Beratung

Finanzcheck fürs Auslandssemester

Gut vorbereitet bringen Auslandssemester echte Pluspunkte. Wer im Ausland studiert, erweitert den eigenen Horizont und steigert seine Jobchancen. Für die Finanzplanung hilft folgende Checkliste.

Gut vorbereitet vom Auslandssemester profitieren: Insbesondere globales Denken und Erfahrungen im Ausland werden immer wichtiger.

Gut vorbereitet vom Auslandssemester profitieren: Insbesondere globales Denken und Erfahrungen im Ausland werden immer wichtiger.

Foto: panthermedia.net/Faithie

Studierende der Ingenieurwissenschaften gelten nach wie vor als ausgesprochen bodenständig. Klischee hin oder her, bei der Wahl des Studienortes ist Heimatverbundenheit jedenfalls kein Vorteil! Gefragt sind Flexibilität, Neugier und Offenheit. Wer im Ausland studiert, erweitert den eigenen Horizont und steigert seine Jobchancen. Nicht nur Konzerne, auch viele mittelständische Unternehmen leben vom Export, und daher sind Absolventen mit Auslandserfahrung besonders gefragt, weiß man beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Ein Semester mehr? Kein Problem. „Ein Auslandsaufenthalt zahlt sich aus. Man lernt so, in globaler Dimension und Verantwortung zu denken und zu handeln und profitiert nach der Rückkehr von den neuen Kontakten. Nicht zuletzt suchen immer mehr deutsche und internationale Unternehmen nach Absolventinnen und Absolventen mit Auslandserfahrung“, sagt DAAD-Sprecher Bastian von Jarzebowski. Wo ein Auslandsstudium am meisten bringt, hängt von der jeweiligen Fächerkombination ab. Von Jarzebowski rät, nicht nur klassische Zielländer wie die USA ins Visier zu nehmen, sondern z. B. auch Richtung Mittel- und Osteuropa zu schauen: „Länder wie Polen, Estland oder Lettland haben viele noch nicht auf dem Schirm, dabei finden sie dort sehr gute Bedingungen vor.“

Kein Geld, kein Auslandssemester? Es gibt Unterstützung.

Ein Auslandsstudium kostet. Von den Studiengebühren mal ganz abgesehen, braucht es auf jeden Fall Geld für Hin- und Rückflug oder –fahrt(en), www.auslandsbafoeg.de

Bildungskredit der Bundesregierung

Unabhängig vom Einkommen der Eltern oder des Partners wird für ein Auslandssemester der zinsgünstige Bildungskredit der Bundesregierung angeboten.
www.bva.bund.de/DE/Themen/Bildung/Bildungskredit/bildungskredit-node.html

Stipendien und Zuschüsse

Eine große Zahl von Stipendien und Zuschüssen für das Studium weltweit kann beim DAAD beantragt werden. Es gibt allgemeine so wie länder- oder fachspezifische Angebote, dazu umfassende Beratung.
www.daad.de/ausland/de

Erasmus+ in der EU

Wer vor allem im europäischen Ausland studieren möchte, ist beim Programm Erasmus+ gut aufgehoben.
www.erasmusplus.de/erasmus/bildungsbereiche/hochschulbildung

Einige Unternehmen und private Stiftungen bieten ebenfalls Unterstützung beim Auslandsstudium an. Die sorgfältige Recherche im Internet lohnt sich!

Zusatzversicherungen sind erforderlich

Fürs Auslandsstudium gilt: Die gesetzliche Krankenversicherung reicht nicht! Denn sie übernimmt längst nicht alle Kosten, die bei einer ambulanten oder stationären Behandlung im Ausland anfallen. Und diese Kosten können, nicht nur in den USA, extrem hoch ausfallen. Martina Palm, Versicherungsexpertin beim DAAD, empfiehlt: „Grundsätzlich sollte jeder Studierende eine private Auslandskrankenversicherung oder Auslandskrankenzusatzversicherung abschließen, für Behandlungskosten, die von der Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung nicht erstattet werden, und auch für den Fall eines medizinisch notwendigen Rücktransport oder Rückführungskosten.“ Wer beispielsweise für Urlaubsreisen schon eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat, sollte überprüfen, ob diese für die gesamte Dauer des Auslandsaufenthalts gilt.

Auch beim Thema verschreibungspflichtige Medikamente ist eine gute Vorbereitung entscheidend, denn je Land gelten ganz unterschiedliche Vorschriften. Also bitte klären, ob, unter welchem Namen, wie und wo wichtige Medikamente oder die „Pille“ vor Ort erhältlich sind und was auf Vorrat mitgenommen werden darf. Bei einigen Präparaten ist es ratsam, ein ärztliches Attest mitzunehmen. Infos zur Mitnahme gibt es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.

Gesetzliche Unfallversicherung reicht nicht

„Bei einem Auslandsstudium besteht kein Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung“, warnt Martina Palm. Rechtzeitig vor Beginn des Auslandsstudiums sollten Hochschüler sich also um ihren Unfallversicherungsschutz kümmern. Und, ganz wichtig: eine Privathaftpflichtversicherung sollte im Gepäck sein! Tipps für den Leistungs- und Preisvergleich: Zusatzangebote der eigenen Versicherung einbeziehen. Wer mehrere Policen bei einer Gesellschaft abschließt, kann Rabatt bekommen. Der DAAD bietet seinen Stipendiaten ein Kombipaket für die Kranken-, Unfall- und Privathaftpflicht an.

Vorsicht bei der Gebühr für Bargeld

Am Geldautomaten wird fast immer eine – pauschale oder prozentuale – Gebühr fällig. Je nach Abhebebetrag kann der Einsatz der Giro- oder Kreditkarte günstiger sein. Einige Banken werben mit gebührenfreien Kreditkarten und kostenlosem Abheben – aber auch dabei können Auslandseinsatzgebühren erhoben werden.

Ganz wichtig: In jedem Fall vor dem Start ins Ausland mit der Bank ausdrücklich einen ausreichenden Verfügungsrahmen vereinbaren! Der übliche Rahmen sowie übliche Überziehungsmöglichkeiten gelten im Ausland nicht immer.

Checkliste und weitere Tipps

Zu einem Auslandssemester startet man nicht spontan. Die Vorbereitungen sollten am besten schon anderthalb Jahre vorher beginnen. Was wann zu beachten ist, hat der DAAD in einer detaillierten Checkliste auf seiner Homepage zusammengestellt.

Diese und eine Menge weiterer Informationen finden Interessierte auf www.studieren-weltweit.de/infos-finden Darunter sind auch Tipps zum Jobben nebenher. Das bringt nicht nur Geld, sondern eine Menge lohnender Auslandserfahrung – und gerade die ist ja bei künftigen Ingenieuren von ihren potenziellen Arbeitgebern gefragt.

Tipp:
Absolventen mit Auslandserfahrung

 

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