Brandschutz

Wassernebel schützt vor Brand und Pleite  

Statistisch betrachtet kommen Brände in der Industrie zwar relativ selten vor, doch wenn es brennt, entsteht oft erheblicher Schaden. Wie der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V. (FVLR) betont, haben Langzeituntersuchungen ergeben, dass im Falle von schwerwiegenden Bränden 43 % aller betroffenen Firmen direkt nach dem Brand in Konkurs gehen. Nach drei Jahren sind sogar mehr als 70 % der Firmen vom Markt verschwunden. VDI nachrichten, Düsseldorf, 8. 5. 09, rok

Brandschutzsysteme sind in der Regel auf die Erfüllung gesetzlicher Auflagen abgestellt. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Fehlen gesetzliche Auflagen und Vorschriften zum Einsatz von Brandschutzeinrichtungen, werden diese üblicherweise auch nicht eingesetzt. Gesetzlich geregelt sind nur solche Brandgefahren, die in ihrer Folge vornehmlich Schädigungen Dritter verursachen. Zum Beispiel durch den Flammenübergriff auf andere Gebäudeteile bzw. Gebäude, oder in besonderem Maß die Umwelt belasten würden.

Alle hierzu üblichen Brandschutzsysteme, mit Ausnahme des Feuerlöschers, sind daher darauf ausgelegt, einen Vollbrand zu löschen. Auch hier ist der Umkehrschluss frappierend: Diese Systeme werden in der Regel erst aktiv, wenn ein wesentlicher Brandfortschritt eingetreten ist, der die erforderlichen relativ hohen Auslösetemperaturen an den Detektionspunkten erreichen lässt.

In seiner Analyse von Brandschadensmeldungen kommt der FVLR zu dem Ergebnis, dass ein Drittel aller Industriebrände Sachschäden von mehr als 500 000 € verursacht. Noch größer als die durch das Feuer selbst angerichteten direkten Schäden sind oft die Folgeschäden durch das Löschwasser. Denn wenn betriebliche Anlagen, Einrichtungen und Lagervorräte durch Feuer, Rauch oder Löschwasser zerstört oder unbrauchbar wurden, kann das Unternehmen vorerst nicht mehr produzieren und liefern.

Die Abdeckung des unternehmerischen Risikos, des Falles also, dass Unternehmen durch einen Brandschaden ihre Handlungsfähigkeit und in der Folge ihre Kunden verlieren, ist nicht durch gesetzliche Auflagen geregelt. Die Folge ist, dass der Markt hierzu bisher in aller Regel keine geeigneten Brandschutzsysteme bereithält.

Das Brandrisiko eines Unternehmens besteht nicht nur im Verlust von Daten, Akten oder Produktionskapazitäten. Das vorrangige Risiko liegt im Verlust der unternehmerischen Handlungsfähigkeit. Bereits ein mittelschweres Brandereignis ist durch den Verlust eben dieser Handlungsfähigkeit und das Abwandern von Kunden zur Konkurrenz in weit höherem Maße schädigend als durch den Sachschaden.

Die Versicherung von Sachwerten ebenso wie die des Produktionsausfalls deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Folgekosten, die durch den „Wiedereinkauf“ der alten oder neuer Kunden entstehen und die nicht versicherbar sind. In einer Zeit, in der just in time das vorherrschende Prinzip darstellt, können – je nach Branche – bereits einige Tage oder wenige Wochen Betriebsunterbrechung über das Ende selbst langfristiger Kundenbeziehungen entscheiden.

„Brandschutz muss aber auch bezahlbar sein“, so Matthias Köhne, Bereichsleiter im Bauaufsichtsamt Düsseldorf, „das steht außer Frage.“ Ein Beispiel für preiswerten Brandschutz präsentiert Thomas Sievers, Geschäftsführer der Brandexx in Gladbeck. Er ist stolz darauf, dass sein Raumlöschsystem inzwischen von Brandschutzsachverständigen namhafter Versicherungsgesellschaften empfohlen wird: „Wassernebel wie er bei Brandexx eingesetzt wird, stellt den neuesten Stand der Technik im Brandschutz dar.“

Bei dem Löschsystem von Brandexx füllt nach Auslösen des Alarms Wassernebel den Raum in Sekundenschnelle. Dieser Wassernebel besteht aus einer Vielzahl kleinster Tröpfchen mit Durchmessern unterhalb von 50 µm und besitzt damit eine maximierte Oberfläche. Die feinen Tröpfchen sind zudem schwebefähig und verteilen sich gleichmäßig im Raum, sodass ein Brandherd auch bei ungünstiger Lage desselben erreicht wird (z. B. Papierkorb unter dem Schreibtisch).

Die große Oberfläche bietet eine sehr große Reaktionsfläche mit der Wärmequelle. Hierdurch wird das Verdampfen des Wassers beschleunigt, das bei diesem Vorgang den Brandherd kühlt und eine lokal begrenzte Verdrängung des Sauerstoffs erzielt. Durch den Wärmeentzug wird der Flammpunkt im Brandherd unterschritten die Sauerstoffverdrängung entzieht dem Brandherd zudem die Nahrung. Beide Effekte zusammen lassen den Brand erlöschen.

Mithilfe dieser Technik könne ein optimaler Löscherfolg bei gleichzeitiger Minimierung der Folgeschäden erreicht werden, da eine deutlich verringerte Wassermenge (5 % bis 10 %) gegenüber herkömmlichen Löschverfahren ausreiche – bei gleichzeitig wesentlich verbessertem Wirkprinzip, so die Entwickler.

Zusätzlich schützt der Wassernebel Menschen – zum Beispiel Löschmannschaften -, und Einrichtungen durch Kühlung vor der Hitze. Manfred König, Gesellschafter von Brandexx: „Der Einsatz von Wassernebel zur Löschung ist wesentlich umweltfreundlicher als chemische Hilfsmittel.“ ECKART PASCHE

Von Eckart Pasche

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