Management

Auf Abruf eine Stunde Fitness

Zeit ist Geld. So ganz stimmt das wohl nicht, denn über Geldmangel klagen Manager weniger als über fehlende Zeit. Um im prall gefüllten Terminkalender auch noch gesundheitsfördernde Bewegung unterzubringen, gibt es die Personal Trainer.

Erinnern Sie sich noch an dieses kleine Comic-Männlein, das Anfang der 70er Jahre versuchte, einem durch seine unverschämte Fitness und Allgegenwärtigkeit ein schlechtes Gewissen zu suggerieren? Mit der Trimm-Dich-Aktion begann die Leidensgeschichte all jener Winston-Churchill-Anhänger, die auf die Frage, wie sie es zu offensichtlicher Zufriedenheit und Gelassenheit gebracht hätten, mit einem stolzen „No sports“ antworteten. Bis dahin hatte Unsportlichkeit etwas Aristokratisches, das sich auch Manager aller Couleur gerne auf ihre Fahnen schrieben. Dank des kleinen Männleins namens Trimmi entlarvten sich die Gefolgsleute des einstigen britischen Premiers aber nun als Stubenhocker und Ignoranten.
Inzwischen haben Führungskräfte eine radikale Kehrtwendung genommen. Fitness gilt als Synonym für Leistungsstärke – und das nicht nur im Sport. Wer in der Woche 30 km und mehr joggt, verfügt auch im Geschäftsleben über einen langen Atem, lautet die simple Gleichung. Und doch hat sich diese Entwicklung noch längst nicht bis in alle Führungsetagen herumgesprochen. 1999 ergab eine Datensammlung des Instituts für Arbeits- und Sozialhygiene in Karlsruhe, dass von 12 000 untersuchten Managern 85 % an vegetativen Beschwerden wie Schlafproblemen, Magenbeschwerden, Verdauungsstörungen oder Herzproblemen leiden, 75 % einen überhöhten Cholesterinspiegel haben, und 73 % über Rückenschmerzen, meist verursacht durch mangelnde Bewegung, klagen.
Da aber Manager wenig (Frei-)Zeit und unregelmäßige Arbeitszeiten haben, bleibt keine Muße für fest terminierte Betriebssportveranstaltungen oder Wellnesswochenenden. Fitness hat nur dort Platz, wo sich im prall gefüllten Terminkalender eine Lücke auftut. Spontanität ist daher gefragt. Und die wird auch vom sportmedizinischen Betreuer gefordert. Um Nachfrage mit Angebot in Einklang zu bringen, kam Ilka Faupel auf die glorreiche Idee, ihr Komplettangebot der Gesundheits- und Leistungsförderung auf die individuellen Bedürfnisse und Zeitpläne von Managern abzustimmen.
Die „Personal Trainer“ sind zwar keine Erfindung der von Faupel 1998 ins Leben gerufenen „The Health Performance Group“, sie haben vielen Kollegen aber eines voraus: Wo immer ein Manager sich auch in Deutschland aufhält – ein Trainer des Münchner Unternehmens ist nicht weit. Faupel verspricht: „Was die Terminierung angeht, bietet Health Performance einen außergewöhnlichen Service. Dabei können Klienten über eine einzige Service-Telefon-Nummer innerhalb ganz Deutschlands ihre Termine buchen – egal für welche Stadt.“
Ein Service, der es auch Volker T. Wiegmann angetan hat. Die Gymnastik-Lehrerin und Sport-Therapeutin Monika Braun besucht den geschäftsführenden Partner der Unternehmensberatung Roland Berger & Partner regelmäßig auf dessen Wohnsitz vor den Toren Düsseldorfs – wenn es sein muss, auch in den frühen Morgenstunden. Dem halbstündigen Walken zur allgemeinen Ankurbelung des Herz-Kreislaufsystems folgt der eigentliche Kraftakt: die Rückenschule. Die Führungskraft wird vorübergehend zum Geknechteten. „Nicht absacken, die Position halten“, mahnt Monika Braun mit energischer Stimme. Wiegmann schummelt, was die Trainerin mit einem vorwurfsvollen und unnachgiebigen „Herr Wiegmann, bitte noch einmal!“ begleitet. Ein wohlwollendes „Sie dürfen jetzt entspannen“, erlöst ihn schließlich aus der Folter. Die kleinen Schmerzen aber lohnen sich. Wiegmann will seine medizinisch-sportliche Betreuung nicht mehr missen. „Seitdem ich die Trainerstunden in Anspruch nehme, fühle ich mich leistungsfähiger.“
Stehvermögen braucht der 55-Jährige in seinem Job – und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Rückenprobleme haben mich dazu bewogen, die Dienste von Health Performance in Anspruch zu nehmen. Auch meine Knie lassen nicht mehr solche Belastungen wie extremes Joggen zu.“ Dabei kann Wiegmann auf eine sportliche Vergangenheit verweisen. Im klassischen Fünfkampf bewies er sportliche Vielseitigkeit. „Aber Studium und Beruf ließen keine Zeit mehr für dieses Hobby.“ Die lange bewegungsarme Pause hinterließ ihre Spuren. „Rücken-, vor allem aber Schulterprobleme sind die häufigsten Beschwerden bei unseren Klienten“, erläutert Monika Braun. „Eine Folge der angespannten Haltung bei der Arbeit.“
Wiegmann nimmt das Health Performance-Angebot bei fast allen seinen Deutschlandreisen wahr. Eines aber bedauert er: „Es wäre schön, gäbe es das Angebot auch für Städte außerhalb Deutschlands. Schließlich führen mich meine Geschäfte auch regelmäßig ins Ausland.“ Ilka Faupel kennt die Wünsche ihrer Kundschaft: „Wir wollen unseren Klienten natürlich die gleichen Konditionen und die gleiche Qualität wie im eigenen Land bieten. Und da fehlt es weltweit noch an geeigneten Kooperationspartnern.“
Health Performance ist nur ein weiterer Baustein auf einem rasch expandierenden Markt. Die Tendenz erfreut auch den Fachmann: „Die Leute kennen und warten ihren Körper schlechter als ihr Auto. Deshalb sollten sie sich einen Experten, sprich eine gute Werkstatt für ihren Körper suchen“, rät Uwe Boeckh-Behrens, akademischer Direktor am Institut für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth. WOLFGANG SCHMITZ

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