Berufliche Neuorientierung 24.07.2009, 00:00 Uhr

Ein flexibler Kandidat findet leichter einen Job als Ingenieur

Flexibilität und Mobilität muss ein Kandidat zeigen, denn sie gehören heute zu den Schlüsselqualifikationen für Ingenieure. Die Schlagzahl des Marktes ist hoch und die Unternehmen stehen unter ständigem Innovations- und Rationalisierungsdruck. Deshalb müssen auch die Mitarbeiter idealerweise rund um den Globus einsetzbar sein.

Der Kandidat sollte idealerweise rund um den Globus einsetzbar sein.

Der Kandidat sollte idealerweise rund um den Globus einsetzbar sein.

Foto: panthermedia.net/violetkaipa

Gut, wenn man Ingenieure an Bord hat, die aufgrund ihrer großen Flexibilität in viele Projekte passen bzw. schnell eingepasst werden können und eine hohe Bereitschaft zur Mobilität mitbringen. Die deutschen Personaler denken aber seit eh und je strikt konservativ – von Ausnahmen einmal abgesehen. Im Ingenieur-Screening fällt insbesondere der Kandidat auf, der in jeglicher Hinsicht einen stromlinienförmigen Lebenslauf vorweisen kann.

Dieser Kandidat steht allerdings in der Regel genau für das Gegenteil von Flexibilität und Mobilität. Ein Beispiel dafür: Ein deutscher Ingenieur, der seit Jahren in Japan arbeitet, stellt seinen Lebenslauf in eine Bewerberdatenbank. Er möchte aus Japan in die Heimat zurückkehren und sucht daher einen Job in Deutschland. Er bekommt aber lediglich Angebote, die mit einer erneuten Entsendung nach Japan verbunden sind. Dieser Fall lässt sich ja noch halbwegs nachvollziehen.

Wie kann ein Kandidat im Gespräch zeigen, dass er ein flexibler Ingenieur ist?

Wenig nachvollziehbar ist allerdings die während eines Vorstellungsgesprächs an eine Kandidatin für eine Geschäftsführungsposition gerichtete Frage, ob sie denn bereit wäre, von Niedersachsen nach Schleswig-Holstein umzuziehen. In einer global denkenden Welt eine disqualifizierende Frage, nicht für den Bewerber, sondern für den Fragesteller. Der Kandidat wird sich das vor der Bewerbung überlegt haben.

Im nächsten Fall schreibt sich ein Produktions- und Prozessexperte die Finger wund, um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch als Fertigungsleiter zu kommen. Der Kandidat hat einen im Grunde beeindruckenden Werdegang als Ingenieur hinter sich. Zunächst arbeitete er einige Jahre erfolgreich als Produktionsleiter, danach als Leiter Logistik, Materialwirtschaft, Qualitätsmanagement, und zuletzt leitete er dann einen Standort für den Vertrieb international gefertigter Produkte in Europa. Der Kandidat bietet somit ein Höchstmaß an Flexibilität, die aber jeden Personaler in Deutschland überfordert. Wie passt dieser Kandidat in die Position als Fertigungsleiter? Seine Erfahrungen auf diesem Gebiet liegen doch schon mehr als sieben Jahre zurück. Ach ja, und dann die verschiedenen Unternehmensgrößen, die unterschiedlichen Branchen etc.

Der Kandidat muss in seinem Lebenslauf als Ingenieur Schwerpunkte setzen

Was ist also zu tun, wenn man als Kandidat über einen Lebenslauf verfügt, der viel Flexibilität und Mobilität im Job des Ingenieurs ausweist und nach etlichen schriftlichen Bewerbungen dennoch nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird? In solchen Fällen muss über die Inhalte im Lebenslauf und in den Anschreiben neu nachgedacht werden. Es sollte zwar nicht gelogen werden, aber die Kandidaten entscheiden schließlich selbst, was in ihrer Bewerbung steht und was nicht. Im Fall des Produktions- und Prozessexperten hatte dieser beispielsweise seine aktuelle Verantwortung für die internationalen Produktionsstandorte nur beiläufig erwähnt. Dies sollte er jedoch im Lebenslauf deutlicher formulieren. Zudem war er maßgeblich an Produktionsverlagerungsprojekten beteiligt.

Auch das könnte hervorgehoben werden. Die Projekte im Bereich Materialwirtschaft, Logistik und Standortleitung können dagegen beiläufiger behandelt werden. Auch ist zu überdenken, dass die Branchen, in denen der Kandidat als Ingenieur arbeitete, möglicherweise etwas erläutert werden müssen. Bei einer wesentlichen Station im Lebenslauf handelt sich beispielsweise um einen Job bei einem Automobilzulieferer, so steht es zumindest im Lebenslauf einer Bewerbung, die an ein Unternehmen im Bereich regenerative Energien gerichtet ist. Weder Lebenslauf noch Anschreiben ist jedoch zu entnehmen, dass es sich auch um einen Zulieferer für Photovoltaikunternehmen handelt. Hier gehört also etwas Kreativität und Überlegung dazu, um das Denken der Personaler in die richtige Richtung zu leiten.

Manch ein Kandidat findet im Ausland sein Glück als Ingenieur

Gut, mancher Kandidat kann seinen Lebenslauf als Ingenieur nicht flexibel den jeweiligen Stellenangeboten anpassen. Was dann? Die Ingenieurin, die vor einem Jahr aus China zurückgekehrte, bewarb sich neun Monate ohne Erfolg auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Wir suchen keine Ingenieure mit Chinaerfahrung stand in den Absagen! Dann stieß sie auf die Stellenanzeige eines bekannten österreichischen Unternehmens. Sie führte dort drei Vorstellungsgespräche. Ihr Chinaaufenthalt wurde als sehr interessant empfunden. So berichtete sie beispielsweise über ihr „Cubicle“ mit Blick auf den Platz des Himmlischen Friedens.

Keiner der anwesenden Personalentscheider kam auf die Idee, ernsthaft zu hinterfragen, ob sich die Ingenieurin denn wirklich ein Leben in kleinstädtischer Atmosphäre in Österreich vorstellen könne. Das wäre auch eine mehr als dumme Frage gewesen. Die Kandidatin hätte sich ja sonst gar nicht um die Stelle beworben. Jenseits unserer Grenzen haben es flexible und mobile deutsche Ingenieure also teilweise sehr viel leichter, einen entsprechenden neuen Job zu finden. Zumindest sollte das benachbarte Ausland bei den Bewerbungen nicht vernachlässigt werden. Das muss ein Kandidat im Kopf behalten, der eine Stelle als Ingenieur sucht.

 

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