Berufliche Entwicklung

Entwicklung, Forschung & Co.: Karriere-Risiko Spezialisierung

Der Karriere-Start eines Absolventen der Ingenieurwissenschaften in einer Entwicklungs-, Forschungs- oder Konstruktionsabteilung liegt auf der Hand. Mit zunehmender Verweilzeit stellt sich der Ingenieur allerdings häufig die Frage, mit welchem Karriererisiko seine hohe berufliche Spezialisierung verbunden ist.

Die Karriere sollte auf eine breite Basis gestellt werden.

Die Karriere sollte auf eine breite Basis gestellt werden.

Foto: panthermedia.net/h9images

Ganz von der Hand zu weisen sind die Bedenken hinsichtlich der Karriere nicht, besonders dann nicht, wenn:

  • die ausgeübten Tätigkeiten sehr speziell sind,
  • die Produkte und Technologien, an denen gearbeitet wird, sehr speziell sind,
  • es nur wenige potenzielle Arbeitgeber gibt, für die die gesammelten fachlichen Erfahrungen interessant sind,
  • Tätigkeiten, Produkte, Technologien über mehrere Jahre relativ konstant bleiben.

Karriere: Ausgeprägte Spezialisierung birgt hohes Risiko

Je mehr Faktoren zutreffen, desto problematischer kann die Karriere-Situation für einen Ingenieur werden, der den Arbeitgeber oder das Betätigungsfeld wechseln möchte.Hat nicht gerade ein Unternehmen der gleichen Branche oder ein Mitbewerber Vakanzen zu besetzen, dürfte sich die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz schwierig gestalten. Zudem kämpft fast jeder Entwickler, Konstrukteur oder Forscher mit der „Altersproblematik“. Nirgendwo dürfte der Zwang, ständig zu lernen und sich permanent mit den neuesten Technologien auseinandersetzen zu müssen, größer sein. Verliert der Ingenieur den Anschluss, verliert er wahrscheinlich über kurz oder lang den Arbeitsplatz. Mit viel Glück kann sich dann der Entwickler in einer Nischenposition halten oder wird aus „humanitären“ Gründen vom Arbeitgeber in eine Parkposition versetzt.

Besonders gefährdet sind Entwickler, die sich überwiegend – wenn auch anspruchsvollen – Sachaufgaben widmen. Zwar sind sie auf ihrem Gebiet fit wie kein Zweiter, aber eben nur dort. Meist bleiben andere Bereiche, die zur Fortsetzung der Karriere wichtig sind, gänzlich auf der Strecke.

Karriere auf breite Basis stellen

Daraus folgt nicht, dass der begeisterte Ingenieur den spannenden Aufgaben in Entwicklung, Forschung und Konstruktion schnell den Rücken zukehren muss. Er sollte aber seine Karriere gezielt auf eine breitere Basis stellen, um zu einem späteren Zeitpunkt ins Projektmanagement oder in die Managementschiene wechseln zu können – möglicherweise sogar in eine andere Branche. Da Entwickler und Forscher sehr häufig in großen Unternehmen arbeiten, sollten sie sich zudem für mittelständische Unternehmen attraktiv halten.

Was heißt das konkret, worauf ist zu achten? Wichtig für die Karriere bei anderen Arbeitgebern sind zum Beispiel Erfahrungen in der Projektplanung, -organisation und –koordination. Praxis in der Zusammenarbeit mit Kunden wird gleichfalls gerne gesehen. Wer nur mit internen Stellen zu tun hat, verliert schnell den Blick für den Markt, der in Folgepositionen wahrscheinlich zwingend notwendig ist. Genauso bedeutend ist es, Schnittstellenqualitäten in der Zusammenarbeit mit anderen internen Abteilungen wie Vertrieb, Produktion und Einkauf nachzuweisen.

Betriebswirtschaftliche Kompetenzen für die Karriere stärken

Wichtig ist es für die Karriere auch, den Blick für betriebswirtschaftliche Aspekte zu schärfen. Zudem sollte im Sinne der fortschreitenden Globalisierung auf die Beteiligung an internationalen Projekten und Aufgaben geachtet werden. Auch (vorübergehende) Teamleitungserfahrungen können später den entscheidenden Vorsprung gegenüber einem anderen Kandidaten bringen oder den Anspruch auf eine Führungsposition untermauern.

Die genannten Erfahrungen sind allemal für andere Unternehmen wertvoller als das über die Jahre gesammelte Fachwissen. Die Fortsetzung der Karriere in einer anderen Branche, im Projekt- oder Produktmanagement oder einer Führungsposition ist dann nicht ausgeschlossen.

In den Förder- bzw. Mitarbeitergesprächen sollte der Entwicklungs-, Forschungs- und Konstruktionsingenieur mit Nachdruck Aufgaben und Projekte einfordern, die sein Erfahrungsspektrum in entsprechender Weise erweitern.

 

  • Bernd Andersch

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