Sicherheit

Teuerung macht Peking mehr Sorgen als ausländische Kritik am Taiwan-Kurs  

Der Konflikt mit Taiwan könnte sich in den kommenden Monaten zuspitzen. Auch einen wirtschaftlichen Rückschlag mit gravierenden Folgen für den sozialen Frieden im Land halten Beobachter keineswegs für ausgeschlossen.

Wenn Frank Hsieh, der Kandidat der Democratic Progessive Party Mitte März die Präsidentschaftswahlen in Taiwan gewinnt und den strammen Unabhängigkeitskurs fortsetzt, könnte es heiß werden in der Region“, argwöhnt James Sung, Professor für Politik der City University in Hongkong. Er hält es nicht für ausgeschlossen, dass die chinesische Führung versucht, die Inseldemokratie in drei bis vier Tagen zu nehmen. Warum drei oder vier Tage? Sung: „Das ist die Zeit, die die 7. US-Flotte mit dem Flugzeugträger Kitty Hawk braucht, um Taipeh Hilfe zu bringen.“

Die Bereitschaft der chinesischen Kommunisten zu einem solchen Abenteuer sollte besser nicht unterschätzt werden – trotz der bevorstehenden Olympiade in Peking oder auch wirtschaftlichen Nachteilen, die damit verbunden wären. „Mit einiger Sicherheit liegt ein solcher Plan in der Schublade von Chinas Präsident Hu Jintao.“

Europäische Diplomaten nicken zustimmend. Hu hofft jedoch, dass bei den Wahlen in Taiwan der aus seiner Sicht kooperativere Ma Ying Jeou von der Kuomingtang den Sieg davon trägt.

Willy Lam, ein ausgezeichneter Kenner der innerchinesischen Debatten, sieht es nicht viel anders. Er schließt spannungstreibende Zwischenfälle in der Straße von Taiwan bereits während der Wahlkampfwochen nicht aus. „Peking ist nicht entgangen, dass die USA militärisch hochgradig überlastet sind, und auch die wirtschaftlichen Risiken bleiben für Hu überschaubar“, argumentiert der China-Analyst der Jamestown Foundation. „China ist aus der Sicht Pekings ein zu wichtiger Markt, um von ausländischen Unternehmen fallengelassen zu werden.“

Zusätzliche Kopfschmerzen bereiten die wirtschaftlichen Probleme des Riesenreiches: Der Wechsel von der Fabrik der Welt zu einer sauberen, energieeffizienten und innovativen Servicewirtschaft kommt nur äußerst langsam voran. Wachstumsmotor ist noch immer fast ausschließlich der Export, der heimische Konsum wächst nur langsam. „Angesichts des nach wie vor fehlenden sozialen Netzes haben die Chinesen keine Wahl, als massiv Geld auf die Seite zu legen“, sagt Lam. „Dann bleibt es dabei, dass Hus Führung jährlich um die 30 Mio. neue Jobs an den Markt bringen muss, um den sozialen Frieden nicht zu gefährden. Dafür aber sind Wachstumsraten von 7,5 % unverzichtbar – mit all ihren negativen Folgen für die Umwelt und den Ressourcenverbrauch.

Nicht nur Öl, Stahl oder Kupfer werden teurer – die Lebensmittel ebenfalls, was politisch brisant ist. Seit Jahresbeginn haben sich die Preise für Schweinefleisch verdoppelt. Im September lag die Inflationsrate um 6,2 % höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Jun Ma, China-Analyst der Deutschen Bank, rechnet für das Gesamtjahr 2007 mit einer Teuerungsrate von 4,6 % – nach 1,5 % im Jahr zuvor.

„Wenn die überzogenen Börsenkurse in Schanghai und Shenzen einbrechen und die Teuerung vor allem bei Lebensmitteln anhält, könnte sich das derzeit alles in allem positive Stimmungsbild im Land schnell ändern“, sinniert Andrew Freris, China-Stratege der französischen Großbank BNP in Hongkong. Ihn würde es nicht wundern, wenn das in den kommenden sechs Monaten passierte.

Jun Ma ist weniger besorgt. „Die kommende Ernte sieht gut aus, die Inflationsrate wird wieder zurückgehen“, prophezeit er. Auch die enorme Ausweitung der Industriekapazitäten sieht der Deutsche Bank-Analyst nicht als großes Risiko.

Nicht alle sind so optimistisch. Jim Walker etwa, Chefökonom der Bankengruppe CLSA in Hongkong, warnt: „Was passiert eigentlich, wenn die US-Verbraucher nach einigen unfreundlichen Nachrichten vom Arbeitsmarkt deutlich weniger kaufen? Dann werden in China viele Fabriken stillstehen. Die kühlere US-Konjunktur könnte in China für einen Sturm sorgen.“

Die Parteiführung ist sich dieser Risiken bewusst. Auch deshalb wird die geographische Umorientierung der Wirtschaft forciert. „Südostasien wird wesentlich wichtiger“, meint Sung.

JAN HOEHN

Nur hohes Wachstum kann Jobs schaffen und Unruhe verhindern

Stellenangebote im Bereich Arbeitssicherheit

TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH Sachverständiger (w/m) im Bereich Anlagensicherheit Frankfurt am Main
CURRENTA über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik-Firmenlogo
CURRENTA über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik Betriebsleitung Kraftwerke (m/w/d) Leverkusen
NKT GmbH-Firmenlogo
NKT GmbH Leiter (m/w/d) Instandhaltung Köln
MTS Sensor Technologie GmbH & Co. KG-Firmenlogo
MTS Sensor Technologie GmbH & Co. KG Ingenieur für den Bereich Zulassungswesen (m/w/d) für die Gebiete der Funktionalen Sicherheit und des Explosionsschutzes Lüdenscheid
Landeshauptstadt München Baureferat-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Baureferat Projektleiter Arbeits- und Gesundheitsschutz (w/m/d) München
Solvay-Firmenlogo
Solvay Sicherheitsingenieur (m/w/d) Östringen
Hochschule Niederrhein-Firmenlogo
Hochschule Niederrhein Maschinenbauingenieur/in / Maschinenbautechniker/in im Bereich Textiles Innovatorium Mönchengladbach
Berufsgenossenschaft Holz und Metall-Firmenlogo
Berufsgenossenschaft Holz und Metall Ingenieur/in (m/w/d) Alsfeld
swa / Stadtwerke Augsburg Holding GmbH / swa Netze GmbH-Firmenlogo
swa / Stadtwerke Augsburg Holding GmbH / swa Netze GmbH Leiter (m/w/d) Arbeitssicherheit und Umweltschutz Augsburg
MBDA Deutschland-Firmenlogo
MBDA Deutschland Ingenieurin/Ingenieur (m/w/d) keine Angabe

Alle Arbeitssicherheit Jobs

Top 5 Arbeitssicher…