Teamwork 26.11.2004, 01:00 Uhr

Das Mitarbeitergespräch richtig führen

Was wird nicht alles über das Mitarbeitergespräch in Führungsseminaren gelehrt und in Managementbüchern geschrieben. So ist klar, dass bei besonderen Leistungen aufrichtige Anerkennung durch den Vorgesetzten besonders motiviert, der Vorgesetzte sich ausreichend zu Inhalt und Form auf das Gespräch vorbereitet, zukünftige Ziele klar und deutlich festlegt, sich der Mitarbeiter mit Zielen besonders gut identifiziert, wenn er sie mit dem Vorgesetzten ausgehandelt hat usw.

Wichtig für die Umsetzung eigener Pläne: Im Mitarbeitergespräch den Vorgesetzten genau beobachten.

Wichtig für die Umsetzung eigener Pläne: Im Mitarbeitergespräch den Vorgesetzten genau beobachten.

Foto: panthermedia.net/pressmaster

Es ist auch klar, dass Motivation und Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern durch das verbale und non-verbale Verhalten der Führungskräfte in den Mitarbeitergesprächen wesentlich bestimmt werden. Doch nicht jeder Arbeitnehmer hat das Glück, im Mitarbeitergespräch auf einen Chef zu stoßen, der sich professionell vorbereitet hat. Enttäuschung und Frust treten an die Stelle der Motivation. Besonders schlecht sind allerdings Untergebene dran, deren Vorgesetzte per se schwierige Persönlichkeiten sind. Sie verstehen ihre Mitarbeiter als Objekte und sind besonders schwer in ihren Absichten und Plänen auszumachen. Ihre Erklärungen dürfen nicht wortwörtlich genommen werden, bedingen große Nehmerfähigkeiten der Mitarbeiter und sind insgesamt mit äußerster Vorsicht zu genießen.

So erlebt ein ambitionierter jüngerer Entwicklungsleiter eines mittelständischen Unternehmens jedes Jahr aufs Neue seinen cholerischen Vorgesetzten. Wie immer kritisiert der Geschäftsführer im Mitarbeitergespräch die Leistungen des Ingenieurs als unzureichend. Stets erwähnt er, dass er eine offizielle Beurteilung gar nicht aussprechen oder festschreiben möchte, sie würde nach seinen Worten „vernichtend“ ausfallen. Über eine Gehaltserhöhung sei in Anbetracht dieser Situation nicht zu diskutieren. Der Ingenieur kennt seinen Vorgesetzten, weiß ihn zu nehmen und hat bereits einige Jahre im Unternehmen überlebt.

Den Vorgesetzten im Mitarbeitergespräch einschätzen

Er ist sich aber nie sicher, ob er auch die nächsten 12 Monate im Unternehmen verbleiben kann und wann das nächste Mitarbeitergespräch ansteht. Etliche Führungskräfte und Sachbearbeiter sah er bereits auf Veranlassung des Geschäftsführers kommen und gehen. Trotz allem hält der Entwicklungsleiter am Unternehmen fest. Er hat gute Aufbauarbeit geleistet und möchte nicht einfach alles stehen und liegen lassen. Zudem kaufte er noch im letzten Jahr ein Haus in der Region und erlebte gerade die Geburt seiner Tochter. Etwas Sicherheit wäre also nicht schlecht und Arbeitslosigkeit kann er sich schon alleine aufgrund der privaten Situation nicht leisten.

Doch wie kann er im Mitarbeitergespräch den Vorgesetzten besser ausmachen? Rechnet der Geschäftsführer auch in Zukunft mit ihm als Entwicklungsleiter oder steht er bereits auf der Abschussliste? Zunächst sollte der Ingenieur generell betonen, dass er an einer langfristigen Mitarbeit interessiert ist. Er sollte klare Ziele für die nächsten 12 Monate für seine Projekte niederschreiben und im Gespräch präsentieren. Zudem sollte er über Zukunftsprojekte und Meilensteine sprechen, die über das nächste Jahr hinausgehen.

Im Mitarbeitergespräch eigene Pläne verfolgen

Gleichzeitig sollte er im Mitarbeitergesprächdas Thema Weiterbildungsplanung die Investitionsbereitschaft des Vorgesetzten abklopfen. Bei der Diskussion sind die Reaktionen des Vorgesetzten genau zu beobachten. Interessiert er sich an den Zukunftsplänen, zeigt er sich eher gelangweilt und möchte er die Themen auf später verschieben, ist Weiterbildung möglich? Jede verbale und non-verbale Reaktion ist zu beobachten. Je weniger Interesse der Vorgesetzte zeigt, mit dem Ingenieur über die Zukunft zu reden, desto wachsamer sollte der Entwicklungsleiter sein und desto stärker den Arbeitsmarkt nach Alternativen abscannen.

Allerdings muss sich der Entwicklungsleiter auch fragen, ob dieser Vorgesetzten auf Dauer nicht zu sehr an seinen Nerven, am beruflichem Selbstbewusstsein und an der privaten Lebensqualität nagt. Wer im Mitarbeitergesprächdauernd gesagt bekommt, dass er trotz hervorragendem Einsatz nicht den Vorstellungen entspricht und ständig mit einer Kündigung rechnen muss, lässt permanent Psyche und Physis attackieren. In solchen Fällen sollte man immer die berufliche Alternative im Tornister haben, um im Extremfall die Reißleine ziehen zu können. Dies gilt umso mehr, wenn jemand über gut verkaufbare Qualifikationen und Erfahrungen verfügt.

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