Sicherheit

WM 2006 kommt mit alter Funktechnik

VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 7. 04 –
Unkoordiniertes Zusammenspiel, fehlender Teamgeist und schwache Einzelleistung – die Schelte für die deutschen Nationalspieler ließe sich ohne Probleme auch auf die Arbeit der Innenminister für das neue digitale BOS-Funknetz (Behörden für Organisation und Sicherheit) übertragen. Die Politiker haben es nach vielen Treffen in mehr als zehn Jahren immer noch nicht geschafft, sich auf die Finanzierung und Auswahl eines bundeseinheitlichen Funksystems für Polizei, Rettung und Feuerwehr zu einigen.
Bundesinnenminister Schily harrt aus: „Ich muss mich den Realitäten stellen“, sagt er. Das heißt, der Zuschlag für das bundesweit einheitliche Funknetz ist wieder verschoben, nun auf Anfang 2006. „Zu spät, um die Technik bis zum Beginn der Fußball-WM zu installieren“, wissen Vertreter der Industrie wie Peter Damerau von Motorola.
Geahnt hatten es die Beteiligten schon seit langem. Deshalb kommt das Eingeständnis von Schily für die Betroffenen auch nicht überraschend. Sie sehen es eher als Bestätigung ihrer immer wieder formulierten Befürchtungen „Wenn das Geld fehlt, kann auch Schily nicht mehr viel entscheiden“, stellt Horst Müller, IT- und Funkexperte der Gewerkschaft der Polizei nüchtern fest. Da bleibt nur der neidvolle Blick über die Grenze nach Belgien oder in die Niederlande, wo die Kollegen bereits digital funken. Und ein Blick nach Polen zeigt, dass im ehemaligen El-Dorado der Autoschieber die Polizei über deutlich bessere Funktechnologie verfügt als ihre Kollegen in Deutschland. Die stehen jenseits der Oder und müssen immer noch damit leben, dass Diebe besser ausgerüstet sind als sie selbst.
Den vielfach diskutierten Ausbau des digitalen Funknetzes für den inzwischen abgeschlossenen Test in Aachen hält Müller „für eher unwahrscheinlich“. Und das, obwohl der Projektleiter des NRW-Innenministeriums Rüdiger Korp sich noch vor Monaten vorstellen konnte „die vorhandene Infrastruktur bis nach Köln auszudehnen“. Stattdessen rechnet der Gewerkschaftler mit zusätzlichen Investments in die vorhandene analoge Technik: „Es werden 10 Mio. € benötigt, um den WM-Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden.“
Norbert Quinkert, Geschäftsführer von Motorola Deutschland, sieht zusätzliche Gelder für analoge Funktechnik als Fehlinvestition. „Die Kapazitäten für die Fertigung der neuen Geräte für die analoge Technologie sind begrenzt. Ein Ausbau ist heute nicht mehr wirtschaftlich.“dow

 

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