Karrierestrategie

Erfolgreiche Karrieretypen

Den Karrieretypen schlechthin gibt es nicht. Es gibt keine Characterzüge, die Menschen prinzipiell verhindern, Karriere zu machen. Die Instrumente, die Karrieremacher einsetzen, um vorwärts zu kommen, sind jedoch sehr unterschiedlich. Oftmals sind die ersten zwei bis drei Jahre im Job für den weiteren Berufsweg entscheidend.

Den Karrieretyp schlechthin gibt es nicht.

Den Karrieretyp schlechthin gibt es nicht.

Foto: pantheremedia.net/focuspocusltd

„Auch ich musste erst die Millionen verdienen, bevor es Milliarden wurden!“ So könnte der Rat von Bill Gates für ambitionierte Karrieremacher lauten. Wenn Sie etwas bescheidenere Ansprüche stellen, können Sie mit den Ratschlägen normalerer Karrieretypen mehr anfangen.

Carola M. ist „Netzwerktechnikerin“. Sie setzt Schrauben, zieht sie fest, bis ein starkes Beziehungsnetz entstanden ist. Die Vertriebsmanagerin empfiehlt: Auch außerhalb des direkten Arbeitsumfeldes kontakten, wichtige Karrieretypen kennenlernen und keine Angst vor dem Vorstand haben. Hallo sagen, Banalitäten austauschen, über gute Arbeitsergebnisse plaudern. Ihr Motto: Nase zeigen, Gutes tun, darüber sprechen. Als „Arbeiter“ verstehen sich Matthias Z. und Jochen R.; der eine, gerade 25 Jahre alt, verdient ohne Studium in der Telekommunikationsbranche 150 000 DM, der andere als Manager für Internet-Projekte 200000 DM. Beide setzen auf hohes Engagement: Ärmel hochkrempeln, sich für keine Arbeit zu schade sein, bis Mitternacht für die Firma da sein. Ihre Devise: In den richtigen Projekten engagiert mitarbeiten, sich die Arbeit aber auch bezahlen lassen.

Auch Karrieretypen müssen lernen

Der „Psychologe“ unter den Karrieretypen wendet ein anderes Erfolgsrezept an. Erste Jahre sind Lernjahre. Man sollte sich selbst unter Praxisbedingungen kennenlernen. Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Das sind für ihn die entscheidenden Ausgangsfragen. Sind die Ziele klar, sollte beim Jobwechsel ruhig experimentiert werden. Wenn nicht zu Beginn der Karriere experimentieren – wann dann? Joachim H. ist Biologe und der „Konzentrator“. Er entwickelte sich durch zwei Stellenwechsel mit nur zwei Bewerbungen vom Pharmareferenten zum Produktmanager in der Gentechnologie. Er konzentriert sich auf die Arbeit, hält sich fachlich auf aktuellem Stand. Sehr nüchtern betrachtet er den Arbeitsmarkt, bis die Stelle angeboten wird, die ihn interessiert. Dann erzwingt er die Personalentscheidung für sich.

Auch der „Penetrator“ verfolgt beharrlich seine Ziele. Wurde ihm etwas vom Vorgesetzten versprochen, hakt er gnadenlos, aber freundlich nach. Seine Leitsätze: Wissen, was man will; nicht abschütteln lassen; Frustschwelle hoch setzen; Ablehnung nicht persönlich nehmen. Mit schlechten Noten und gutem Durchhaltevermögen bewarb sich der Wirtschaftsingenieur Gunther S. ein Jahr telefonisch, bis er eine Stelle im Controlling eines internationalen technologie Konzerns fand. Zwei Jahre später wechselte er in die Europazentrale nach London. Heute gehört er zu den gefragten Karrieretypen.

Thomas P. lebt seinen Beruf wie ein „Pionier“. Der Dr. Ingenieur wechselte vor einigen Jahren in Goldgräberstimmung in die Venture Capital-Szene. Heute ist er Geschäftsführer und sehr erfolgreich mit seinen Projekten der Nanotechnologie. Der Mut, sich auf Neues einzulassen, zeichnet ihn aus. Er rät, Entwicklungen zu verfolgen, persönliche Chancen daraus abzuleiten und alles zu tun, um zum Karrieretypen zu werden und den angepeilten Job zu finden.

Charisma, Charme und Macht zeichnen Karrieretypen aus

Die wirklichen Großverdiener unter den Karrieretypen zeichnen andere Eigenschaften aus: „Charismatiker“, die mit ihrer faszinierenden Ausstrahlung immer auf der Gewinnerseite des Lebens scheinen; „Glücksritter“, die zur richtigen Zeit im richtigen Unternehmen landen, sich automatisch entwickeln, bis sie für viel Geld abgeworben werden. Durch seine Ausstrahlung und Freundlichkeit ist er nahezu bestechend und wickelt jeden um den kleinen Finger.

Er interessiert sich aufrichtig für seine Mitmenschen. Wer umgibt sich nicht gerne mit solchen Mitarbeitern? Sie werden deshalb quasi automatisch gefördert, ohne sich zu verausgaben. Sein Leitsatz: Freundlichkeit und Interesse an Mitmenschen zahlen sich mehrfach aus. Andere Karrieren werden durch Geld- und Machttrieb beflügelt. Horst G. avancierte in vier Jahren vom technischen Einkäufer zum Alleingeschaftsführer. Seine Philosophie für Karrieretypen: Aufräumarbeiten leisten, wenig Emotionen zeigen, immer größere materielle Ziele stecken.

Fachwissen ist für Karrieretypen nicht mehr schädlich

Auch andere Karrieretypen erleben eine Renaissance: „Der Fachmann“. Konstrukteure, Entwickler, Forscher und andere Spezialisten dürften mittelfristig sehr knapp werden. Da muss man schon einiges seitens der Unternehmen tun, um diese Fachkräfte ins Boot zu holen und sie zu binden. Wissen ist wieder Macht!

Es wurden hier einige Menschen beschrieben, die durch einen Charakterzug dominiert werden. Doch eine gute Mischung ist für Karrieretypen und ihre Umwelt verträglicher. Und: Bei allen beruflichen Ambitionen sollten für eine ausgewogene persönliche Abschlussbilanz Moral, Ethik, private Ziele nicht auf der Strecke bleiben.

 

Von Karriere-Coach Bernd Andersch, andersch-consulting.de

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