Personalmanagement

Arbeitgeber überwachen E-Mail

In den USA überwachen immer mehr Arbeitgeber ihre Angestellten während der Arbeitszeit.

Die American Management Association, die hierzu eine Studie durchgeführt hat, erwartet, dass dieses Jahr 38 % der US-Arbeitgeber die E-Mails ihrer Angestellten lesen und speichern werden.
Es gibt viele Gründe, warum Arbeitgeber wissen wollen, was ihre Angestellten mit ihrem Internetanschluss machen: Die einen halten Ausschau nach übergroßen E-Mail-Anhängen, die das Firmennetz überlasten können. Andere wollen verhindern, dass ihre Angestellten Computersysteme für persönliche Interessen nutzen oder unerwünschte Informationen verschicken.
Überwachung kennt kaum technische Hürden: Netzrechner protokollieren beim Surfen im Internet Nutzungsdaten. Beim Durchgang durch eine Firewall oder einen Proxy-Rechner hat der Arbeitgeber Zugriff auf die abgerufenen Inhalte. Auch bei E-Mails können Arbeitgeber Absende- und Empfangsdaten protokollieren und auswerten. Mailinhalte lassen sich nach Viren oder unerwünschten Inhalten scannen. Auf dem Arbeitsplatzrechner selbst geben temporäre Internetdateien Auskunft darüber, welche Inhalte zuletzt abgerufen wurden. Die Browsersoftware speichert die aufgerufenen Adressen ab. Je nach Einstellung können die in den letzten Tagen besuchten Adressen eingesehen werden. Bei Rechnern in einem Firmennetz hat die Netzverwaltung sogar Zugriff auf die lokalen Festplatten, wenn der PC eingeschaltet ist.
Doch was ist auch in Deutschland legal? Werner Hülsmann vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) verweist auf die Bildschirmarbeitsplatzverordnung: „Sie untersagt es, dass das Verhalten beziehungsweise die Leistung bei der Bildschirmarbeit ohne Wissen der Betroffenen kontrolliert wird“
Das Landgericht Braunschweig (Az 12 S23/97) kam zu dem Urteil, dass eine vollkommen heimliche Überwachung des Arbeitnehmers verboten ist. Denn wenn Mailserver, Firewallsysteme und Proxy-Server eingesetzt werden, um Leistung und Verhalten der Mitarbeiter zu kontrollieren, muss der Betriebsrat mitbestimmen. Ohne Zustimmung, so das Betriebsverfassungsgesetz, dürfen diese Computersysteme nicht betrieben werden. Wie die Regelung in der Betriebsvereinbarung letztendlich aussieht, „hängt in erster Linie vom Kenntnisstand und Verhandlungsgeschick des Betriebsrats ab“, sagt Hülsmann. Der Verein Forbit e. V. (http://forbit.de) unterstützt in schwierigen Fällen Betriebsräte.
Erlaubt allerdings eine Firma Mitarbeitern die private Internet- Nutzung, so ist deren Fernmeldegeheimnis geschützt. Denn dann gilt das Unternehmen laut Gesetz als jemand, der „geschäftsmäßig Telekommunikationsdienste erbringt oder daran mitwirkt“. Mitarbeiter haben dann die selben Rechte wie Kunden gegenüber dem Unternehmen. Unter das Fernmeldegeheimnis fällt dann nicht nur der Inhalt von E-Mails, sondern auch die Information über Absender und Empfänger, Versende- und Empfangsdatum sowie die Länge der E-Mail. Rufen die Mitarbeiter Internetinhalte ab, fallen auch diese unter das Fernmeldegeheimnis. Das Unternehmen darf grundsätzlich keine bzw. so wenige personenbezogene Daten wie möglich verarbeiten.
Doch Arbeitgeber sollten sich vor der Einführung von Überwachungstechniken nicht nur über die rechtlichten Aspekte informieren. Die erwünschte Leistungssteigerung kann nämlich ausbleiben. So kam das britische Institut für die Rechte der Angestellten in einer Studie zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von Überwachunsgtechnik zu Stress und Depressionen führen und selbst physische Probleme wie RSI (Repetitive strain injuries) und chronische Kopfschmerzen hervorrufen kann. csh/kra

Von Christiane Schulzki-Haddouti/Kra

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