Management

Australien als Sprungbrett für Asien nutzen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 12. 05, ps – Australien ist nicht nur eine Reise wert. Australien hat sich in den letzten Jahren auch immer stärker zu einem Technologie-Standort entwickelt, den internationale Unternehmen als Sprungbrett für den asiatisch-pazifischen Raum nutzen – auch viele deutsche.

Hightech hat in Australien einen hohen Stellenwert. Seine Bewohner gelten als sehr aufgeschlossen den neuen Technologien gegenüber. „Australien ist eine hoch entwickelte Volkswirtschaft wie die Vereinigten Staaten oder Westeuropa“, sagt Barry Jones von Invest Australia.

Er betreut die Arbeit der Marktexperten in den weltweit neun Büros dieser Regierungsagentur und verantwortet deren nationale Förder- und Investitionsprogramme. Die 20 Mio. Einwohner seien hoch qualifiziert, der Markt hoch entwickelt mit Verbrauchern, die über ein gutes Durchschnittseinkommen verfügten. „Deshalb sagen wir Investoren, sie sollen diesen Markt nicht vernachlässigen. Er ist überschaubar und man kann neue Konzepte einfach austesten.“

„Australier sind bekannt für ihre sehr aufgeschlossene Haltung gegenüber neuen Technologien“, bestätigt Nicola Watkinson. Sie leitet als Investitionsberaterin die Büros der Regierungsagentur in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Sie sieht die Ursache dafür in einem Nachholbedarf, weil der fünfte Kontinent in früheren Zeiten zwangsweise sehr selbstgenügsam war.

Neben diesen Vorteilen des heimischen Marktes liege Australien an der Schwelle zu den asiatisch-pazifischen Ländern, die für Unternehmen ein enormes Potenzial böten.

Der weitaus größte Teil des australischen Bruttoinlandsprodukts wird in höherwertigen Technologien erwirtschaftet, etwa im Dienstleistungsbereich und im Automobilbau, auf den 6 % des gesamten industriellen Umsatzes entfallen. So investiert gegenwärtig Siemens VDO Automotive knapp 60 Mio. € dort – sowohl in Betriebsmittel als auch in ein neues Hauptquartier.

Die Industriestandorte konzentrieren sich im Wesentlichen auf die großen Städte. So ist die Autoindustrie vor allem im Süden in der Nähe von Victoria angesiedelt, Kohlebergbau und Kraftwerke finden sich an der Ostküste, Biotechnologie in Melbourne, Brisbane und Sydney.

380 deutsche Unternehmen sind schon in Australien engagiert. Deutschland liegt damit auf Rang sechs der internationalen Direktinvestoren. Bosch etwa betreibe dort auch Forschung und Entwicklung, sagt Nicola Watkinson: „Bosch arbeitet nach dem Prinzip ¿follow the sun“ weltweit an einem Projekt. Die deutschen Ingenieure schicken abends per E-Mail ihre Ergebnisse an ihre australischen Kollegen, die dann an dem Projekt weiter arbeiten.“ So habe Bosch in den vergangenen Jahren etwa für DaimlerChrysler auch Aufträge in neun Wochen von der Idee bis zur Auslieferung erledigen können.

Neben der Autoindustrie gebe es für internationale Investoren auch in den neuen Technologien, wie im Informations- und Kommunikationssektor, in der Bio- und Umwelttechnologie, gute Chancen.

Dabei fehlt es den Australiern nicht an eigenen guten Ideen: Die werden unter anderem am CSIRO, der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation, entwickelt und in den ersten wissenschaftlichen Phasen begleitet. 6500 Mitarbeiter arbeiten hier an verschiedenen Instituten landesweit zusammen. „Die Forschungsergebnisse zu vermarkten – das gelingt uns häufig noch nicht“, sagt Barry Jones, der die Arbeit der Marktexperten in den neun Büros von Invest Australia weltweit betreut und die nationalen Förder- und Investitionsprogramme verantwortet. Hier gibt es also gute Kooperationsmöglichkeiten für internationale Investoren.

Unter den deutschen Firmen, die sich auf dem fünften Kontinent schon engagiert haben, sind große, wie eben Bosch oder Siemens, aber auch kleinere aus den Bereichen der Solar- und Windenergie, wie etwa Repower Systems.

Australien ist zwar der sonnenreichste der fünf Kontinente, Solarenergie wird jedoch noch nicht in großem Ausmaß benutzt. Zwar werden derzeit vermehrt öffentliche Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. Doch wegen der Kohle- und Gasvorkommen sind diese Energielieferanten noch erheblich preisgünstiger.

Deutsche Technik ist aber gefragt beim Aufbau neuer umweltfreundlicher Kohlekraftwerke. So haben New South Wales und Queensland mit Nordrhein-Westfalen eine Kooperation im Bereich sauberer Kohlekraftwerke und erneuerbarer Energien vereinbart.

Australische Ingenieure verfügen laut Nicola Watkinson über Qualifikationen, die über das eigentliche Fachgebiet hinausgehen, etwa in Organisation und Verwaltung. Außerdem müssten alle Ingenieure während ihres Studiums eine Sprache lernen, viele wählten Japanisch oder Chinesisch. Davon profitierten dann auch internationale Investoren, denen so der Schritt in die asiatischen Volkswirtschaften erleichtert werde.

Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen rät Beraterin Watkinson, sich in Australien zu engagieren, weil das Land über langjährige Erfahrungen und Handelsbeziehungen mit den asiatischen Staaten verfüge: Freihandelsabkommen existieren, anders als bei der EU, unter anderem mit Singapur und Thailand, man sei in Gesprächen mit China, Malaysia und den Asean-Staaten.

Die Rahmenbedingungen für Investoren stimmen jedenfalls: Die Gründung einer GmbH dauert in Australien nicht wie in Deutschland eineinhalb Monate, sondern ganze zwei Tage. Die Gehälter der Ingenieure betragen etwa 60 % des vergleichbaren deutschen Einkommens, was vor allem an den niedrigen Lohnnebenkosten liegt. Australien gilt global als stabilste Volkswirtschaft, die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 5 %. BRIGITTE SCHOLTES

Von Brigitte Scholtes

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