Sicherheit

USA setzen bei Visa künftig auf Biometrie

Mit einem neuen Visa-Regime werden die USA weltweit zu den Schrittmachern bei der Einführung biometrischer Ausweissysteme. Die USA führen ab 2003 biometrische Visa ein.

Am 18. April verabschiedete der US-Senat den „Enhanced Border Security and Visa Entry Reform Act of 2001“. Mit dem neuen Visa-Regime dürfen Reisende spätestens ab dem 26. Oktober 2003 nur noch mit biometrischen Visa einreisen. Dann müssen alle Einreisepunkte mit Hard- und Software ausgestattet sein. Dabei sollen nur „sehr akkurat“ funktionierende Geräte zum Einsatz kommen. Auch die EU zieht nach, allerdings etwas langsamer. Die EU-Kommission beschloss am 17. April, Visa für die EU künftig nur noch mit Lichtbildern auszustellen. Diese können dann nach biometrischen Merkmalen analysiert werden – entsprechende Bildqualität vorausgesetzt.
Die Gesichtserkennung als biometrisches Verfahren wird auch von der internationalen zivilen Luftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) bevorzugt. Die UN-Behörde ist für die internationale Harmonisierung des Ausweis- und Passwesens zuständig und arbeitet schon seit Jahren daran, biometrische Merkmale in maschinenlesbare Ausweise zu integrieren. In den USA koordinieren Behörden wie das Verteidigungsministerium, der Geheimdienst NSA und die IT-Behörde NIST die Erarbeitung eines gemeinsamen Standards, weshalb europäische Partner den Prozess aufmerksam beobachten. Teletrust-Geschäftsführer Helmut Reimer begrüßte jedenfalls die Einrichtung des neuen Komitees, da die bisherige Zuordnung „zu schmal“ gewesen sei. Bislang hatte sich die ISO nur mit der Biometrie hinsichtlich IT-Sicherheit oder Smartcard-Anwendungen beschäftigt.
Die Standardisierung biometrischer Systeme kommt jedenfalls nicht zu spät. Nach einem seit dieser Woche verfügbaren Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) ist die Leistungsfähigkeit biometrischer Systeme noch „nicht seriös einzuschätzen“. Gegenüber Herstellerangaben über eine hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit müsse man nach wie vor skeptisch sein. Laut Gesetz dürfen in Deutschland keine zentralen Dateiverzeichnisse geführt werden. Die biometrischen Merkmale können deshalb nur auf dem Ausweis selbst gespeichert werden. Doch die auf den Chipkarten verfügbaren Speicherkapazitäten sind zu klein für eine akzeptable Erkennungsrate. Selbst eine Zurückweisungs-Quote von 1 %, wie sie laut Hersteller Dermalog beim Fingerprint-Verfahren im Abgleich mit einer Zentraldatei erreicht wird, wäre zu hoch: Allein am Flughafen Frankfurt mit seinen 40 Mio. Fluggästen im Jahr bedeuteten 1 % etwa 1100 Fehlalarme pro Tag.
Das Bundesinnenministerium verlangt deshalb vor dem flächendeckenden Einsatz „ausführliche Tests, Anwendungsversuche und Pilotprojekte in beträchtlicher Größenordnung“. In Deutschland werden wohl zunächst Ausländerausweise mit biometrischen Verfahren auf der Basis einer Rechtsverordnung zugelassen.
Im Bundesinnenministerium befasst sich derzeit eine Projektgruppe mit der Bestandsaufnahme verfügbarer biometrischer Systeme und Verfahren. Bei Ministergesprächen im EU-Rahmen wurden biometrische Ausweissysteme bereits diskutiert.
C. SCHULZKI-HADDOUTI

Von C. Schulzki-Haddouti

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