Personalmanagement

Abenteuerliche Suche nach dem Traumjob

Großunternehmen suchen mit Online-Wettbewerben ihre Kandidaten.

Der Elektronikkonzern Siemens wurde vom Bewerberansturm völlig überrannt, als er im Sommer vergangenen Jahres zum Cyber-Spiel aufrief. Die Kandidaten mussten als „Cyber-Consultants“ auf einem fremden Planeten die virtuelle Stadt „Nouvopolis“ vor Smog retten und zahlreiche Abenteuer bestehen. Mit 2000 Teilnehmern hatte das Unternehmen gerechnet, fast 13 000 beteiligten sich schließlich an „Challenge Unlimited“. Jeder Internet-Nutzer hatte an dem Spiel teilnehmen können, am Ende gaben 10 000 Spieler ihre Daten für Siemens frei. Bis heute ist die Personalabteilung des Elektronikunternehmens mit der Auswertung der Bewerberprofile beschäftigt.
Etwa 30 Bewerber wurden bisher eingestellt – eine recht geringe Zahl im Vergleich zum Aufwand und zu den 1,5 Mio. DM, die die Entwicklung des Spiels gekostet hat. Siemens sucht allein in Deutschland jährlich rund 4000 Fachkräfte. Doch diene das Spiel eher der Imageförderung als der Gewinnung neuer Mitarbeiter, sagt Pressesprecherin Sabine Metzner. „Wir haben unser Ziel erreicht, nämlich uns als junges, innovatives Unternehmen zu präsentieren.“ Über die Hälfte der Teilnehmer, etwa 60 % nämlich, waren im Alter zwischen 24 und 34 Jahren. 10 % der Mitspieler hatten beruflich oder in der Ausbildung mit Informatik zu tun – gerade an Kontakt zu dieser Zielgruppe ist Siemens besonders interessiert. Nebenbei gewann Siemens Daten auch jüngerer Interessenten, die vielleicht einen Ausbildungsberuf ergreifen könnten. Und eine Grundvoraussetzung aller Siemens-Mitarbeiter brachten die Cyber-Consultants sowieso schon mit: „Wir möchten, dass unsere Bewerber sich im Internet bewegen können“, sagt Sabine Metzner. Die Idee zu der Aktion, mit der Siemens in Deutschland eine Vorreiterrolle spielte, hatte ein Personalvorstand aus den USA mitgebracht.
Auch der französische Kosmetikkonzern L’Oréal fordert bei „E-Strat“ zum Mitspielen auf. Über 200 Teams weltweit mit je drei Leuten beteiligten sich am aktuellen Wettbewerb im Frühjahr. Im Gegensatz zur Siemens-Aktion, wo jeder mitmachen konnte, wurden hier die Teams aus einer Reihe von Bewerbern ausgewählt. Sie stellten sich den Herausforderungen der Leitung eines virtuellen Kosmetikunternehmens. Im Rhythmus von je zehn Tagen mussten die Teilnehmer Entscheidungen treffen. Es gewann ein Team aus den USA, das jetzt die Qual der Wahl hat zwischen einer Reise nach London, Tokio oder San Francisco – dem Hauptpreis.
Monika Riemke, Sprecherin der L’Oréal Deutschland GmbH, weist darauf hin, dass diese kostspieligen Verfahren zur Mitarbeiterwerbung auch den Zweck haben, das Unternehmen als Marke bekannt zu machen. Mittlerweile erkundigten sich selbst Analysten nach der Art der Recruitment-Verfahren, um abschätzen zu können, ob ein Unternehmen seine derzeitige Performance auch noch in fünf Jahren halten könne. Bis Ende 2000 wurden weltweit 15 % der neuen Mitarbeiter über das Internet rekrutiert. L“Oréal geht davon aus, dass sich dieser Anteil in Zukunft auf mehr als 25 % erhöhen wird. Die Investition in die Entwicklung des Spiels will L’Oréal optimal nutzen, indem Bausteine des Spiels auch in der internen Weiterbildung eingesetzt werden.
Auch Christina Schreiber, Projektleiterin Rekruiting bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group, sieht den „Strategy Cup“, den die Unternehmensberatung jetzt bereits zum zweiten Mal organisiert, „nicht primär als Einstellungstool“. Hatten sich im vergangenen Jahr 100 Teilnehmer aus bundesweit 300 Bewerbern zur Teilnahme am Spiel qualifiziert, sind in diesem Jahr europaweit 200 Spieler mit dabei. Vier Wochen lang versuchen die Teams, die Marktführerschaft in einem simulierten Markt für Handys zu erringen. Dabei sind sie mit heiligem Ernst bei der Sache.
Im kommenden Herbst wird „Strategy Cup“ noch einmal angeboten, bevor das gesamte Spiel mit neuer Technologie ausgestattet und komplett umgestaltet wird. Susanne Culo, die für die Personalberatung Kienbaum nach „High Potentials“ sucht, sieht Cyberspiele als „gute Zugpferde“, um Kontakte zu möglichst vielen Kandidaten zu knüpfen. Sie erinnert jedoch daran, dass der persönliche Eindruck eines Bewerbers nach wie vor entscheidend ist. Internetspiele könnten ein Assessment Center nicht ersetzen, schließlich stehe der Spaßfaktor im Vordergrund. Das habe den Vorteil, dass die Kandidaten sich nicht wie in einer Prüfungssituation fühlten.
Einen zweiten Trend neben den Cyberspielen sieht Culo in den „Corporate Events“, wenn etwa ein Vorstandsmitglied mit den Kandidaten in lockerer Brunchatmosphäre plaudert. CHARLOTTE SCHMITZ

Von Charlotte Schmitz

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