Sicherheit

Polizei & Co. müssen weiter mit Funknotstand leben  

VDI nachrichten, Berlin, 5. 12. 08, rb – Der Digitalfunk für Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste sollte schon 2006 eingeführt werden. Doch bislang ist von ihm wenig zu sehen – zum Ärger der betroffenen Einsatzkräfte. Jetzt steht 2010 auf der Agenda, ein Zeitplan, der kaum zu halten sein wird. Versorgungslücken auf dem Land und in Gebäuden sind absehbar.

Alles geht einfach zu langsam. Das musste auch Rolf Krost, Präsident der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS genannt, vorige Woche einräumen. „Der Aufbau des Netzes läuft nicht mit der Geschwindigkeit, die wir gerne hätten“, erklärte er auf einer Fachmesse für professionellen Mobilfunk in Leipzig.

Vor allem hapert es beim Aufbau der erforderlichen 4000 Antennenstandorte, von denen noch keine 150 in Betrieb sind. Krost: „Wir wollen eigentlich 100 bis 120 Basisstationen pro Monat in Betrieb nehmen, aber da sind wir noch nicht.“ Die avisierten 4,5 Mrd. € Gesamtkosten sind auch nicht mehr zu halten. „Die basierten auf einst vorgesehenen 3500 Basisstationen, jetzt werden es mehr“, rechnet Horst Müller, IT-Experte der Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor. Rund 600 Mio. € mehr.

Mit dem Datum 2010 hält sich Behördenpräsident Krost schon gar nicht mehr auf. „Der Digitalfunk kommt flexibel“, verdeutlicht er. Ist ein Netzabschnitt aufgebaut, kommt es nach einem Probe- zum Wirkbetrieb.

Ulrich Bogdan, Direktor der Feuerwehr Essen, ist skeptisch. „Vor 2015 wird das Netz nicht ganz laufen.“ Vor allem würde die Versorgung in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich ausfallen – je nach investiertem Geld. Das beunruhigt auch die GdP. „Bayern hat die höchste Versorgungsgüte, Mecklenburg-Vorpommern die niedrigste, mit Inhouse ist da kaum zu rechnen. Da muss dann immer einer draußen vor der Tür bleiben und den Funkkontakt halten“, so GdP-Mann Müller.

Auch das sieht der Chef der Bundesanstalt ganz anders. „Es entsteht über Deutschland ein vollkommen gleichmäßiges Netz im gleichen Grundstandard für eine sehr solide Grundversorgung.“ Es gebe auch keineswegs die großen Versorgungslücken – auch nicht im ländlichen Bereich.

Bei besonders hohen und stark genutzten Gebäuden gibt es bestimmte Auflagen für den Gebäudefunk. Die analoge Welt hat dafür ein Regelwerk, die digitale muss es erst erarbeiten. „Aus Sicht der Feuerwehr ist das ganz dringend, sonst sind jetzt entstehende Neubauten später nicht ¿digitalfunktauglich““, mahnt Jörg Leipe, Nachrichtentechnik-Experte bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt.

Der neue Digitalfunk – so Krost – ist in erster Linie ein Sprechfunkstandard. Sprachanwendungen seien 90 % der Nutzung. Der Rest ist für kleine Datendienste wie Übertragung von Kfz-Kennzeichen, Fahndungsfotos und medizinischen Parametern vorgesehen. Wer mehr will, muss auf die nächste Generation warten, die ab Ende 2009 getestet wird.

Bei Großereignissen wie Oktoberfest oder Castor-Transport wird der neue BOS-Funk schon genutzt, freilich mit analoger Rückendeckung. Wie lange Polizisten und Feuerwehrleute beide Techniken „am Mann“ haben müssen, ist ungewiss. Das hessische Innenministerium hat derweil bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf Nutzungsverlängerung der analogen Funkfrequenzen bis zum Jahr 2023 gestellt. Sicher ist eben sicher. Seite 10 RAINER BÜCKEN

Stellenangebote im Bereich Arbeitssicherheit

BG Verkehr-Firmenlogo
BG Verkehr Ingenieur*in (m/divers/w) Arbeitssicherheit am Standort Hamburg Hamburg, Berlin
BG Verkehr-Firmenlogo
BG Verkehr Ingenieur*in (m/divers/w) Arbeitssicherheit Berlin, Hamburg
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH Sicherheitsingenieur (m/w/d) Fürstenfeldbruck
Knauf Gips KG-Firmenlogo
Knauf Gips KG HSE-Manager (m/w/d) Zentraleuropa Neuss, Dortmund
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg-Firmenlogo
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Fachkraft für Arbeitssicherheit / Sicherheitsingenieur (m/w/d) Erlangen
3M-Firmenlogo
3M Sicherheitsingenieur (m/w/d) für den Bereich Environmental, Health and Safety Niederstetten
DGUV - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung-Firmenlogo
DGUV - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung Referent/Referentin (m/w/d) Neue Formen der Prävention Sankt Augustin

Alle Arbeitssicherheit Jobs

Top 5 Arbeitssic…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.