Gesundheit

Unternehmen haben sich auf Sars vorbereitet

VDI nachrichten, Hongkong, 17. 12. 04 -Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet eine weltweite Vogelgrippe-Epidemie und die Reaktivierung des Sars-Virus. Behörden und Unternehmen in Hongkong rüsten für den Ernstfall.

Niemand in Hongkong nimmt die grimmige Warnung der Genfer Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer weltweiten Epidemie („Pandemie“) der in Südostasien herumwandernden Vogelgrippe auf die leichte Schulter. Es könnte zu zwei bis sieben Millionen Opfern kommen, gerade wenn sich in der kalten Jahreszeit auch noch der Sars-Virus reaktiviert.
„Wir glauben, für den Ernstfall sehr wohl gerüstet zu sein“, sagt Jeff Leung, der stellvertretende Chef des Ministeriums für Gesundheit, Hygiene und Ernährung. „Aus unserer Erfahrung mit Sars im letzten Jahr wissen wir sehr gut, was wirtschaftlich wie für die gesamte Gesellschaft auf dem Spiel steht. Wir sind für das rasche Auffinden von kritischen Fällen, Kontaktpersonen sowie der folgenden Behandlung und Eindämmung bereit. Im Mittelpunkt dabei wird das neue Center for Health Protection stehen.“
Ende Oktober wurde das Gebäude des im Mai gegründeten Center for Health Protection (CHP) unter der Leitung von Dr. Pak Yin Leung eingeweiht. Pate stand ein wenig das amerikanische Center for Disease Control (CDC)in Atlanta.
Mit einem jährlichen Budget von 100 Mio. € managt das Kommandozentrum für ernstere Krisen einen Monitoring- und Informationsservice, ein hoch modern ausgerüstetes Labor, das sehr schnelle Tests durchführt, und einen Behandlungsapparat mit mehreren Isolationszentren. Außerdem auch eine Arbeitsgruppe, die enge Kontakte mit benachbarten chinesischen Provinzen sowie mit anderen Krisenmanagern in China und bei der WHO hält.
Bereits vor der Warnung der WHO wurde die Kontrolle von Nahrungsmitteln in der einstigen britischen Kronkolonie intensiviert. „Fast alle unsere Lebensmittel kommen von ausserhalb, aus China und anderen Ländern“, argumentiert Dr. York Chow, Hongkongs neuer Gesundheitsminister. „Mit einer Sterblichkeitsquote von 70 % bei dem Vogelgrippevirus sollten wir besser genau wissen, was von woher zu uns kommt.“ Ausserdem wurde die Zahl der Geflügelhändler auf den Märkten der Sonderverwaltungszone begrenzt.
Doch das ist nicht alles. „Die Zugvögel sind ein Problem. Wir wissen das seit Ende der Neunziger Jahre, als wir hier einige Vogelgrippe-Fälle hatten“, beginnt Regierungssprecher Paul Brown. „Deshalb haben wir die Geflügelzüchter aufgefordert, Dächer über den Ställen anzubringen. Das ist sicher nicht ausreichend, aber das reduziert ebenfalls das Risiko. Unsere Philosophie ist: Reduzieren des Risikos so gut wie möglich und überall. Dass das die Viren nicht völlig beseitigt, wissen auch wir. Wir haben es mit einem Dauerproblem zu tun, das als solches behandelt werden muss. Nicht nur wir, übrigens.“
Unter Hochspannung stehen nicht nur die Mitarbeiter des CHP, sondern auch einheimische und ausländische Unternehmen.
Aus der Sars-Welle im vergangenen Jahr waren sie alles in allem mit heiler Haut herausgekommen. Eilig zusammen gerufene Krisenteams hatten damals in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und – im Kreis der ausländischen Konzerne – ebenfalls mit Konsulaten die Arbeitsabläufe drastisch reorganisiert.
Zudem wurde ein Verhaltenskatalog herausgegeben mit dem Rat, persönliche Kontakte zu reduzieren, regelmässig Vitamin C, Gemüse und Obst zu konsumieren, ausreichend zu schlafen, Stress zu vermeiden und Sport zu treiben. Brown: „Das lag auf der Linie unserer Empfehlung, um das Immunsystem zu stärken, unseren inneren Doktor.“
Im Mittelpunkt der Reorganisation der Arbeitsabläufe von Siemens, Allianz, UBS, Swiss Re, Novartis oder BMW stand ebenfalls die Reduzierung persönlicher Kontakte. Stopps für Reisen und für weniger dringende Meetings wurden verhängt. Das Internet erwies sich als eines der wichtigsten Kommunikationsmittel. „Das hat funktioniert und ist deshalb auch – von einigen Straffungen abgesehen – unser Krisenplan für den Winter 2005“, sagt Stephan Schneider, Finanzchef der Siemens Ltd. in Hongkong.
Funktioniert hat es tatsächlich, denn die deutschen, Schweizer, holländischen, britischen und amerikanischen Unternehmen, die sich alle gleich verhielten, hatten keinen einzigen Sars-Fall zu beklagen.
Kommt es in den kommenden Wochen zu einer Krisensituation in Südchina, wird der Reiseverkehr sofort intensiv überwacht.
Jeff Leung: „Das passiert in sehr kurzer Zeit an den Grenzübergangsstellen. Für die Behandlung stehen bereits jetzt 1400 Plätze in Isolationsstationen bereit. Wenn nötig, kann weitere Kapazität mobilisiert werden. Wir sind ungleich besser vorbereitet als im letzten Jahr, als uns der Sars-Virus kalt traf.“ JAN HÖHN

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