Unternehmen 31.07.2009, 19:42 Uhr

Wirtschaft rüstet sich gegen die Schweinegrippe  

Während im Falle einer Computerpanne die meisten Firmen mittels Notfallplan gut aufgestellt wären, könnte die Schweinegrippe zum Problem werden. VDI nachrichten, Berlin/Bochum, 31. 7. 09, cha

In einigen Betrieben sorgt die Schweinegrippe für eine neue Beliebtheit der Heimarbeitsplätze. So prüft der Mainzer Technologiekonzern Schott derzeit, welche Mitarbeiter im Krankheitsfall durch wen ersetzt werden könnten und wer seine Aufgaben auch gut von zu Hause aus erledigen kann. „Schließlich ist er dort besser vor Ansteckung geschützt“, so Unternehmenssprecher Matthias Reinig.

Vorausschauendes Denken, das nicht in allen Betrieben die Regel ist. „Firmen sind zwar auf Computerausfälle vorbereitet, aber nicht darauf, was zu tun ist, wenn derjenige, der den Computer bedient, an der Grippe erkrankt“, kritisiert Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) in Karlsruhe. Bislang seien die Krankheitsverläufe in Deutschland zwar milde, aber bei einer größeren Verbreitung des neuen H1N1-Virus müsse mit schweren Verläufen gerechnet werden – Unbekümmertheit sei fehl am Platz, warnt Panter: „Die Grippe ist eine akute Bedrohung und kann ganze Abteilungen lahmlegen.“ Der Mediziner empfiehlt deshalb allen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe, die Grippeschutzimpfungen am Arbeitsplatz durchzuführen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Software Developer Simulation (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Software Developer Simulation (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Airbus Defence and Space Cyber-Firmenlogo
Security Risk and Accreditation Engineer ((d/f/m) Airbus Defence and Space Cyber
Raum München, Friedrichshafen, Manching Zum Job 
Airbus Defence and Space Cyber-Firmenlogo
Security Systems Engineer (d/f/m) Airbus Defence and Space Cyber
Raum München, Friedrichshafen, Manching Zum Job 
Raffinerie Heide GmbH-Firmenlogo
Maschinenbauingenieur (m/w/d) für Rotating Equipment Raffinerie Heide GmbH
Hemmingstedt Zum Job 
Konzept Informationssysteme GmbH-Firmenlogo
Testingenieur (m/w/d) Testautomatisierung mit Python Konzept Informationssysteme GmbH
München Zum Job 
Airbus Defence and Space Cyber-Firmenlogo
Cyber Security Engineer Aerospace (d/f/m) Airbus Defence and Space Cyber
Raum München, Friedrichshafen, Manching Zum Job 
Konzept Informationssysteme GmbH-Firmenlogo
Testingenieur (m/w/d) Embedded Systems Konzept Informationssysteme GmbH
Friedrichshafen, Kiel, Meersburg, München Zum Job 
Airbus Defence and Space-Firmenlogo
Cloud Security Architect for Aerospace (d/f/m) Airbus Defence and Space
Raum München, Friedrichshafen, Manching Zum Job 
Konzept Informationssysteme GmbH-Firmenlogo
Senior Softwareentwickler Embedded Systems (m/w/d) Konzept Informationssysteme GmbH
Friedrichshafen, Kiel, Meersburg, München Zum Job 
Polizei Berlin-Firmenlogo
Sachverständige/Sachverständiger für Elektrotechnik (Embedded Systems) mit Schwerpunkt Automotive IT (w/m/d) Polizei Berlin
Paul Vahle GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Patentingenieur (m/w/d) Paul Vahle GmbH & Co. KG
Paul Vahle GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Leistungselektronik (m/w/d) Paul Vahle GmbH & Co. KG
KOLLMORGEN Europe GmbH-Firmenlogo
Senior Entwicklungsingenieur (m/w/d) Steuerelektronik KOLLMORGEN Europe GmbH
Ratingen Zum Job 
Paul Vahle GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Systemarchitekt | Industrielle Kommunikationssysteme (m/w/d) Paul Vahle GmbH & Co. KG
Schwoich bei Kufstein (Österreich) Zum Job 
KOLLMORGEN Europe GmbH-Firmenlogo
Teamleiter / Senior Entwicklungsingenieur (m/w/d) Leistungselektronik KOLLMORGEN Europe GmbH
Ratingen Zum Job 
KOLLMORGEN Europe GmbH-Firmenlogo
Senior PCB Designer / Layouter (m/w/d) KOLLMORGEN Europe GmbH
Ratingen Zum Job 
KOLLMORGEN Europe GmbH-Firmenlogo
Software -Testingenieur (m/w/d) für funktionale Sicherheit KOLLMORGEN Europe GmbH
Ratingen Zum Job 
KOLLMORGEN Europe GmbH-Firmenlogo
Senior Software Architect (m/w/d) KOLLMORGEN Europe GmbH
Ratingen Zum Job 

Beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat man schon vor Jahren ein Team zum Thema Influenza-Pandemie aufgebaut, das nun für Hygiene-Maßnahmen wie häufiges Händewäschen und Husten in den Ärmel statt in die Hand wirbt. Zudem rät das Unternehmen, Geschäftsreisen einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Bewertung für das Zielland zu unterziehen und Meetings mit internationalen Kollegen lieber als Videokonferenzen durchzuführen. Auch Softwarekonzern SAP, die Deutsche Post oder Reifenhersteller Continental haben bereits Reisewarnungen für die Belegschaft ausgesprochen.

Reisewarnungen für die Belegschaft bei SAP, Deutsche Post und Continental

Firmen wie die Deutsche Telekom werden auch am Arbeitsplatz aktiv: So finden sich vor der Kantine der Bonner Konzernzentrale Hygieneboxen, die häufiges Händewaschen erleichtern sollen. Und in den Fahrstühlen sind neuerdings Hinweise ausgehängt, die Knöpfe dort nicht mit der Fingerkuppe, sondern mit den Fingerknöcheln zu bedienen. Außerdem werden Telekom-Techniker, die bei Kunden Telefonleitungen schalten müssen, mit Desinfektionsmitteln und Mundschutz ausgestattet.

Neben der Telekom haben auch andere Konzerne wie Daimler, Allianz sowie Henkel bereits das Grippemittel Tamiflu eingekauft, um bei einer Verschärfung der Grippewelle im Haus schnell reagieren zu können und den Betrieb so aufrechtzuerhalten.

Das begrüßt auch Berthold Stoppelkamp: „Noch profitieren wir von der Urlaubszeit und der vielen Kurzarbeit in den Betrieben“, so der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) in Berlin, „doch das kann sich schnell ändern, zumal wenn Urlauber mit neuen Ansteckungen zurückkommen.“

Hier rät der ASW, frühzeitig zu planen, ob die Kantine bei ersten Schweinegrippe-Fällen im eigenen Unternehmen aufrechterhalten werden soll. „Auch das Thema Mundschutz gehört in eine realistische Schutzplanung, hier hinken wir international hinterher“, kritisiert Stoppelkamp. Das sehen Krisenprofiteure wie der amerikanische 3M-Konzern sicher ähnlich, der aufgrund der weltweit hohen Nachfrage die von ihm hergestellten Atemschutzmasken inzwischen sieben Tage die Woche rund um die Uhr produzieren lässt.

„Je nach Qualifikation des erkrankten Beschäftigten müssen Firmen mit mehreren 100 € Minus pro Tag rechnen“, unterstreicht Jochen Protzer, Hauptgeschäftsführer des VDBW. Üben lässt sich der drohende Ernstfall nicht. „Dann“, so Berthold Stoppelkamp, „müssten Sie ja aus Trainingszwecken einfach mal die halbe Belegschaft zu Hause lassen und sehen, ob die andere Hälfte auch allein klarkommt.“ ANDREAS LEIMBACH

Ein Beitrag von:

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.