Ernährung

Süßes erlaubt: Genieß dich fit mit Powerfood

Alles ist letztlich nur eine Frage der richtigen – oder falschen – Ernährung.

Was für Desserts! Die Mandel-Orangen-Torte zum Beispiel: eine einzige Orgie aus Mandeln und Aprikosen, die eingeweicht, püriert und mit Orangensaft gemischt den „Boden“ ergeben, auf den dann eine Dattelcreme gestrichen wird, die wiederum mit Cashew-Kernen und Himbeeren belegt wird. Oder das Ananas-Gratin mit Bananen-Himbeer-Eis, ebenfalls eine raffinierte Süßspeise aus Früchten, Sahne, Honig und Kokosraspeln.
Macht das alles dick und lässt sich nur mit schlechtem Gewissen genießen? Das sind „Wahrheiten“ von gestern, heute rangieren diese Süßspeisen in der Kategorie Powerfood, sie gelten als wahrer Gesundbrunnen, weil sie vor Vitalstoffen nur so strotzen. Die Dessert-Rezepte stammen von Prof. Claus Leitzmann, Ernährungswissenschaftler, und Helmut Million, Küchenmeister und Konditor, deren Kochbuch „Powerfood, lustvoll schlemmen mit bioaktiven Substanzen“ voll im Trend schwimmt.
Neue Forschungsergebnisse der Ernährungswissenschaften bereichern die Gesellschaft um eine weitere Hoffnung: Leistungsfähigkeit, gute Laune, geistige Fitness, Nervenstärke, Intelligenz, alles ist letztlich eine Frage der richtigen – oder falschen – Ernährung. Entsprechend boomt die Ratgeberliteratur. „Glücksgefühle einfach essen“ (Autor: Friedhelm Mühleib) und „Essen Sie sich intelligent“ (Autoren: Anita Höhne und Leonhard Hochenegg) heißen Titel, die sich zu Leitzmann/ Millions Buch gesellen. Wenn es wirklich so einfach wäre!
Fakt ist, dass sich die Wirkung bestimmter Stoffe in der Nahrung wissenschaftlich nachweisen lässt. Damit sind nicht die eigentlichen Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fett oder Eiweiß gemeint, sondern neben Vitaminen auch die sogenannten bioaktiven Substanzen sowie Stoffe, die die Produktion von Neurotransmittern und Hormonen im Körper auslösen oder regulieren.
Die bioaktiven Substanzen lassen sich, so Leitzmann, in neun Gruppen unterteilen. Für das Wohlbefinden und die Gesundheit scheinen sie nicht unerheblich, denn ihnen wird die Minderung des Krebsrisikos und Stärkung des Immunsystems ebenso zugeschrieben wie entzündungshemmende Wirkung, Unterdrückung von Bakterien, Viren oder Pilzen sowie die Normalisierung des Cholesterinspiegels. Zu diesen Substanzen zählen Carotinoide, die in fast allen Obst- und Gemüsesorten enthalten sind, und Senföle (Glucosinolate), die sich vornehmlich in Kresse, Senf und Kohl finden. Weiter gehören die cholesterinsenkenden Phytosterine aus Pflanzenölen dazu, die Phytoöstrogene und Polyphenole aus Hülsenfrüchten sowie Aromastoffe wie Sulfide und Terpene. Es liegt also nahe, bei der Ernährung auf eine gute Versorgung mit diesen Stoffen zu achten.
Gleiches gilt für die sogenannten Botenstoffe, die die Produktion der Neurotransmitter beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise die Katecholamine, die die Stresshormone regulieren, außerdem Cholin und Acetylcholin, zwei Neurotransmitter, die für die geistige Leistungsfähigkeit zuständig sind, oder das Tryptophan, der Ausgangsstoff des sogenannten Glückshormons Serotonin.
Egal welche Stoffe künftig bei der Ernährung eine Rolle spielen, eines ist klar: Fleisch dient eher als Beilage, das Hauptgewicht aller Power-Diäten liegt auf pflanzlichen Produkten, auf Gemüse, Hülsenfrüchten, Reis, Kartoffeln und Obst. Wichtig bei der Verwendung gerade der frischen Produkte: Lange Lagerzeiten oder falsche Verarbeitung zerstören gerade die Bestandteile, denen die besondere Wirkung attestiert wird. Deshalb sollten geschnittenes Obst oder Gemüse nie in Wasser gelagert, Gemüse möglichst schonend gegart werden. Oft erscheint es sogar besser, es roh zu verzehren.
Ob neue Diäten tatsächlich ihre Versprechen erfüllen, sei dahingestellt. Auf jeden Fall aber bieten die Kochbücher jede Menge interessanter, oft auch unkonventioneller Anregungen für den Speisezettel. Etwa Mühleibs Linsen-Orangen-Suppe, „die Kraftsuppe für den Abend, an dem es ruhig etwas später werden darf“, in der Koriander und Cayennepfeffer eine nicht unwichtige Rolle spielen. Oder sein raffiniertes Pilz-Risotto mit Rucola, dem er eine ausgleichende Wirkung attestiert.
Ohnehin sind Mühleibs „Stimmungsmacher“ ausgesprochen alltagstauglich, da sie mit Tabellen, Tipps zur Ernährungsumstellung sowie Hinweisen für ein Ernährungstagebuch ergänzt werden.
Dagegen ist Powerfood von Leitzmann/Million mehr für Genießer gedacht und für Menschen, die mit Hingabe kochen. Es enthält Rezepte für jede Gelegenheit, pikante Brotaufstriche ebenso wie Suppen, Salate und raffinierte Gerichte für ein edles Gastmahl. Vieles ist sehr aufwendig, da es lange Vorbereitungszeiten erfordert. Etwa das „Mango-Kokosnuss-Curry“, für das Linsen- und Kichererbsen drei bis fünf Tage eingeweicht werden müssen, bis sie keimen. Die Keimlinge werden kurz blanchiert, mit allerlei anderen geraspelten Gemüsen vermischt, und schließlich mit einer Soße aus Mandelmus, orientalischen Gewürzen, Kokosnuss und Mango vermischt. Dann allerdings hat der Schlemmer auch fast alle Vitalstoffe auf seiner Gabel vereint, vom exotischen Genuss ganz zu schweigen. HC
Buchtipps:
Claus Leitzmann / Helmut Million: Powerfood! Lustvoll schlemmen mit bioaktiven Substanzen, Gräfe und Unzer, München 1998 Friedhelm Mühleib: Essen macht Laune. Stimmungsmacher von Ananas bis Zimt, GU 1999
Anita Höhe / Leonhard Hochenegg: Brainfood – Power Nahrung fürs Gehirn, Heyne, München 2000
Christina Zacker / Jutta Lamy: Voller Power durch den Tag mit Functional Food. Zusatzstoffe und ihre gesundheitliche Wirkung. Mosaik 2001

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