Sicherheit

Zuverlässigkeit ist hier alles

Mit dem wachsenden Flugverkehr wächst auch die Nachfrage nach denen, die vom Boden aus die Sicherheit garantieren.

Flugsicherung — das sind nach Auffassung der meisten Zeitgenossen vor allem die Fluglotsen, die im weithin sichtbaren Tower eines Flughafens hocken und dafür sorgen, dass es am Himmel nicht zu Zusammenstößen kommt.
In der Bundesrepublik liegt die Verantwortung für die sichere, geordnete und flüssige Abwicklung des Luftverkehrs bei der DFS, der Deutschen Flugsicherung, ein am 1. Januar 1993 aus der Bundesanstalt für Flugsicherung hervorgegangenes bundeseigenes, aber privatrechtlich organisiertes Unternehmen.
Der DFS obliegt die Kontrolle der mehr als 7000 Flugzeuge, die sich täglich auf Luftstraßen und Flughäfen Deutschlands bewegen.
Darüber hinaus ist die DFS aber auch für Planung, Errichtung, Inbetriebnahme und Instandhaltung aller für diesen Zweck erforderlichen technischen Einrichtungen — Radaranlagen, Tower, Kontrollzentren, Navigationseinrichtungen — verantwortlich. Angesichts dieser Aufgabenfülle wundert es nicht, dass sich unter den über 5000 Beschäftigten eine beträchtliche Zahl von Ingenieuren findet.
Dabei ist nicht einmal unbedingt der klassische Luft- und Raumfahrttechniker gefragt. Einen speziellen Studiengang als Voraussetzung für einen Job bei der DFS gibt es ohnehin nicht. Jedenfalls nicht mehr. Ältere Ingenieure bei der Flugsicherung sind typischerweise Nachrichten- oder Elektrotechniker, „möglicherweise noch mit dem jeweils anderen Vertiefungsfach”, wie Dr. Volker Heil, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Deutschen Flugsicherung, anmerkt.
Zwar sind diese Studienrichtungen auch unter den jüngeren Ingenieuren noch stark vertreten, doch verschiebt sich der Schwerpunkt mehr und mehr in Richtung Informationstechnologie. Weil Softwarefragen zunehmend an Bedeutung gegenüber der reinen Hardware gewinnen, wächst auch der Bedarf an Ingenieuren mit entsprechender Ausbildung. Wobei durchaus Nachrichten- und Elektrotechniker mit Programmierfähigkeiten gerne gesehen sind, denn „natürlich braucht jemand, der sich um Radar- und Funksysteme kümmert, einen anderen Hintergrund als der, der kommerzielle Software zur Gebührenabwicklung schreibt”, so Heil. Die Beherrschung von Web-Technologien wird ebenfalls immer wichtiger, weil „Kunden heute Zugriff auf Daten und Abläufe fordern, die zuvor der Flugsicherung vorbehalten waren”. Wer einen Flug vorbereitet, will dies vom heimischen Computer erledigen können.
Ingenieure mit entsprechenden Fachkenntnissen stellt die Flugsicherung nicht nur ein, sondern bildet sie sogar selbst aus. In Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Mannheim wird ein dreijähriges Studium zum Dipl.-Ing. Informationstechnik (BA) angeboten, ein vergleichbares Angebot für das Fach Wirtschaftsinformatik wird erwogen.
Die DFS schätzt an der Berufsakademie vor allem, dass „wir die Möglichkeit haben, in Arbeitskreisen und Prüfungsausschüssen mitzuarbeiten”, erläutert Thomas Machate, Ausbildungsleiter bei der Flugsicherung, die Motivation seines Unternehmens. Auch die Tatsache, dass man die späteren Mitarbeiter bereits während des Studiums kennen und einzuschätzen lernt, sieht man als Vorteil, ebenso den Umstand, dass die angehenden Ingenieure bereits frühzeitig erfahren, wie ihr theoretisch erworbenes Wissen beim künftigen Arbeitgeber umgesetzt wird.
Die zahlreichen Anlagen der DFS — Tower, Kontrollzentralen, Navigationseinrichtungen — wollen unterhalten und gewartet werden, weshalb die Flugsicherung auch außerhalb ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in großem Umfang Ingenieure beschäftigt. Diese Betriebsingenieure müssen über die normale Ausbildung hinaus spezielle Zulassungen für die Arbeit an so genannten flugsicherungstechnischen Einrichtungen erwerben, wobei unterschiedliche Berechtigungsgruppen für die diversen Betätigungsfelder der Flugsicherung existieren — etwa für Navigation, Kommunikation, Überwachung (Radar) oder für die ganz normalen informationstechnischen Systeme. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Anlagen sind hier besonders hoch. Anders als bei einem normalen Mobilfunknetz sind unterbrochene Verbindungen kein Ärgernis, sondern im höchsten Maße gefährlich für die Flugsicherheit.
Den typischen Schwermaschinenbauer findet man bei der DFS eher selten, dafür aber einige Architekten und Bauingenieure, weil die Deutsche Flugsicherung Kontrollzentren und -türme nicht nur betreibt, sondern auch in Eigenregie erstellt. Und weil bei diesen Bauten teilweise Niedrigenergie-Technologien (Stichwort: Geotherme) zum Einsatz kommen, bieten sich auch Betätigungsfelder für Ingenieure aus solchen Luftfahrt-untypischen Fachbereichen.
Vor dem Hintergrund dieser großen Bandbreite an Arbeitsfeldern rät Dr. Heil potenziellen Interessenten durchaus auch zu Blindbewerbungen.
Wie viele Firmen, steht die DFS derzeit vor dem Problem, längst nicht alle freien Ingenieur-Stellen besetzen zu können. An der Bezahlung kann es nicht liegen, glaubt F&E-Chef Heil. Möglicherweise klingen Jobangebote von Internet- oder Telekommunikationsfirmen für manchen Berufseinsteiger verlockender als die eines Unternehmens, dessen Name Deutsche Flugsicherung nach wie vor Assoziationen an eine Behörde weckt.
Dabei bietet aber gerade die Flugsicherung, deren Technik in der Vergangenheit vielfach gegenüber den Entwicklungen im Flugzeugbau ins Hintertreffen geraten ist, ein ungeheures Potenzial für technologisch anspruchsvolle Neuheiten. ACHIM FIGGEN

Von Achim Figgen

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