Weltweiter Vergleich

Wirtschaftliche Ungleichheit schadet der Gesundheit  

Je ungleicher das Einkommen in einem Land verteilt ist desto schlechter ist der Gesundheitszustand seiner Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Studie von Gesundheitsökonomen der TU Darmstadt und der schwedischen Universität Lund. VDI nachrichten, Wiesbaden, 22. 1. 10, has

Dass gute Gesundheit und ein gutes Einkommen zusammenhängen ist in der Fachwelt unbestritten. Erstmals jedoch ist diese These jetzt auf Grundlage einer weltweiten Datenbasis analysiert worden.

In 21 Ländern von China und Südafrika bis nach Dänemark und Deutschland haben pro Land 1000 Menschen ihren Gesundheitszustand eingeschätzt und in einer Skala von eins bis fünf eingeordnet sowie Auskunft darüber gegeben, welche Aktivitäten des täglichen Lebens – etwa die Fähigkeit, ohne Hilfe aus dem Bett aufzustehen oder selbstständig zu essen – sie ausführen können. „Alle befragten Personen zusammen repräsentieren die Hälfte der Weltbevölkerung“, betont der Gesundheitsökonom Martin Karlsson von der TU Darmstadt.

Um diese teils sehr subjektiven Angaben zu untermauern, hat sein Team sie mit Angaben zur Sterblichkeitsrate in einem Land und offiziellen Daten der Weltgesundheitsorganisation zur Lebenserwartung und zur gesunden Lebenserwartung als objektiven Kriterien abgeglichen. „Denn es gibt keine Garantie, dass die Menschen in Südafrika unter guter Gesundheit das Gleiche verstehen wie die Menschen in Dänemark“, so der Experte. Karlssons Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Einwohner von Ländern, in denen nur eine geringe ökonomische Ungleichheit herrscht, ihren Zustand als besser beschreiben als diejenigen, die aus Ländern mit einer ungleicheren Einkommensverteilung stammen. 75 % der befragten Kanadier, Dänen und Franzosen etwa gaben an, einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand zu haben, 70 % waren es in Deutschland, in China und der Türkei hingegen nur ein Drittel, in Russland gar nur 17 %.

Studie liefert Ansatzpunkte für politisches Handeln

Im einzelnen ging der Juniorprofessor drei aus der Forschung bekannten Hypothesen nach. Die „Absolute Einkommenshypothese“, die besagt, dass einzig das persönliche Einkommen die entscheidende Größe für eine gute Gesundheit ist, findet Karlsson bestätigt. Allerdings entwickelt sich das Verhältnis zwischen Verdienst und Gesundheit nach seinen Worten nicht linear, das heißt der Zustand des Einzelnen verbessert sich nicht automatisch, wenn er noch mehr Geld verdient.

Die „Relative Einkommenshypothese“, Karlssons zweiter Ansatz, geht in Anlehnung an die Glücksforschung davon aus, dass auch die Einkommensverhältnisse einer sozialen Gruppe sich auf die Gesundheit ihrer Mitglieder niederschlagen. Verdiene man weniger Geld als das soziale Umfeld, führe das zu Stress, der wiederum einen schlechteren Gesundheitszustand auslöse, erklärt der Fachmann.

Diesen Ansatz sieht Karlssons in seiner Studie als plausibel an, wobei in reicheren Ländern eher Menschen einer Altersstufe die Bezugsgröße bildeten, in ärmeren hingegen das regionale Umfeld. Die dritte These, nach der wirtschaftliche Ungleichheit in einem Land den Gesundheitszustand eines jeden Bürgers negativ beeinflusst, hält Karlsson vor allem für ein Phänomen der reicheren Länder. Die Bedeutung, die diesem Zusammenhang beigemessen wird, hänge vor allem vom Entwicklungsstand eines Landes ab.

Diese drei Ansätze könnten laut Karlsson zugleich auch politische Stellschrauben aufzeigen, um die ökonomische Ungleichheit zu verringern und den Gesundheitszustand der Menschen zu verbessern. Dass Gesundheit und wirtschaftliches Gleichgewicht miteinander einhergehen, hält der Experte durch seine Studie für erwiesen – ursächliche Zusammenhänge zwischen den beiden Größen jedoch noch nicht. „Als Ökonomen wollen wir jedoch auch die Zusammenhänge verstehen“, betont er. In einer weiteren Untersuchung will er herausfinden, wie sich Ungleichheit auf die Gesundheit auswirkt. JUTTA WITTE

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