Beurteilung 20.05.2005, 00:00 Uhr

Arbeitszeugnisse: Richtiger Umgang gefragt

Ist die Bewerbung geschrieben, kommen manchem Bewerber bei der Zusammenstellung der Arbeitszeugnisse und Nachweise Zweifel. Sollen schwache Zeugnisse beigefügt werden? Was tun, wenn Arbeitszeugnisse fehlen? Falls Nachweise fehlen, kann die Station dann im Lebenslauf weggelassen werden?

Arbeitszeugnis nicht nachträglich ändern.

Arbeitszeugnis nicht nachträglich ändern.

Foto: panthermedia.net/Diwald1963

So fragt sich ein gestandener Praktiker, ob bei schwachem Diplomzeugnis eine Kopie der Urkunde in der Bewerbung ausreicht. Die klare Antwort: Nein! Abschlusszeugnisse des Studiums gehören zu den wichtigsten Nachweisen in der Bewerbung. Sie sollten keinesfalls vergessen oder absichtlich weggelassen werden.

Das weckt immer Argwohn und bringt keine Pluspunkte. Der Leser folgert: Wahrscheinlich ist das Zeugnis nicht vorzeigbar! Und noch schlimmer, der Bewerber steht nicht zu seiner Vergangenheit. Einen jüngeren Ingenieur plagt die Frage, ob er das schwache Abiturzeugnis beilegen soll. Grundsätzlich wird in der Bewerbung das Diplom-Zeugnis erwartet. Da es gut ausfiel, weist das schwache Abitur auf eine erhebliche Leistungssteigerung beim Studium hin. Insofern braucht es nicht versteckt zu werden.

Arbeitszeugnisse: Immer Abschlussbeurteilungen beifügen

Ein Ingenieur erhielt bei einer früheren Arbeitsstation ein gutes Zwischenzeugnis kurz vor dem Ausscheiden seines Vorgesetzten. Das Abschlusszeugnis fiel wesentlich schlechter aus. Er möchte am liebsten das Zwischenzeugnis beifügen, das Abschlusszeugnis weglassen. Dies ist eine schlechte Idee. Er sollte beide Arbeitszeugnisse mitschicken. Der erfahrene Personaler kann sich schon denken, dass das schwächere Abschlusszeugnis mehr mit gekränkter Eitelkeit des Arbeitgebers zu tun hat, als mit der Arbeitsleistung des Ingenieurs.

In einem anderen Fall vergaß der Ingenieur bei einem früheren Arbeitgeber das Abschlusszeugnis anzufordern. Er besitzt nur ein Zwischenzeugnis. Eines dürfte jedem Bewerber klar sein, fehlende Abschlusszeugnisse sind immer verdächtig, auch wenn der Bewerber eine scheinbar plausible und ehrliche Antwort liefert. Der Einsteller steht hier vor dem grundsätzlichen Problem: Gibt es wirklich kein Abschlusszeugnis oder will es der Kandidat einfach nicht vorzeigen?

„Echte“ Arbeitsstationen durch abschließende Arbeitszeugnisse belegen

„Echte“ Arbeitsstationen müssen durch abschließende Arbeitszeugnisse belegt werden. Fehlt ein Endzeugnis in der Bewerbungsunterlage, wird es häufig erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch kommen. Ein gutes Arbeitszeugnis sollte zudem notfalls vor dem Arbeitsgericht erkämpft werden.

Arbeitszeugnisse: Zwischenzeugnis vom aktuellen Arbeitgeber

Eine weitere und häufige Frage: Muss ich der Bewerbung ein Zwischenzeugnis vom aktuellen Arbeitgeber beifügen? Kein Einsteller der Welt verlangt in Bewerbungen ein Zwischenzeugnis. Allein für Bewerbungszwecke ein solches zu beantragen, wäre verfänglich. Der wechselwillige Kandidat möchte ja nur in den wenigsten Fällen seinen aktuellen Arbeitgeber vom geplanten Abgang informieren.

Anders sieht es aus, wenn unverfängliche Anlässe beim Arbeitgeber zu einem Zwischenzeugnis führen, welches die übrigen Arbeitszeugnisse ergänzt: Der Vorgesetzte wechselt, der Aufgabenbereich ändert sich, es kommt zum internen Stellenwechsel. In diesen und ähnlichen Fällen ist es sinnvoll, ein Zwischenzeugnis zu verlangen, das dann für Bewerbungszwecke eingesetzt werden kann. Bei längeren Verweilzeiten in einem Unternehmen ergeben sich derartige Anlässe und sollten daher zur Forderung eines Zeugnisses führen.

Schlechte Arbeitszeugnisse nicht nachträglich „verbessern“

Gute Arbeitszeugnisse sind wichtig, doch was tun, wenn sie über das Mittelmaß nicht hinausgehen? Aus Angst, im Bewerbungsprozess nicht weit zu kommen, versuchen manche Kandidaten schwache Studienleistungen nachträglich „aufzubessern“ – mit modernster Kopier- und Computertechnik, Original und Fälschung sind nicht zu unterscheiden. Dies ist eine verwerfliche Idee und kaum zu empfehlen. Arbeitgeber verlangen daher immer öfter die Vorlage der Zeugnisoriginale. Sie sollten zwar im Vorstellungsgespräch gezeigt, jedoch nie aus der Hand gegeben werden.

 

Top Stellenangebote

Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Berechnungsingenieur FEM - Strukturmechanik und Thermik (w/m) Warstein
Landeshauptstadt München Ingenieur/in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Gebäudetechnik München
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Director Supplier Quality Management EMEA (m/w) Bad Homburg
Bayernhafen GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bayernhafen GmbH & Co. KG Bauingenieur (m/w) Schwerpunkt Bahnbau / Tiefbau Regensburg
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Maschinenbau (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Verfahrenstechnik (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Elektrotechnik (m/w) St. Wendel
Heraeus-Firmenlogo
Heraeus Global Engineering Coordinator (m/w) Kleinostheim
P&A Diplom-Ingenieur (Bau) / Master für Statik/Konstruktion (m/w) Eisenach, Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Gotha, Mühlhausen
VISHAY ELECTRONIC GmbH-Firmenlogo
VISHAY ELECTRONIC GmbH Product Marketing Engineer (m/w) Landshut, Selb