Tipps für den Berufsstart

Die Probezeit erfolgreich meistern

Wie oft im Leben täuscht auch der erste Eindruck vom neuen Arbeitgeber nicht. Das kann Hinweise auf den Verlauf der Probezeit geben. Ist etwa ungeklärt, wo der neue Mitarbeiter sitzen soll, hat sich niemand Gedanken über die Einarbeitung gemacht, fehlen erste Arbeitsunterlagen usw. kann man sich schon denken, wie es weitergeht.

Networking ist in der Probezeit besonders wichtig.

Networking ist in der Probezeit besonders wichtig.

Foto: panthermedia.net/AlexFedorenko

Lassen Sie sich die Vorstellungsgespräche noch einmal durch den Kopf gehen. Gab es Hinweise auf Konfliktpotenziale? Weshalb wird die Stelle besetzt? Woran ist der Vorgänger gescheitert? Was ist aus dem Vorgänger geworden? Auch wenn ein Mitarbeiter für Ihre Position ins Glied zurückgestuft oder der Vorgänger wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde, Ihnen gleichwertige Mitarbeiter unterstellt werden usw. kann es zu Problemen kommen, auf die nicht erst in der laufenden Probezeit eine Antwort gesucht werden muss.

Wie oft im Leben täuscht auch der erste Eindruck vom neuen Arbeitgeber nicht. Alle Warnlämpchen sollten leuchten, wenn er zu Beginn Gleichgültigkeit zeigt. Ist etwa ungeklärt, wo der neue Mitarbeiter sitzen soll, hat sich niemand Gedanken über die Einarbeitung gemacht, fehlen erste Arbeitsunterlagen usw. kann man sich schon denken, wie es weitergeht. Aber auch Vorstellungsrunde und erster Betriebsgang liefern Aufschlüsse zum Betriebsklima, Mitarbeiter- und Kollegenverhalten usw. Beobachten Sie gründlich. Behalten Sie Unangenehmes gut in Erinnerung. Je mehr Sie diesbezüglich registrieren, desto vorsichtiger und überlegter sollten Sie die Probezeit angehen.

Ursachen für das Scheitern in der Probezeit

Der Arbeitgeber selbst ist häufig nicht die Ursache für ein Scheitern in der Probezeit. Er löst mit der Besetzung der offenen Stelle ein Problem und bedankt sich i.d.R. mit Vertrauen und Unterstützung. Probezeiten scheitern eher am ungeschickten Verhalten der Kandidaten. So möchte etwa jemand, der beim alten Arbeitgeber unter Wert eingesetzt war, frustriert oder verschmäht wurde, in der Probezeit zeigen, was in ihm steckt. Möglicherweise überfordert er im Übereifer die Organisation oder übersieht gewachsene Strukturen u.ä. Reflektieren Sie daher nach jedem Arbeitstag Ihr persönliches Verhalten, damit Sie schnell gegensteuern können.

Ohne Freunde im Job geht es nicht. Um nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten, sollten Spielregeln unter den Mitarbeitern beobachtet und erfragt werden. Hier einige weitere beachtenswerte Punkte für die Probezeit: Lob kommt besser an als vorschnelle Kritik, Zuhören besser als Ratschläge, Fragen führt zu neuen Erkenntnissen – eigene Monologe nicht. Zu große Vertraulichkeit neuer Kollegen sollte nicht zum Ausplaudern von Intimitäten führen. Der vertrauliche Kollege ist möglicherweise in der nächsten Runde der größte „Feind“. Ein Studium von Dale Carnegies Bestseller „Wie man Freunde gewinnt“ tut jedem vor Antritt der Probezeit gut.

