Love-Parade

Ruhrgebiet: Altes Image nur teilweise abgestreift

Von einem „weltweit massiven Schaden für das Revier“ als Folge des Unglücks bei der Love-Parade spricht Frank Dopheide, Chef der Werbeagentur Grey. Auch die IHK Duisburg sieht einen „Rückschlag“, verweist aber auf die Stärken der Stadt als Wirtschaftsstandort.

Das Ruhrgebiet und die Stadt Duisburg hatten selten ein gutes Image. Auch wenn das Klischee von den rauchenden Schloten langsam verblasst, der Ruf der ehemaligen Stahlstadt war schon vorher angekratzt. Dazu hat auch die Kunstfigur des Horst Schimanski beigetragen, der den angeblichen Ruhrgebiets-Kripo-Typen verkörperte: ein Macho im Schmuddeldress mit Gassenjargon. Vor drei Jahren wurden bei einer Schießerei sechs Italiener getötet – Opfer einer Mafia-Fehde. Und jetzt starben 21 Menschen während eines Fests, das Love Parade genannt wurde. Diese Katastrophe hat „weltweit einen massiven Schaden für das Revier angerichtet“, urteilt Frank Dopheide. Der Chef der weltweit agierenden Werbeagentur Grey könnte es wissen. Vor zwei Jahren hatte Grey noch für den Initiativkreis Ruhr eine Werbekampagne kreiert.

Was bringt die Zukunft? „Es wird in zehn Jahren 25 globale Knotenpunkte geben mit großem Geld und großen Kulturen“, prophezeit Dopheide. Moskau und Peking gehörten dazu, London sei nicht mal sicher. Eine deutsche Stadt, so die Wahrscheinlichkeit, sei kaum dabei: „Das Ruhrgebiet gar nicht.“ Die Love Parade, das sei „extra schlimm“, habe für Lebenslust gestanden und sei in Panik und Tod geendet. Hilft eine neue Kampagne? „Sowas geht gar nicht“, ist Dopheide sicher. Derlei könne keine Agentur leisten.

„Es braucht keine neue Vision für das Ruhrgebiet“, meint Dietmar Bochert, Sprecher der Duisburger Franz Haniel & Cie. GmbH. Ob es überhaupt einen Imageverlust für Duisburg und das Ruhrgebiet mit Folgen für Arbeitsplätze, die Wirtschaftskraft oder die Kultur gegeben habe, sei fraglich und zweitrangig: „Man sollte zunächst abwarten, wie sich der Sachverhalt darstellt und nicht eine ganze Stadt oder gar eine Region als Schuldigen abstempeln.“

Zwar müsse es mit Blick auf die noch unklare Sachlage bei der Love Parade-Tragödie „ein Höchstmaß an Sensibilität für Sicherheit und Organisation“ geben, doch Haniel sieht „nach wie vor“ alle imagebildenden Maßnahmen als geeignet an, sagt der Unternehmens-Sprecher. Wichtig seien die Themen, die man vermitteln will. Die müssen letztlich „stimmen“, die Menschen interessieren und das neue Bild des Ruhrgebiets auch widerspiegeln. Die Spannbreite gehe von der Kleinkunst oder von Bürgeraktionen, über innovative Ideen oder erfolgreiche Unternehmensgeschichten bis hin zu kulturellen Großveranstaltungen der Populärkultur.

„Das Ruhrgebiet: Ein starkes Stück Deutschland“, so hieß 1985 das Motto der ersten professionalen PR-Kampagne. An die erinnert Jürgen Mittag. Der Geschäftsführer der „Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets“ glaubt, das Revier habe das alte „Krisen-Image“ nur zu Teilen abgeschüttelt. Aber „sicherlich“ werden die Toten der Loveparade „nicht auf das ganze Ruhrgebiet bezogen werden“, auch wenn sie „nicht so schnell vergessen“ werden dürfen. Das Image des Ruhrgebiets war in den 1970er- und 80er-Jahren „schlechter als heute“. Dennoch braucht es „neue Anläufe“.

Die Loveparade hätte sicher einige positive Akzente im Sinne einer veränderten, bunteren und positiven Wahrnehmung der Stadt und auch des Ruhrgebiets setzen können, glaubt Mittag, aber eine „grundsätzlich prägend neue Entwicklung“ hätte auch sie nicht einleiten können. Das, was gegenwärtig noch von vielen Seiten als größte Last der Region betrachtet wird – die fehlenden Traditionen eines breiten Bildungsbürgertums sowie die Transformation des Reviers zu einer modernen Wissens- und Kultregion – stellt immer noch die größte Herausforderung und Chance für das Ruhrgebiet dar.

Einen „Rückschlag für die ,Marke Duisburg’“ hat indessen Theodor Friedhoff, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, registriert. Aber er warnt vor Aktionismus. „Kurzfristig entwickelte ,Visionen’, ,Marketingstrategien’ oder gar ,Imagekampagnen’ helfen überhaupt nicht weiter.“ Es komme darauf an, auf die „Potenziale, Stärken und Standortvorteile der Region, die unzweifelhaft vorhanden sind“, aufmerksam zu machen.

Dazu zählt Friedhoff die hervorragende Lage an Rhein und Ruhr und die überaus gute Infrastruktur – wirtschaftlich und kulturell. Duisburg sei mit dem größten Binnenhafen der Welt ein international führender Logistikstandort, auch als Stahlstandort sei die Stadt führend in Europa. Viele Unternehmen hätten bewusst diese Stadt gewählt.

EBERHARD PH. LILIENSIEK

Von Eberhard Ph. Liliensiek

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