Gesundheit

Sprechstunde beim Arzt per Internet

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 3. 04 -Die Telemedizin ist ein Bereich mit Zukunft. Per Fernbetreuung kann Patienten oder älteren Menschen in Notfällen schnell geholfen werden. Das bringt den Patienten mehr Freiheit und Lebensqualität – und spart Kosten. Ende des Jahres wollen Fraunhofer-Forscher mit neuen Geräten eine Feldstudie starten.

Die Fernbetreuung von Patienten oder älteren Menschen ermöglicht es ihnen, länger in vertrauter Umgebung zu leben, aber trotzdem in Notfällen oder bei medizinischem Bedarf schnell und zuverlässig versorgt zu werden.
Versorgung und Behandlung werden durch die Telemedizin flexibler, individueller und damit, so hoffen die Forscher, die auf diesem Gebiet arbeiten, auch effektiver. Die Patienten sollen in der Gewissheit leben, dass auch zu Hause eine dauerhafte Kontrolle ihrer Gesundheit gewährleistet ist. Ein Plus für die Genesung und ein Plus für die Krankenkassen, da sich die Kosten für Krankenhausaufenthalt und Nachsorgeuntersuchungen deutlich senken lassen.
Einen Beitrag zur Telemedizin liefert das Projekt Body Area Network, kurz BAN, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Drei Fraunhofer-Institute erarbeiten gemeinsam Lösungen für die Telemedizin. Schwerpunkt ist ein direkt am Körper getragenes Funknetz zur drahtlosen Anbindung von medizinischen Sensoren.
Vor zwei Jahren präsentierten die Forscher auf der CeBIT erste Prototypen. Das waren noch größere, unhandliche Sende- und Empfangseinheiten. Nun ist es ihnen gelungen, Sensorik und Elektronik in wenige Zentimeter kleine Schaltungen zu integrieren. Bis zu 16 Sensoren sollen Vital-Parameter wie Temperatur, Sauerstoffsättigung des Blutes, Herztätigkeit und Blutdruck beobachten.
Ein Beispiel ist das kabellose Pulsoximeter, das die Abteilungen Medizintechnik und Hochfrequenztechnik des Fraunhofer IIS entwickelten. Der Fingerclip misst den Puls und den Blutsauerstoff. Das Gerät überträgt die Daten per Funk und wird von einem Akku mit Energie versorgt. Dadurch ist es mobil und der Patient flexibel. Er ist weder zu Hause noch im Krankenhaus ans Bett gebunden.
„Noch mehr Bewegungsfreiheit als der Fingerclip bietet ein Multisensor-Armband, das wir auf der CeBIT zeigen“, sagt Christian Weigand vom IIS. Kabellos am Handgelenk getragen, messen hier unterschiedliche Sensoren Parameter wie Temperatur, Puls, Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz. Diese Daten gehen an eine Basisstation und dann weiter ins Kommunikationsnetz zum Arzt. Einsatzmöglichkeiten für die Geräte liegen bei der Rettungsmedizin, Intensivstationen oder Operationssälen, Krankenhäusern oder im Home-Care-Bereich.
Noch handelt es sich um Geräte zur Demonstration der Möglichkeiten. Und auch im Klinikeinsatz haben sich die Geräte noch nicht bewähren müssen. Doch die Fraunhofer-Forscher arbeiten eng mit Ärzten zusammen, so dass der medizinische Einsatz sicher gestellt ist. Und: „Gegen Ende des Jahres werden wir mit einem Partner eine Feldstudie in der Altenbetreuung durchführen“, kündigt Christian Weigand an. Wenn die Studie erfolgreich ist, könnten die Produkte innnerhalb kürzester Zeit in Serie gehen.
„Ein noch fernes Ziel ist, Sensoren und Aktoren zu koppeln“, so René Dünkler, Projektmitarbeiter von BAN am IIS. „Ein mögliches Szenario: Ein Glukosesensor ermittelt den Blutzuckerspiegel und funkt die Messdaten an die Überwachungsstation. Ist der Wert zu gering, funkt die Station an die implantierte Insulinpumpe, „gib mehr Insulin ab“, um die Versorgung zu optimieren.“ Eine andere Vorgehensweise ist, dass der Arzt den Patienten anruft, ihn zur Untersuchung bittet oder ihm Diagnose und Therapie durchgibt.
Damit diese Kommunikation funktioniert, werden die Daten in zwei Etappen übertragen. Als erstes gehen sie an eine Basisstation, die etwa am Gürtel getragen wird oder in eine Armbanduhr integriert ist. Die zweite Etappe geht von der Basisstation zu einem Gateway im Haus und von dort direkt an den Arzt oder ein Krankenhaus. Über die verschiedenen drahtlosen Systeme kann medizinisches Personal aktuelle Daten mit jedem beliebigen Gerät abrufen – mit dem PC, Notebook oder dem Handy. fhg/J.KLEIN

Stellenangebote im Bereich Arbeitssicherheit

HOLBORN Europa Raffinerie GmbH-Firmenlogo
HOLBORN Europa Raffinerie GmbH Sicherheitsingenieur (m/w/d) Hamburg
Automotive Safety Technologies GmbH-Firmenlogo
Automotive Safety Technologies GmbH Teamleiter (m/w/d) Absicherung Wolfsburg
Sika Deutschland GmbH-Firmenlogo
Sika Deutschland GmbH Sicherheitsingenieur (m/w/d) Stuttgart
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG Sicherheitsingenieur (m/w/d) Karlsruhe-Durlach
EUROVIA Services GmbH-Firmenlogo
EUROVIA Services GmbH Sicherheitsingenieur & Umweltschutzbeauftragter (m/w/d) Raum Berlin, Brandenburg
EUROVIA Services GmbH-Firmenlogo
EUROVIA Services GmbH Sicherheitsingenieur / Umweltschutzbeauftragter (m/w/d) deutschlandweit
Kommunale Unfallversicherung Bayern-Firmenlogo
Kommunale Unfallversicherung Bayern Bachelor of Engineering (m/w/d) / Ingenieur (m/w/d) / Aufsichtsperson (m/w/d) München
Hochschule Furtwangen-Firmenlogo
Hochschule Furtwangen Professur (W 2) für Securitytechnik Furtwangen

Alle Arbeitssicherheit Jobs

Top 5 Arbeitssicher…