Gesundheit 24.08.2007, 19:29 Uhr

„Schalten Sie doch einfach mal das WLAN ab“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 24. 8. 07, rb – WLANs sprießen in deutschen Haushalten wie Pilze aus dem Boden. Ihre Strahlenbelastung ist – je nach Abstand – gering. Dennoch empfehlen Experten sie auszuschalten, wenn nicht im Internet gesurft oder E-Mails bearbeitet werden, um unnötige Expositionen zu vermeiden.

So alt wie die drahtlosen lokalen Funknetze (WLANs) selbst, so alt ist auch die Furcht vor zusätzlicher Strahlenbelastung im Haus. „Die Bundesregierung empfiehlt, die persönliche Strahlenexposition durch hochfrequente Felder so gering wie möglich zu halten, d. h. herkömmliche Kabelverbindungen zu bevorzugen, wenn auf den Einsatz von funkgestützten Lösungen verzichtet werden kann.“ Dieser Satz in der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen sorgte unlängst für Aufregung.

Fest steht, die Anzahl von WLANs nimmt exorbitant zu – im öffentlichen Raum ebenso wie zu Hause. Nach Studien des WLAN-Providers The Cloud werden bis Ende 2007 allein in Deutschland rund 25 Mio. WLAN-fähige Endgeräte in Betrieb sein – bis Ende 2009 voraussichtlich 43 Mio.

Grund zur Sorge also, wenn es um die Strahlenbelastung geht? Die Antwort der Bundesregierung verweist auf Studien, nach denen öffentlich zugängliche WLANs, so genannte Hotspots, weit unterhalb des von der EU empfohlenen Grenzwerts von 10 W/m2 liegen. Selbst bei extremer Nahfeldexposition – also beim Notebook auf dem Oberschenkel – sei es bei ungünstigsten Bedingungen nur zu einem SAR-Wert von 0,11 W/kg gekommen.

Dennoch stützen Experten wie Thomas Gritsch vom TÜV Süd die Aufforderung der Bundesregierung. Dort, wo Kabel möglich ist, solle auf Funkverbindungen verzichtet werden. „Beim WLAN ist der Access-Punkt immer in Betrieb – auch wenn der Computer abgeschaltet ist. Er sendet immer – wie ein schnurloses Telefon“, so Gritsch. Und er warnt: „Es kommen immer mehr Strahlenquellen hinzu – gerade, wenn der klassische Festnetzanschluss durch Funktechniken ersetzt wird.“

Der TÜV-Süd hat Messungen vorgenommen (siehe Grafik). Je nach Abstand von der Quelle ist die Feldstärkebelastung – diese Kenngröße wird eher genommen als SAR-Werte, da die drahtlosen Netze meist nicht direkt am Körper betrieben werden – von WLANs geringer als bei Dect-Telefonen. Aber alles ist abhängig von der Entfernung.

„Schalten Sie doch einfach mal Ihr WLAN ab“, lautet daher eine Empfehlung des TÜV-Experten Gritsch. Bei einem simplen WLAN-Router empfehlen Fachleute das Gerät an die gleiche Steckerleiste wie den PC zu stecken und beides durch simplen Knopfdruck vom Stromnetz zu nehmen. Bei kombinierten TK-Anlagen geht das nicht. Dort würde mit solch einer Installation auch die Telefonie ausgeschaltet.

In Berlin bei AVM, dem Marktführer für DSL-Geräte und Hersteller der kombinierten Fritzbox, hat man vorgesorgt. „Es gibt bei uns viele Möglichkeiten das WLAN abzuschalten“, erklärt Pressesprecher Urban Bastert. Da ist zum einen der Schalter an der Box selbst, der die Funktion des drahtlosen Netzes abstellen kann. Es gibt die Möglichkeit, WLAN über ein paar Tastenkombinationen auf dem Telefon zu deaktivieren und – wer“s wirklich komfortabel haben möchte – nutzt die Nachtschaltung.

Netter Nebeneffekt: Es wird damit auch Strom gespart. Zwar nur in Maßen, aber Bastert ist überzeugt: „Wenn sie 15 solcher Schritte vollziehen – am Fernsehgerät, am WLAN-Access und anderen Geräten – dann kommen da schon 0,75 W/h zusammen.“ RB

Ein Beitrag von:

  • Regine Bönsch

    Regine Bönsch

    Redakteurin VDI nachrichten
    Fachthemen: Telekommunikation, Mobilfunk, Automobilelektronik, autonomes Fahren, E-Mobilität, Smart Home, KI, Datenschutz/IT-Sicherheit, Reportagen

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