Networking in der Probezeit

Wer lieber anderen Menschen aus dem Weg geht, sollte sich trotzdem vornehmen, jeden Tag in der Probezeit einen neuen Kollegen kennenzulernen. Pausen- und Arbeitszeiten sollten verstärkt zum Aufbau eines Netzwerkes genutzt werden. Wer Kontakte aufbaut, lernt viel über das Soziogramm des Unternehmens. Welches sind die wichtigen formellen und informellen Figuren? Wo sitzen die Drahtzieher und die graue Eminenz? Versuchen Sie näher in Kontakt mit diesen Menschen zu kommen. Ein gemeinsames Mittagessen bringt in der Probezeit oftmals mehr als eine Unterrichtsstunde zum eingesetzten DV-System im Unternehmen. Revolutionäre Leistungen werden von Neulingen in der Probezeit ohnehin nur in Ausnahmefällen erwartet.

Oft wird das Unternehmen gewechselt, weil berufliche Träume unerfüllt blieben. Mit dem neuen Arbeitgeber verbindet sich häufig der Aufbruch in eine „bessere Welt“. Das wird ja meist in den Vorstellungsgesprächen untermauert. Die Illusion weicht meist nach wenigen Tagen der Probezeit. Es kommt zur normalen Sicht mit Problemen, die man bereits (vom vergangenen Arbeitgeber) kennt. Begeisterung weicht erster Enttäuschung. Diese Situation kann für den zum Verhängnis werden, der mit Aggression oder Frustration reagiert. Wer nach erfolgreichem Vorstellungsgespräch den neuen Arbeitgeber mental entzaubert, tut sich meist leichter und freut sich über alle Dinge, die dann doch besser laufen als angenommen.

Die Probezeit mit Selbstorganistation angehen

Gehen Sie diszipliniert, organisiert, systematisch in die Probezeit. So entsteht erst gar nicht der Eindruck, Sie seien unpünktlich, unzuverlässig, nutzlos, vergessen Dinge, schätzen sie falsch ein, sind unsicher. Termine und Arbeitsauslastung sollten geplant werden. Überstunden signalisieren nicht nur Fleiß sondern auch Überlastung und sollten daher freiwillig nicht sofort in den ersten Tagen geleistet werden. Urlaub und Auszeiten verbieten sich ebenfalls. Leerkapazitäten sollten Vorgesetzten angezeigt oder Kollegen zur Unterstützung angeboten werden. Um sich schnell im neuen Job einzufinden, sollten Arbeitsabläufe und Schnittstellen dokumentiert werden. Verifizieren Sie die Erkenntnisse mit Kollegen oder Vorgesetzten.

Werden während der Probezeit Aufgaben mit Fertigstellungsterminen an Sie heran getragen, fragen Sie genau nach, was erwartet wird. Prüfen Sie, ob vorgegebener Zeitrahmen und Randbedingungen realistisch sind. Setzen Sie u.U. Instrumente des Projektmanagements ein, um professionell zu wirken. Kommen Sie zum Ergebnis, dass die Aufgabe in der gewünschten Form nicht machbar ist, sollte das dem Vorgesetzen mündlich und schriftlich erläutert und fundiert begründet werden. Sie laufen sonst von Beginn an unrealistischen Zielen hinterher und können in der Probezeit wenig punkten. Für später aufkommende Diskussionen kann es zum Selbstschutz nicht schaden, auf die schriftlich fixierten Bedenken zu verweisen.

Zielvereinbarungen für die Probezeit

Stellen Sie mit dem Vorgesetzten klare Ziele für die Probezeit auf. Dazu gehört ein Einarbeitungsprogramm mit zu durchlaufenden Stationen, Start-/Endzeitpunkte, erwartete Arbeitsbeiträge und -ergebnisse. Vereinbaren Sie im 14-tägigen Abstand Feedback-Gespräche. So ergibt sich die Chance, aufziehende Differenzen rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Prüfen Sie kritisch die Aussagen des Vorgesetzten aus dem Vorstellungsgespräch. Beklagte er sich etwa über Macherqualitäten seiner Mitarbeiter, ist lange noch nicht gesagt, dass er diese Qualität wirklich schätzt. Forderte er den Aufbau eines Projektmanagements, muss das nicht bedeuten, dass er eine Institution meint, die diesen Namen verdient. Mit viel Geschick ist zu ergründen, in welche Richtung verdeckte Wünsche des Vorgesetzten gehen.

 

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