Gesundheit

Sechster Sinn gegen Schmerz

Wenn ein Raubtier seine Beute über große Entfernung hinweg ortet oder Tiere einer flüchtenden Herde im Gedränge nicht straucheln. Auch der Mensch hat solch ein Ortungssystem, behauptet ein Berliner Arzt. Er nutzt dieses „biologische GPS“ unter anderem zur Schmerzbehandlung.

Mississippi-Aligatoren lauern im Sumpf reglos ihren Opfern auf. Über winzige Bewegungen der Wasseroberfläche orten sie die Beute oft meilenweit – mit feinen Sensoren, die über die ganze Schnauze verteilt sind, wie die Meeresbiologin Daphne Soares von der University of Maryland kürzlich herausfand. Schon ein einziger Tropfen, der das Wasser kräuselt, löst im Gesichtsnerv der Echsen ein typisches Erregungsmuster von elektromagnetischen Impulsen aus.
Ihren ausgeprägten Ortungssinn nutzen auch flüchtende Herdentiere. Sie stehen darüber in ständigem Kontakt, checken das Gelände ab. Nicht ein Tier stürzt bei solch einer Massenflucht.
Evolutionsbiologisch verfügt auch der Mensch über diesen Ortungssinn, nur ist er sich dessen nicht mehr bewusst. Einzig Medizinmänner fremder Kulturen nutzen ihn wohl noch, fand Dr. Herbert Koerner, Ingenieur und Facharzt für Orthopädie in Berlin, heraus.
Während seiner sechsjährigen Weltumsegelung studierte er verschiedene Naturheilmethoden und erkannte, dass es der Ortungssinn ist, mit dem die weisen Männer in die biologischen Regelkreise des menschlichen Körpers eingreifen.
Auch Koerner nutzt nun diese Erkenntnisse. Mit Erfolg behandelt er chronische Schmerzpatienten, indem er einen sanften, aber hoch energetischen Impuls seitlich über den Atlaswirbel zum Stammhirn gibt. Die Stammhirnhälften sind im „Rechenzentrum Gehirn“ Sitz des Ortungssinns und damit zuständig für die Verarbeitung aller peripheren Signale – so auch des Schmerzes.
Wenn Stress und innere Störfelder die „Festplatten” überlasten, kommt es zu biologischen Fehlregulationen. Während Koerners Therapie schießt der Impuls im Bruchteil einer Sekunde in eine der beiden Stammhirnhälften und vermittelt dem Patienten ein Gefühl von halbseitiger Leichtigkeit – und die sofortige Befreiung vom quälenden Schmerz. Es kommt also zu einer biophysikalischen Regelkreisstabilisation.
Wie funktioniert das? Einen Erklärungsansatz bietet der Neurochirurg Joseph E. Bogen, Professor für Neurochirurgie an der University of Southern California. Bei der Behandlung von Schmerzpatienten machte er in den 60er Jahren eine interessante Entdeckung: Um sie von ihrer Pein zu befreien, durchtrennte er mit einem Skalpell die Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften und erreichte so eine sofortige Linderung der unerträglichen Schmerzen.
Grausige „Nebenwirkung“ dieses Brain-Splittings war allerdings, dass die Patienten irreversibel an Wahrnehmungsstörungen litten. Konnte die eine Hand einen Kugelschreiber erkennen, so war dieser der anderen Hand ein völlig unbekannter Gegenstand.
Was Koerner nun mit dem Atlasimpuls bewirkt, ist, so sagt er, nichts anderes als ein kurzfristiges, wieder umkehrbares Brain-Splitting (Temporäres Brain-Splitting, kurz: TBS) – nach vorangegangenem Sensibilitätstest, bei dem der Ortungssinn ebenfalls eine Rolle spielt.
Verblüffende Randerscheinung seiner Behandlung: Der Erfolg des TBS schlägt sich auch auf der Waage nieder, denn in Sekundenschnelle gehen durch den Atlasimpuls zum Beispiel Schwellungen des Gewebes zurück. „Der Gewichtsverlust lag meist zwischen 50g und 150g, einmal sogar bei 300g“, erläutert der Arzt die Messergebnisse.
Die Effekte seiner Therapie analysiert Koerner mit Hilfe von Biophotonen. Dabei handelt es sich um Lichtquanten, die in jedem Organismus für die Weiterleitung von Informationen zuständig sind. Punktuell ermittelt er direkt vor und nach der Behandlung den Hautwiderstand vorzugsweise entlang der Meridiane sowie an den klassischen Akupunkturpunkten.
Das zugrunde liegende Messprinzip, das die Altenauer Gesellschaft für präventive Medizin mit umfangreicher Software gekoppelt hat, stammt aus der russischen Raumfahrt. Störungen in bestimmten Organen machen sich direkt über Veränderungen im Energiefluss einzelner Meridiane bemerkbar. „Wenn der Hautwiderstand durch den TBS-Impuls sinkt oder ansteigt, können wir das Organ orten, das verantwortlich ist für die Störung im Organismus – und damit für den Schmerz“, freut sich der Mediziner.
BETTINA RECKTER

Von Bettina Reckter

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