Qualitätssicherung 29.07.2005, 00:00 Uhr

Fahrzeugbau: Entwickler und Konstrukteure gefragt

Immer wieder kommt es zu technisch bedingten Katastrophen oder umfangreichen Rückrufaktionen durch Fehler im Fahrzeugbau. Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht an das schwere Zugunglück von Eschede oder teure Rückrufaktionen der Automobilindustrie? Es stellt sich die Frage, ob solche Katastrophen vermeidbar sind und was die Unternehmen mit ihren Mitarbeitern dazu beitragen können.

Fahrzeugbau: Entwickler und Konstrukteure sind mehr gefragt denn je.

Fahrzeugbau: Entwickler und Konstrukteure sind mehr gefragt denn je.

Foto: panthermedia.net/Iurii

Bei näherer Betrachtung zeigt sich eines ganz klar: Durch eine bessere Prozessbeherrschung in Entwicklung und Produktion sowie Lückenschließung in Fertigungs- und Entwicklungsprozessen kann zumindest die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse erheblich gesenkt werden!

Fahrzeugbau-Projekte müssen auf den Prüfstand

Dazu bedarf es allerdings einer Überprüfung und ggf. Revision der herrschenden Vorgehensweisen bei Fahrzeugbau-Projekten in den Unternehmen. So könnte man zu folgenden Erkenntnissen gelangen:

  • Über Sicherheits- und Kostenrisiken muss intensiver nachgedacht, Randwerte und Aussagesicherheit von Simulationen müssen vergrößert werden. Klar bleibt aber, dass Fehler nur durch Kalibrierung mit Versuchen sicher vermieden werden können.
  • Werkzeuge in Fertigung/Entwicklung müssen angemessen eingesetzt werden, um zum Beispiel Vernetzungsfehler zu vermeiden, richtige Randwerte zu wählen usw. Es muss zu zuverlässigen Aussagen kommen. Allerdings werden nur durch Erprobung Fehler ausgeschlossen. Natürlich ist Wirtschaftlichkeit wichtig, und die Erprobungstiefe muss immer wieder überprüft werden.
  • FMEA (Fehlermöglichkeiten-Einflussanalyse) muss ausreichender betrieben werden. Sie gibt kritische Pfade vor. Systematische FMEA, Auf-/Ausbau von handelbaren Expertendatenbanken und Zugriff auf Erfahrungen/Kernkompetenzen der Mitarbeiter müssen als Quellen der Erkenntnis verstärkt genutzt werden. Outsourcen ist an dieser Stelle tödlich!
  • Kosteneinsparungen müssen ganzheitlich gesehen werden. Was auf den ersten Blick bahnbrechend aussieht (zum Beispiel Werkstoffeinkauf in Billigländern, neue Unterlieferanten, Fertigungsoptimierungen) schmilzt bei Berücksichtigung der Sekundärkosten dahin. Statt der erwünschten Einsparungen entstehen zusätzliche Entwicklungsschritte und -schleifen wie Nachberechnungen, neue Simulationen, Erprobungen usw.

Fahrzeugbau: Entwickler und Konstrukteure mit besonderer Verantwortung

Um diese ehrgeizigen Aufgaben zu meistern, bedarf es im Fahrzeugbau insbesondere erfahrener Führungskräfte und Projektmanager aus der Entwicklung und Konstruktion. Das höhere Management muss dafür sorgen, dass diese Ingenieure in den Projekten entscheidend die Kompromissfindung aus Kosten, Kunden-/Fertigungsanforderungen, Umweltverträglichkeit und realistischen Zeitabläufen beeinflussen können.

Zudem müssen sie sich mit den Entwicklungswerkzeugen nach Stand der Technik und Effizienz, Chancen und Risiken im Entwicklungsprozess auskennen. An Optimierungen des Entwicklungsprozesses mit Vertrieb, Fertigung, Qualitätssicherung müssen sie leitend beteiligt werden. Zudem bedarf es eines klaren Bewusstseins, dass das menschliche Leben vor allem im Fahrzeugbau sehr stark von präziser Technik abhängt.

Fahrzeugbau und höchste Qualität: Untrennbar verbunden

Werden Konstruktion und Entwicklung in diesem Sinne verstanden, könnte dies Unternehmen und Betroffenen viele Probleme ersparen. Hier stehen Fach- und Führungskräfte vor einer ehrgeizigen Aufgabe. Wer die richtige Einstellung und „Rezepte“ mitbringt, dürfte sich für höhere Aufgaben empfehlen.

 

Ein Beitrag von:

  • Bernd Andersch

    Bernd Andersch ist Karriere-Coach, Sachbuchautor und Spezialist für Bewerbungsstrategien.

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