Gesundheit

Wer schnarcht, lebt gefährlich  

der Schlafapnoe, die mit Atemstillstand einhergeht. Wer im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe mit hohem Maschineneinsatz arbeitet, ist besonders gefährdet. Die Haranni-Clinic in Herne leistet jetzt Pionierarbeit.

Schlafstörungen und Schnarchen sind oft lästig, aber selten harmlos. Viele Schnarcher klagen zwar über Stress, Müdigkeit und Überforderung, kennen aber weder das damit verbundene Risiko einer Schlafapnoe noch die Ursachen ihrer Schlafstörung.

„Stressprävention beginnt für uns mit gesundem Schlaf“, sagt Dr. Marion Burmann-Urbanek, Leiterin des Schlaflabors der Haranni-Clinic in Herne. Neben der Diagnose im Schlaflabor und der interdisziplinären Behandlung mit neuem Schwerpunkt der schlaftherapeutischen Zahnmedizin, bietet die Klinik eine spezielle Schlafschule für interessierte Bürger. Die Veranstaltungen werden als stressbedingte Präventivmaßnahme nun auch von gesetzlichen Krankenkassen anerkannt.

In der Herner Schlafschule steht den Interessierten und Betroffenen ein Team von schlafmedizinisch erfahrenen Internisten, Neurologen, Psychologen, Physiotherapeuten, Zahnmediziner, Entspannungspädagogen und Experten in traditioneller chinesischer Medizin (TCM) Rede und Antwort.

Neben medizinischen Informationen umfasst das Seminarprogramm zudem Aufklärung bei Schlaffehlverhalten oder falscher Ernährung sowie Übungen zur Entspannung und Verbesserung der Schlafumgebung.

„Vorbeugende Maßnahmen in diesem Umfang können in einem reinen Schlaflabor nicht geleistet werden. Das war der Grund, die Kapazitäten der Haranni-Clinic für die Schlafschule zu nutzen“, so Burmann-Urbanek.

Aufklärung und Abklärung von harmlosem Schnarchen oder nächtlichen Atemaussetzern, der so genannten Schlafapnoe, spielen besonders für Berufstätige und Autofahrer eine große Rolle. Denn über 40 % der Bevölkerung klagen über Schlafstörungen und bis zu 20 % leiden an Tagesmüdigkeit.

Zu den gesundheitlichen Risiken der unbehandelten Schlafapnoe gehören vor allem Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall. 30 % bis 50 % der Bluthochdruckpatienten haben eine bislang unentdeckte Schlafapnoe. Neuere Publikationen zeigen eine Verdoppelung der Herzinfarktrate bei Schlafapnoe-Betroffenen in den frühen Morgenstunden.

Bei Patienten mit Schlafstörungen müssen deshalb immer auch kardiovaskuläre Risiken abgeklärt werden. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Europa mit über 45 % nach wie vor die häufigste Todesursache. Jeder dritte Infarkt bleibt unerkannt.

„Alternative Diagnoseverfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) und die so genannte Stress-MRT erlauben heute wesentlich genauere Aussagen als das altbewährte Belastungs-EKG“, so Prof. Dietrich Baumgart, Direktor des Preventicum in Essen.

Einer der Innovatoren der zahnmedizinischen Schlafforschung in Deutschland, Prof. Rolf Hinz, Gründer und Leiter der Haranni-Clinic, beschäftigt sich seit Jahren mit der Entwicklung so genannter intraoraler Schnarch-Therapie-Geräte. Dies sind Schienen, die den Unterkiefer und die in der Schnarchregion verantwortliche Muskulatur in einer leichten Vorwärtsposition halten. Der Rachenraum wird erweitert, der Atemweg bleibt während des Schlafes frei.

Solche zahnmedizinischen Schienen sind gegenüber aufwendigen Masken und Geräten zur Überdruckbeatmung durch die Nase, den nCPAP-Geräten (nasal continuous positive airway pressure = nasaler kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck), eine echte Alternative.

Schlafapnoe kann dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Weil die nächtliche Atemnot unweigerlich zu Weckreaktionen des Körpers während der Tiefschlafphasen führt, fällt der Patient immer wieder nur in leichten Schlaf: Die Nacht wird regelrecht „zerstückelt“.

Bei Schlafapnoikern funktionieren deshalb die aktiven regenerierenden Mechanismen des Schlafes nicht mehr ausreichend. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit, Schlafzwang, Konzentrationsschwäche, Antriebsarmut, Gedächtnisstörungen, schlechte Laune, morgendliche Kopfschmerzen bis hin zu Depressionen oder Libidoverlust.

Fatal wirken sich Tagesmüdigkeit und die Neigung zum Sekundenschlaf in monotonen Situationen – im Beruf oder beim Autofahren – aus. Daten des HUK-Verbandes belegen, dass etwa ein Viertel der Unfälle auf Autobahnen durch Einschlafen am Steuer entstehen. Oftmals handele es sich um unbehandelte Schlafapnoe-Patienten. Diese Unfälle, oft mit Todesfolgen, könnten vermieden werden.

„Unbehandelte Schlafapnoiker sind nicht geeignet ein Fahrzeug zu führen“, so Dr. Don DeVol vom Verkehrsmedizinischen Institut des TÜV Nord auf einem Schlafforum im Februar dieses Jahres. Gleiches ließe sich auch für Menschen bei der Bedienung und Beaufsichtigung von Maschinen fordern. Wer mit hohem Maschineneinsatz arbeitet, ist deshalb besonders gefährdet. KAI BREMBACH

www.haranni-clinic.de
www.preventicum.de

Betroffene erleiden zwei Mal häufiger einen Herzinfarkt am frühen Morgen

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