Sicherheit

Technik für den Nachweis der Identität  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 14. 11. 08. jdb – Eindeutiges Erkennen der Identität von Personen, Gegenständen, Urhebern oder Absendern bildet in der realen, aber auch in der digitalen Welt die Grundlage für sichere Beziehungen. Ziel des jüngsten Fraunhofer-Innovationsclusters „Sichere Identität“ ist nun die Entwicklung von Technologien, Verfahren und Produkten für den eindeutigen Nachweis von Identität.

Wie weise ich nach, dass ich auch ich bin? Ist das Produkt wirklich ein Original? Ist der Absender der Nachricht wirklich der, für den er sich ausgibt? Diesen und anderen Fragen will sich das jüngste der derzeit 15 Fraunhofer-Innovations- cluster stellen. Der Zusammenschluss von fünf Fraunhofer-Instituten, fünf Hochschulen, zwölf Wirtschaftsunternehmen sowie den Ländern Berlin und Brandenburg mit einzelnen Landeseinrichtungen setzt dabei auf technologie- und produkt- bzw. lösungsorientierte Projekte, die den gesamten Lebenszyklus von Identität abdecken.

Das beginnt bei der Weiterentwicklung der so genannten Identitätsdokumente an der Schnittstelle zwischen realer und digitaler Welt, geht über die Verwaltung der eigenen Identität im Internet und berücksichtigt die Originalität von Produkten und Marken. Außerdem gehören eindeutige netzbasierte Kommunikationsbeziehungen zwischen Menschen und Fahrzeugen sowie Fahrzeugen untereinander dazu.

Rund 10 Mio. € stehen während der Initialphase in den ersten drei Jahren dem Innovationscluster „Sichere Identität“ für seine identitätsstiftenden Arbeiten zur Verfügung. Sie kommen zu gleichen Teilen von der Fraunhofer-Gesellschaft, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie der Wirtschaft.

„Zwei Visionen bilden die Basis der Arbeit des Innovationsclusters“, erläutert Jörg Krüger, Leiter der Geschäftsstelle des Innovationsclusters, „sichere Personaldokumente oder Future ID-Card Systems und sichere Kommunikation bzw. Future ID-based Communication.“ Der Anspruch: Zukünftige ID-Cards identifizieren ihren Nutzer absolut eindeutig und können nicht gefälscht werden.

Der Inhaber der ID-Card wird seine Daten selbst verwalten und seine Identitätsmerkmale nur in dem für den jeweiligen Nutzungszweck notwendigen Umfang zur Verfügung stellen. Beispielsweise gibt der elektronische Ausweis im Bedarfsfall einem Geschäftspartner nur preis, dass sein Inhaber volljährig ist, aber nicht, wie alt er ist. Die zukünftige ID-Card wird darüber hinaus, so die Forscher, Nutzer und Gegenstände – zum Beispiel mit Fahrzeugen oder medizinischen Geräten – flexibel und mobil verbinden.

Und: Absender und Empfänger einer Information werden absolut eindeutig erkannt – eine entscheidende Voraussetzung für sichere Kommunikation. In der Zukunft werden Zulassungspapiere durch das Auto des Besitzers identifiziert, ID-Cards an Stelle von Autoschlüsseln verwendet oder Fahrzeugkomponenten auf ihre Originalität überprüft.

„Die Prozesskette der Identität bilden wir zunächst mit zehn Initialprojekten ab“, so Krüger weiter. Beispielsweise ist ein Bestreben des Projekts „3DFace“ die Identitätsbestimmung einer Person wesentlich zu verbessern und damit einen neuen Standard für sichere Identität zu schaffen.

Die Entwicklung einer dreidimensionalen Erfassung von Gesichtern, die Standardisierung von 3-D-Gesichtsmerkmalen sowie neue Visualisierungstechniken als „3-D-Passbild“ für den Einsatz von künftigen Sicherheitsdokumenten stehen auf der Agenda. Der Austausch eines zweidimensionalen Passbildes durch einen 3-D-Datensatz des Kopfes einer Person ermöglicht neben der Verbesserung biometrischer Verfahren für die Identifikation auch eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Dazu gehören neuartige Anzeigendisplays in Dokumenten oder auch Vorhersagen altersbedingter Veränderungen. Das Passbild altert mit.

Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH, treibt die Herausforderung, den „analogen Menschen sicher in die digitale Welt zu bringen. Ebenso wie in der realen Welt benötigen wir auch für unser digitales Leben einen verbindlichen Nachweis unserer Identität, sichere Kommunikationswege und rechtsverbindliche Signaturen“. Für Hartmann zählt die Region Berlin beim Entwickeln von Lösungen zum Schutz der Identität zu den leistungsfähigsten Standorten in Europa. Nach seinem Willen soll die Region als zentraler Standort für die zivile Sicherheitstechnologie etabliert und in ihrer Bedeutung als europäisches Kompetenzzentrum gefördert werden.

INGO PASZKOWSKY

Von Ingo Paszkowsky
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