Gesundheit

Zur Arbeit radeln – die gesunde Alternative  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 15. 9. 06, ws – Verstopfte Straßen, genervte Verkehrsteilnehmer. Wer Nervenkostüm, Geldbörse und Auto schonen und seinen Körper auf Vordermann bringen will, dem bietet sich Fahrradfahren an. Der Weg zur Arbeit ist eine geeignete Variante täglichen Trainings.

Was haben Jochen Senf alias Tatort-Kommissar Max Palu, TV-Moderatorin Heike Götz und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude gemein? Alle drei dürfen sich mit dem Titel „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit des Jahres“ schmücken. Ziel des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung mitinitiierten Projektes „best for bike“ ist es, „das Fahrrad als wichtiges Verkehrsmittel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken“. Auch Unternehmen können sich am Wettbewerb beteiligen.

Nun halten es immer noch viele mit dem Winston-Churchill-Motto „Sport ist Mord“. Powern bis zum Anschlag aber ist nicht gemeint, wenn Initiativen, von denen „best for bike“ nur eine von vielen ist, zur täglichen Bewegung aufrufen. „Hatte man vor wenigen Jahren angenommen, dass mehrmals wöchentliche Anstrengung erforderlich ist, wie etwa eine Stunde joggen, so wissen wir heute, dass regelmäßige, moderate Tätigkeit den physiologischen Bedürfnissen des menschlichen Körpers am nächsten kommt“, meint Prof. Günter Klein, Direktor des WHO-Zentrums Umwelt und Gesundheit in Bonn.

Vor zwei Jahren wies Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit (ZfG) und Professor für Rehabilitation und Prävention im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln, in „Cycling & Health“, der weltweit größten Gesundheitsstudie zum Fahrradfahren, die Bedeutung des Radelns für den menschlichen Organismus nach. Neben positiven Auswirkungen auf Rücken und Gelenke werden vor allem Herz-Kreislauf-System und Widerstandsfähigkeit des Körpers trainiert.

Froböse: „Durch eine Erhöhung des Schlagvolumens wird die Pumpleistung des Herzens ruhiger und leistungsfähiger.“ Fahrradfahren sei die „vorteilhafteste Bewegungsmethode, um das Immunsystem zu stärken, da jeder Radfahrer die Belastungsintensität individuell und einfach dosieren kann“. Nicht zuletzt sinke durch wohldosierte Bewegung das Krebsrisiko.

Zudem haben niederländische Wissenschaftler nachgewiesen, dass die Abgasbelastung bei Autofahrern sechsmal höher ist als bei Fußgängern und Radfahrern.

Auch ökonomisch macht das Ganze Sinn. Der Null-Spritverbrauch schont die Geldbörse und das Geld für Parkgebühren kann ins Sparschwein für Freizeitbetätigungen wandern.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und die AOK wollen mit der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ auch in diesem Jahr mehr Menschen dafür gewinnen, das Auto stehen zu lassen, um sich aufs Rad zu schwingen.

Das Strampeln habe das Zeug zur alltäglichen „Rundum-Gesundheitsmaschine“, meint man beim ADFC: „Und die positiven Effekte beginnen schon bei 20 bis 30 Minuten Bewegung täglich – ein Zeitpensum, das der tägliche, per Rad zurückgelegte Arbeitsweg gut abdeckt.“ Radeln als alltagsintegrierte Bewegungskur. Von 100 000 Bypassoperationen wären 95 000 unnötig, wenn Radfahren im Alltag selbstverständlicher werde. Das Einsparpotenzial läge bei über 2 Mrd. €, rechnet Günter Klein vor.

Auch aus der Sicht des Arbeitgebers ist die Aktion überlegenswert. „Die gesundheitsfördernde Wirkung beim täglichen Radfahren weist ein enormes Potenzial zur Vermeidung von Erkrankungen und damit zur Entlastung des Gesundheitswesens aus“, sagt Rainer Dittrich, Geschäftsführer Markt des AOK-Bundesverbandes. „Niedrigere Krankenstände, mehr Arbeitszufriedenheit und als Folge eine größere Produktivität“, prophezeit Dittrich.

Also den Fahrradesel gesattelt und los geht“s! Ganz so einfach ist der Umstieg vom Auto aufs Rad dann aber doch nicht. Vor allem für Anfänger besteht insbesondere im hektischen Großstadtverkehr ein hohes Risiko, das durch die Teilnahme an entsprechenden Kursen erheblich gemindert werden kann. Leichtsinn und Drogen jeglicher Art sind auch beim Fahrradfahren die denkbar ungeeignetsten Begleiter. Zur Vorbereitung gehört die Wahl von geeignetem Rad und idealer Kleidung.

2005 nahmen über 100 000 Menschen aus 11 740 Betrieben an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ teil. „Eine zentrale Rolle spielt die Tatsache, dass man im Team radelt“, meint Armin Falkenheim vom ADFC. In der Gruppe falle es leichter, sich zu mehr Bewegung aufzuraffen. „Und attraktive Gewinne geben einen zusätzlichen Anreiz.“

„Mit dem Rad zur Arbeit“ wird auch 2007 wegen der von Jahr zu Jahr steigenden Nachfrage eine Neuauflage erleben. WOLFGANG SCHMITZ

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