführerschaft, Leistungskraft, Qualität und Freude.

Bernd Kußmaul, Chef des gleichnamigen Entwicklungs- und Automobilzuliefer-Unternehmens, geht noch etwas weiter: „Mitarbeiter haben ein eigenes Budget, wenn sie neue Technologien oder neue Materialien ausprobieren möchten. Außerdem sind sie auf Messen und Tagungen vertreten.“ Gegen Kopfprämien und andere Abwerbemaßnahmen setzt die Firma den Wohlfühlfaktor. Kußmaul: „Bei uns gibt es nicht nur die Kaffee-Ecke und Betriebsausflüge, sondern auch die helle, freundliche Atmosphäre, nicht nur in Büroräumen¿“

Stephan Huthmacher, Vorstand beim Software-Unternehmen CommaSoft geht in die Vollen. 24 Tage Weiterbildung gibt es je Mitarbeiter und Jahr. Das kostete 2007 rund 19 % vom Umsatz. Huthmacher: „Mit hundert Mann gehören wir nicht zu den Großen, aber wir sind bei den Großen groß im Geschäft. Die stellen Ansprüche an uns.“

In diesem Software-Unternehmen gibt es einen Innovationsfonds, aus dem sich Mitarbeiter bedienen können. Laut Huthmacher ist der Fonds mit Geld und Zeit im Gegenwert eines sechsstelligen Euro-Betrages ausgestattet. Außerdem, so Huthmacher, gäbe es regelmäßig Frühstück beim Chef. Und Vorstände von Kunden würden immer wieder zu Veranstaltungen wie Thinktanks eingeladen. Huthmacher: „Bei uns soll die angstfreie Firmenkultur gelebt werden. Anders machen ist bei uns kein Karriereknick.“

Horst W. Garbrecht, Geschäftsführer der AEG Electric Tools, eines Teils der alten AEG, mag es klassisch: „Es gibt Freiräume für Mitarbeiter, um Innovationen zu erzeugen. Mitarbeiter sind an der Verwirklichung der Ideen beteiligt.“ Allerdings existiert auch ein knallhartes Innovationsmanagement. Dabei werden 90 % der Ideen gekillt. Garbrecht: „Um schnell zum Ziel zu kommen, nehmen wir aus der Entwicklung alle Elemente heraus, die zur Einführung der Innovation am Markt nicht nötig sind.“

„Wenn aber 80 % der schönen, neuen Produkte vom Endkunden gar nicht angenommen werden“, zitierte Alexander Lang von Pkw-Schiebedach-Hersteller Webasto Studien, „wie dann erfolgreiche Ideen generieren?“

„Als ich vor sieben Jahren zu Webasto, einer engineering-getriebenen Firma, kam, fiel mir das dominante Porträt des Firmengründers auf.“ Alexander Lang, Director Marketing und Innovation bei der Webasto AG, stellte dann gegen das „Not invented here“ die etwas ungewohnte Frage: Was kann man von außen zukaufen, was wollen die Kunden unserer Kunden? Fazit: Nur wenn die Kunden meiner Kunden erfolgreich sind, bin ich es auch.

Lang: „Mit den patentierten Ideen, das heißt, die Produkte sind technisch vorhanden, gehe ich dann nicht zum Einkauf, da liegen die Strategien ja bereits fest, sondern zu Vorständen und Entwicklern.“

„Die Ausrede, für so etwas haben wir gar keine Ressourcen, gilt nicht“, kommentierte Benchmark-Professor Nikolaus Franke. Die erfolgreichen Mittelständler zeigten, dass gute Unternehmen die Kooperation suchten, und diese sogar mal mit Wettbewerbern, so Franke, Professor an der Wirtschaftsuni Wien und wissenschaftlicher Begleiter des Wettbewerbs.

„Die Top-100-Unternehmen haben klare Regeln, wie die einzelnen Innovationsprozesse gestaltet werden“, meint Nikolaus Franke. Dazu gehörten: Ideensammlung, Ideenprüfung, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Entwicklung, Erfolgsanalyse. Jede Prozessphase sei zudem geprägt von Zieldefinition, Zielkontrolle und der Go-/Kill-Entscheidung.

Franke: „Die Top-100-Unternehmen erkennen den Misserfolg früher als die anderen.“ Seine Empfehlung: „Bei Innovationsprozessen muss man in der Lage sein, weltweit zusammenzuarbeiten – mit Kunden, Lieferanten, Forschungseinrichtungen und Wettbewerbern. Sie behalten die Flexibilität eines Mittelständlers, erreichen die Schlagkraft der Großen.“ RUDOLF SCHULZE

 

  • Rudolf Schulze

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