Management

Agfa setzt beim Umbau auf digitale Imaging-Techniken

Schon zum zweiten Mal in zwei Jahren erlegt sich die belgische Agfa-Gevaert NV eine tief greifende Umstrukturierung auf. Der vom Vorstand letzte Woche vorgelegte „Horizon“-Plan soll Kosten kappen und flexibler machen. Auch die rund 5500 Beschäftigten in Deutschland sind von den geplanten Stellenkürzungen betroffen.

Wenig Licht am Horizont bleibt für fast 20 % der Angestellten bei Agfa-Gevaert. 4000 von 22 000 Jobs weltweit dürften dem Restrukturierungsplan „Horizon“ des Vorstandes zum Opfer fallen. „Wir sind uns bewusst, welche schweren Konsequenzen dieser Plan für viele aus unserer Belegschaft hat“, weiß Vorstandsvorsitzender Ludo Verhoeven.

Wo und wie genau welche Stellen gestrichen werden, das will Agfa jetzt noch nicht sagen, denn darüber will das Unternehmen nach eigenen Angaben mit den Sozialpartnern verhandeln. Aber auch die rund 5500 Angestellten in Deutschland werden betroffen sein, bestätigt der deutsche Agfa-Sprecher Hartmut Hilden.

Mit dem Umbau des Unternehmens will Agfa-Gevaert die operativen Kosten dauerhaft um 550 Mio. Euro senken. Allein in der Produktion soll das Einkommen vor Steuern (Ebit) um 240 Mio. Euro verbessert werden.

„Agfa hat rund 40 Werke weltweit. Das ist eindeutig zu viel und nicht effizient“, so Verhoeven. Kleinere Werke sollen geschlossen werden, die Produktion soll in Werke mit Überkapazitäten verlagert oder an Fremdfirmen vergeben werden. In Deutschland werde es jedoch voraussichtlich keine Werksschließungen geben, so Hartmut Hilden.

Agfa will sich beim Umbau des Konzerns, der weitere Zukäufe beinhalten soll, auf die „neuen digitalen Lösungen“ als treibende Kraft zu konzentrieren und ihre Positionen im klassischen Geschäft stärken.

Nicht nur die Produktionsstätten werden konzentriert, auch das Produktportfolio. „Horizon“ sieht die Verkleinerung der Produktpalette vor. „Agfa hat über 40 000 verschiedene Produkt-Codes und für viel zu viele von ihnen sind die Umsätze sehr gering“, begründet Ludo Verhoeven.

Die Produktion von analogem Filmmaterial solle verringert werden, um der gesunkenen Nachfrage gerecht zu werden. Die Umstellung auf digitale Fotografie gehe schneller als Agfa erwartet habe, gab Verhoeven zu.

Weitere 135 Mio. Euro will Agfa bei den Gemeinkosten sparen. „Wir haben unsere Kosten für den administrativen Überbau mit denen anderer Firmen verglichen und sind überzeugt, dass wir sie beträchtlich senken können“, erläutert Verhoeven.

Diese Überlegungen betreffen vor allem die 22 % Mitarbeiter, die in der Verwaltung tätig sind. Deren Struktur solle einfacher werden. Tätigkeiten könnten in die Töchter ausgelagert werden, um deren Verantwortlichkeit zu stärken, sagte Verhoeven.

In der Beschaffung will Agfa weitere 80 Mio. Euro sparen, die Kosten für Forschung und Entwicklung sollen durch Abbau der Forschung im Bereich analoger Film um 20 Mio. Euro sinken. Und geringere Vertriebskosten sollen das Einkommen vor Steuern (Ebit) um rund 75 Mio. Euro steigern.

Der Abbau des Umlaufvermögens um rund 20 %, das sind umgerechnet 500 Mio. Euro, ist laut Verhoeven bereits im Gange. Bereits in diesem Sommer habe man einen Abbau der Produktion vor allem in Belgien und Deutschland begonnen. Ziel sei, Mittel für weitere Akquisitionen frei zu machen.

Zukäufe in den strategisch wichtigen Marktbereichen sind das zweite Standbein des Horizon-Plans. Auf der Pressekonferenz kündigte Verhoeven direkt die bedeutendste Akquisition an, die man gegenwärtig plane: Agfa werde den 50 Mio. Kanadische Dollar schweren Softwarehersteller Mitra übernehmen, der auf die Ausrüstung von Krankenhäusern spezialisiert sei. Agfa soll ein führender Informationsdienstleister für Krankhäuser werden. Mit Medivision wird ein Spezialist für aktive Ophtalmologie (Augenheilkunde) von Agfa gekauft.

Im Bereich Druck werde man sich mit der Übernahme von Autologic Information International im Bereich Computer-to-Film und Computer-to-Plate verstärken. Es entsteht durch die rund 43 Mio. Dollar teure Übernahme eine neue Agfa-Tochter. Das Unternehmen will damit seine Strategie absichern, vor allem im Bereich Zeitungsdruck und Verpackung zu expandieren.

Die Kosten für „Horizon“ will Ludo Verhoeven auf dieses und nächste Jahr verteilen. Erste positive Wirkungen gebe es schon 2003, aber erst 2004 werde Agfa profitieren. agfa/vwd/rtr/swe

www.agfa.com

Von Agfa/Vwd/Rtr/Stephan W. Eder

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