Management

“ … ich habe meinen Ausbildungsweg nie bereut“

VDI nachrichten – Neue Arbeitsplätze nur noch mit jüngeren Mitarbeitern zu besetzen, während ältere frühpensioniert werden, findet Andreas Dulger nicht gut. Umdenken sei angesagt, meint der 42-jährige. Der führt in zweiter Generation ein Familienunternehmen, das fast so jung ist wie er, das 1960 in Heidelberg gegründet wurde, heute bereits 85 % seines Umsatz im Ausland erwirtschaftet.

VDI nachrichten: Welche Herausforderung sehen Sie wirtschaftlich auf sich zukommen?
Dulger: Als CEO eines Unternehmens, welches rund 85 % seines Gruppenumsatzes im Ausland erwirtschaftet, liegt mir das Thema Globalisierung natürlich sehr am Herzen. Auf diese Herausforderung haben wir schon frühzeitig mit dem Aufbau von Produktionskapazitäten in Nordamerika, Osteuropa und Asien reagiert. ProMinent ist heute in der Lage, alle wichtigen Märkte schnell und vor allem zu wettbewerbsfähigen Preisen zu beliefern.

Das Unternehmen ProMinent Dosiertechnik GmbH
ProMinent Dosiertechnik GmbH ist ein unabhängiges Familienunternehmen, das 1960 von Prof. Dr. h.c. Viktor Dulger in Heidelberg gegründet wurde. Das in der zweiten Generation von Sohn Dr. Andreas Dulger geführte Unternehmen ist – nach eigenen Angaben – Weltmarktführer im Bereich magnetbetriebener Membrandosierpumpen. Neben Dosierpumpen bietet ProMinent weitere Komponenten und komplette Systeme im gesamten Umfeld der Fluid-Dosiertechnik sowie in einem eigenen Geschäftsbereich Lösungen für die Wasseraufbereitung. 1500 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von über 200 Mio. €. Die Unternehmensgruppe verfügt über acht Produktionsstätten weltweit sowie Vertriebs- und Servicegesellschaften und Vertretungen in mehr als 100 Ländern.

Name:ProMinent Dosiertechnik
Sitz: Heidelberg
Umsatz:über 200 Mio. €
Mitarbeiter:1500
Produkte:Komplettlösungen für die Fluid-Dosiertechnik und die Wasseraufbereitung.

Welche Herausforderung sehen Sie im technologisch-wissenschaftlichen Bereich auf sich zukommen?
Hier sehe ich vor allem, dass die Computer- und Kommunikationstechnologie auch in unserem Bereich einen starken Einzug halten wird. Viele Anwendungen verlangen schon heute Geräte im Feld, die per Fern-Zugriff über Internet zu bedienen und zu kontrollieren sind. In anderen Produkten ist der Anteil von Elektronik und insbesondere Software von quasi Null auf weit über 50 % gestiegen. Eine Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist und zu unseren Gunsten verläuft, denn Innovationsfreude ist eine unsere Stärken.

Welche Herausforderung sehen Sie im gesellschaftspolitischen Bereich auf sich zukommen?
In der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft in Deutschland sehe ich schon ein gewaltiges gesellschaftspolitisches Problem, welches in wenigen Jahren auch starke Auswirkungen auf die Unternehmen haben wird. Die Politik vieler Unternehmen, offene Stellen ausschließlich mit jungen Mitarbeitern zu besetzen und gleichzeitig erfahrene ältere Mitarbeiter in den Vorruhestand zu entlassen, hielt ich schon immer für fragwürdig. Hier heißt es für Politik und Wirtschaft schnell umzudenken.

Welche ist in Ihren Augen die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?
Es gibt sicherlich eine Vielzahl großer Erfindungen, gerade im 20. Jahrhundert. Eine, die mich besonders beeindruckt hat, war die Erfindung des ersten programmgesteuerten und frei programmierten Rechners in binärer Gleitpunktrechnung. Dieser Rechner, von dem genialen Erfinder Konrad Zuse entwickelt, war bereits 1941 betriebsfähig. Zuse hat übrigens auch die erste höhere Programmiersprache der Welt geschaffen.

Wie wichtig sind Markennamen für einen Produkterfolg?
Die Profilierung einer Marke war immer eines unserer vorrangigen Marketingziele. Dazu eine Anekdote am Rande. Als in den 70er- und 80er-Jahren der Siegeszug unserer magnetbetriebenen Dosierpumpe vom Typ ProMinent Einzug hielt, konnten viele unserer Kunden mit dem damaligen Firmennamen „Chemie und Filter GmbH“ nichts anfangen. So mussten unsere Servicetechniker und Verkäufer ständig erklären, dass sie von der Firma kommen, die die ProMinent-Pumpe auf den Markt gebracht hat. Der Markennamen ProMinent war den Kunden ein Begriff, der Firmenname Chemie und Filter war es dagegen nicht. Dies führte dazu, dass 1987 die „Chemie und Filter GmbH“ in „ProMinent Dosiertechnik GmbH“ umfirmiert wurde. Eine Entscheidung, die wir bis heute nicht bereut haben.

Würden Sie noch einmal den gleichen Ausbildungsweg gehen wollen?
Ich habe nach dem Abitur und dem Grundwehrdienst Betriebs- und Volkswirtschaftlehre studiert. Mein Interesse für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und meine Neigungen für Geschäfte entwickelte sich bei mir schon sehr früh. Ich habe meinen Ausbildungsweg nie bereut und würde mich heute sicherlich genauso entscheiden.

Wie schaffen Sie es, Zeit für sich zu haben, nicht immer nur von den internen und externen Herausforderungen der Firma in Anspruch genommen zu werden?
In der Tat erfordern die Firmenbelange einen immensen Zeitaufwand. Um das zu bewältigen, benötige ich ein ausgefeiltes Zeitmanagement, in dem bewusst auch persönliche Freiräume eingeplant werden. Dennoch hat natürlich die Firma absolute Priorität.

Unter welchen Umständen würden Sie in die Politik gehen?
Politik bedeutet letztlich, permanent Kompromisse eingehen zu müssen. Leider allzu oft auch faule Kompromisse. So werden aus ursprünglich guten und vor allem notwendigen Reformideen in zahlreichen Debatten und Ausschüssen halbherzige Reförmchen. Ein Prozess, der meinem Naturell sicher nicht entspricht. Ich denke, ich bin in der Wirtschaft besser aufgehoben.

Kommt es immer weniger darauf an, wie man etwas macht, sondern dass man es vor dem Wettbewerber macht, den Markttrend setzt?
Nein, das Wie ist nach wie vor entscheidend. Besonders im B-to-B-Geschäft verlangt der Kunde technische Lösungen, die auch ihm in seinem Produktionsprozess wiederum einen Wettbewerbsvorteil garantieren. Technische „Spielereien“, die zwar frühzeitig auf den Markt kommen, für die Kunden aber keinen verwertbaren Nutzen erbringen, werden sich im Markt nicht behaupten.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Dulger: „Carpe diem“ – Nutze den Tag!

 

Ein Beitrag von:

  • Rudolf Schulze

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